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Sonderkonditionen, Aktionen und wertvolle Tipps zur Optimierung Ihrer nachhaltigen Geldanlage
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2. Juli 2020

Zusammenfassung: Wer auch in der Altersvorsorge auf nachhaltige ETF’s setzen möchte muss schon ganz schön suchen. Wer dann auch noch sicherstellen möchte, dass nicht nur in der Anspar-, sondern auch in der Entnahmephase durchgängig grün investiert wird, hat nur wenige Möglichkeiten. Die Stuttgarter ist hier eine überlegenswerte Wahl. Aber Achtung: wie bei allen Altersvorsorge-Lösungen kommt die überlegene Rendite durch die Steuervergünstigungen, die meist erst ab längeren Laufzeiten von 12 oder mehr Jahren die Kostennachteile überwiegen. Wer unterhalb von 12 Jahren bleibt, sollte direkt in grüne ETF’s investieren (–> hier geht’s zum Robo-Advisor).

 

Um was geht es grundsätzlich?

Grundsätzlich sprechen wir in diesem Artikel über eine Ergänzung oder den Ersatz der gesetzlichen Renten durch kapitalgedeckte Anlageformen. Wer in der Rentenphase eine monatliche Rente daraus beziehen möchte, auf die er sich verlassen kann, muss auf Versicherungslösungen setzen. Die Stuttgarter Grüne Rente ist dabei ein Möglichkeit.

Dabei gibt es verschiedenen Ausprägungen wie die private Rente, die Basisrente und die Riesterrente. Alle drei Varianten gibt es als Stuttgarter Grüne Rente.

In der hier vorgestellten Form – die wir für die meisten Menschen für die geeignetste halten – wird das Geld in der Ansparphase vor Rentenbeginn in nachhaltige ETF’s investiert. In der Rentenphase garantiert die Grüne Rente Stuttgarter eine monatliche Rente und zahlt zusätzlich Überschussbeteiligungen aus – auch die Rentenphase ist nachhaltig veranlagt (sehr selten zu finden, meist wird in der gerne 30 Jahre dauernden Rentenphase auf Nachhaltigkeit verzichtet).

 

Stuttgarter Grüne Rente: Welche Nachhaltigkeits-ETF sind wählbar?

Stand Juli 2020 ist die Auswahl an ethisch-ökologischen ETF’s bei der Stuttgarter Grünen Rente ausreichend breit:

Amundi Index MSCI Europe SRI – UCITS ETF
BNP Paribas Easy Low Carbon 100 Europe UCITS ETF
iShares MSCI EM SRI UCITS ETF
iShares MSCI Europe SRI UCITS ETF
Lyxor Green Bond (DR) UCITS ETF
Xtrackers ESG MSCI World UCITS ETF

Man kann also auf der Aktienseite weltweite oder europäische ETF’s genauso auswählen wie die Emerging Markets. Im Anleihesektor steht mit dem Lyxor Green Bond ETF eine innovative Lösung für ganz speziell ethisch-ökologische Anleihen zur Verfügung.

Grüne Rente Stuttgarter: Wie sieht es in der Auszahlungsphase aus?

Von vielen vergessen, muss bei einer Altersvorsorgelösung die nachhaltige Kapitalanlage nicht nur in der Ansparphase gegeben sein – das bieten viele der über 100 Anbieter am deutschen Markt. Wichtig ist auch, dass in der Entnahmephase das Geld unter Berücksichtiung ethisch-ökologischer Faktoren angelegt wird. Hier wird es sehr dünn, denn nach meinem Kenntnisstand gibt es weniger als eine handvoll Spezial-Anbieter, die das gewährleisten. Unter diesen befindet sich die Grüne Rente Stuttgarter , die dazu aktuell die beste ETF-Auswahl und die niedrigsten Kosten aufweist.

 

Grüne Rente Stuttgarter: Basisrente (z.B. Tarif invest T59)

Der Vorteil der Basisrente ist primär, dass die Beiträge in erheblichem Umfang das zu versteuerende Einkommen verringern und damit die jährlich zu zahlende Einkommenssteuer reduzieren. Bei gleichem Aufwand kann der Anleger also wesentlich größere monatliche Beträge für’s Alter zurück legen als wenn er direkt in ETF’s investieren würde. Wer statt 300 Euro aber 500 Euro anlegen kann, erwartete natürlich eine höhere Rentenauszahlung.

Die Rentenauszahlungen aus der Basisrente müssen dann allerdings (wie die gesetzliche Rente) voll versteuert werden. Geht man von einem niedrigeren Steuersatz in der Rente aus, ein finanziell lohnendes Geschäft. Auch hier gelten die oben dargestellten Punkte.

 

Grüne Rente Stuttgarter: Riester-Rente (z.B. Tarif performance-safer T85)

Der Vorteil der Riester-Rente ist primär, dass direkte Zulagen vom Staat eingezahlt werden oder die Einzahlungen steuerlich geltend gemacht werden können. Die Zulagen steigen mit der Anzahl der Kinder, so dass der Staat leicht ein paar Hundert Euro jährlich in den Riester-Vertrag mit einzahlt oder, bei höheren Einkommen, diesen Betrag über Reduktion der Einkommenssteuer zuschießt.

Auch hier gilt, dass die Rentenauszahlungen (wie in der gesetzlichen Rente) voll versteuert werden müssen.

 

Grüne Rente: Privatrente (z.B. Tarif FlexRente Invest T53)

Die steuerlichen Vorteile von Basis- und Riesterrente sind direkt gleich greifbar, da sie in der Ansparphase passieren. Bei der Privatrente ist der Vorteil häufig größer oder ähnlich groß, aber kommt anders zustande. Hier ist der steuerliche Vorteil, dass während der Ansparphase keine Steuern abgeführt werden und in der Auszahlungsphase mit Halbeinkünfteverfahrung oder Ertragsanteilsbesteuerung die Steuerlast sehr gering ist.

Im Gegensatz zu Basisrente oder Riesterrente bleibt der Anleger flexibel und kann den Vertrag monatlich jederzeit kündigen.

 

Wo gibt’s weitere Informationen?

Wem das zu kompliziert wird, kann natürlich auch für’s alter direkt in ETF’s anlegen (–> hier geht’s zum Robo-Advisor).

Wer sich mehr mit dem Thema ETF-basierte Altersvorsorge beschäftigen möchte, kann über unsere (–> kostengünstigen Module) Angebote mit seinen individuellen Daten berechnen lassen.

 

 

 

Carmen Junker, Klimafonds-Expertin: Geld regiert die Welt, so heißt es immer. – Bei Klimafonds könnt Ihr mitregieren. Gut für die Umwelt, gut für Deine Finanzen. Mehr über Klimafonds findet Ihr auf Facebook, Google+ und  Twitter.

 

 

 


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8. Juni 2020

Zusammenfassung: Ökobank Aktien gibt es nicht viele in Deutschland. Neben den Beteiligungsmöglichkeiten der Genossenschaftsbanken gibt es sogar nur eine tatsächliche Ökobank Aktie, die der Nürnberger Umweltbank AG. Wir blicken über den Tellerrand und haben auch die komplette Liste aller Ökobanken in Deutschland für Euch.

 

 

Welche Ökobank Aktien gibt es in Deutschland?

Deutschland verfügt über einen großen Bankenmarkt – aber nur ein kleiner Teil davon ist an der Börse als Aktie handelbar. Das gilt umso mehr für die Ökobank Aktien, denn aktuell gibt es davon nur eine, die Aktie der Umweltbank AG, Nürnberg, ISIN DE0005570808.

Die Umweltbank AG wurde 1997 gegründet und hat nach eigenen Angaben mittlerweile mehr als 23.000 Kreditprojekte, die einem ethisch-ökologischen Zweck dienten, gefördert. Die meisten Kredite wurden für die Finanzierung von Photovoltaikanlagen verwendet, gefolgt von Krediten für Wohnimmobilien sowie für Wind- / Wasserkraft-Projekte.

Die Kursentwicklung kann sich in im unten dargestellten Zeitraum über rund 19 Jahre mit ziemlich genau 10 Prozent pro Jahr (IRR-Berechnung) sehen lassen. Hinzu kommen die ausgeschütteten Dividenden von rund 2 Prozent jährlich.

 

 

Ökobank Aktie: Umweltbank AG aus Nürnberg
Kursentwicklung der Umweltbank AG Aktie, ohne Gewähr, Chart von comdirect.de

Achtung: Die Umweltbank AG ist eine gut geführte, im Wachstum befindliche Bank mit niedrigen Kostenstrukturen. Trotzdem handelt es sich um eine sehr kleine Aktiengesellschaft mit weniger als 200 Mitarbeitern – die Risiken sind als entsprechend hoch und sollten nur mit einem begrenzten Teil des Anlagekapitals eingegangen werden.

 

Ökobank Aktie: Die Ursprünge

Eine namentlich auch Ökobank genannte Bank wurde schon 1988 in Frankfurt gegründet. Das Geschäftsmodell funktionierte grundsätzlich, nämlich die Vergabe von Krediten unter Berücksichtigung ethisch-ökologischer Gesichtspunkte. Aber die Umsetzung machte Probleme, es gab zuviele Ausfälle, man wollte zu schnell wachsen und nahm zu große Kreditrisiken in die Bücher. 1999 war es dann soweit, dass nach 17 Millionen D-Mark Wertberichtigung die Bank vor dem Aus stand. Die größte deutsche „Ökobank“, die GLS Bank aus Bochum, sprang ein und übernahm die Ökobank.

 

Welche Ökobanken gibt es in Deutschland?

Wer nicht unbedingt eine Ökobank Aktie möchte, kann sich teilweise als Mitglieder eine Genossenschaft an Ökobanken beteiligen, so wie an der GLS Bank aus Bochum. Es gibt mittlerweile eine relativ große Zahl an Ökobanken, Umweltbanken oder Ethikbanken in Deutschland. Die wichtigsten sind sicherlich die größte europäische Ökobank, die Triodos, die größte deutsche Ökobank, die GLS Bank, und die Umweltbank AG sowie die Ethikbank, eine Zweigniederlassung der Volksbank Eisenberg eG.

 

Hier die vollständige Liste aller Ökobanken in Deutschland (Fehlen welche? Bitte uns über das –> Kontaktformular melden!):

Ökobank Zielgruppe
Bank für Kirche und Caritas Mitglieder kirchlicher Einrichtungen sowie kirchliche Einrichtungen
Bank für Kirche und Diakonie – KD Bank Alle
Bank für Orden und Mission Alle
BiB Bank im Bistum Essen Mitglieder kirchlicher Einrichtungen sowie kirchliche Einrichtungen
DKM Darlehnskasse Münster Mitglieder kirchlicher Einrichtungen sowie kirchliche Einrichtungen
Ethikbank Alle
Evangelische Bank Mitglieder kirchlicher Einrichtungen sowie kirchliche Einrichtungen
GLS Bank Alle
Pax Bank Mitglieder kirchlicher Einrichtungen sowie kirchliche Einrichtungen
Steyler Ethik-Bank Alle
Tomorrow Bank Alle
Triodos Bank Alle
UmweltBank Alle

 

Für wen Einzelinvestments in Ökobanken Sinn machen

Neben der Investition in einen Ökobank Aktie gibt es noch die Möglichkeit, Genossenschaftsanteile zu erwerben. Meist geht das aber nur für Kunden der Bank, es wird also meist nur denjenigen ermöglicht, die vielleicht ein Girokonto oder einen Kredit der Bank haben. Die GLS Bank beispielsweise zahlt zwischen einem und drei Prozent Dividende, Kursgewinne sind üblicherweise nicht vorhanden (es findet kein Börsenhandel der Anteile statt).

Ansonsten bleibt derzeit nur die Umweltbank AG Aktie, die schon ober näher beleuchtet wurde. Ein grundsätzliches solides Investment für Menschen, die sich mit der Aktie intensiver auseinandersetzen. Mit einer Marktkapitalisierung von nur gut 300 Millionen Euro aber ein Mikrocap, also eine Kleinstaktie, die schnell Spielball der Marktkräfte werden kann.

 

Was die Alternative?

Wem die Auswahl an Ökobank Aktien zu „eng“ ist, sollte breiter gefächert investieren. Es sollten dabei unbedingt nachhaltige Anlagen sein, denn nur damit tust Du etwas für Deinen Geldbeutel und für die Zukunft von Mensch und Natur. Möglicherweise thematisch in ETF’s für Umwelttechnologien oder auch breiter aufgestellt. Wer nicht ständig dran bleiben möchte kann sich das über unseren kostengünstigen Robo-Advisor abnehmen lassen. Übrigens bekommt ihr nach Beantwortung einiger Fragen auch schon nach kurzer Zeit Eure passende Anlagestrategie.

 

 


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5. Juni 2020

Zusammenfassung: Der Investmentansatz von klimafonds.de mit der Ausrichtung auf tatsächlich nachhaltige Aktien, den eher teureren, aber dafür wirklich in die Umweltaktien investierenden physisch replizierenden ETF’s und dem pure-passive Ansatz steht für langfristig überlegene finanzielle Ergebnisse. Doch wie hat sich unser Ansatz in der Corona-Krise geschlagen? Brokervergleich.de hat viele Robo-Advisor verglichen.

Die Ergebnisse

Robo-Advisor 20.2. bis 6.4.2020 1 Jahr

(31.3.19 bis 31.3.20)

2 Jahre

(31.3.18 bis 31.3.20)

(Sortierreihenfolge)

Investify -13,5% -2,9% 0,6%
klimafonds.de -15,3% -3,4% 0,01%
Fintego -13,9% -6,3% -0,5%
Visualvest -12,7% -5,3% -1,2%
Growney -3,5% -6,9% -3,5%
Whitebox -14,1% -6,4% -4,1%
Easyfolio -16,3% -8,3% -5,0%
Quirion -16,0% -9,0% -5,8%
Sutor Bank -17,6% -13,7% -13,5%
Scalable Capital -24,8% -17,2% -14,5%

Das Internetportal Brokervergleich.de testet seit 1. Mai 2015 das Feld der Robo-Advisors. Der Portalbetreiber investiert echtes Geld in Strategien mit mittlere Risikoneigung. Die genannten Renditen in der Tabelle sind entsprechend Depots unter Realbedingungen, also nach Abzug von Kosten und Steuern.

 

 


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5. Juni 2020

Zusammenfassung: ETF’s für Umwelttechnologie sind spätestens seit den Greta-Protesten in aller Munde. Wir haben die beiden besten ETF’s für Klimaschutz und Umwelttechnologien für Euch gefunden und auf Herz und Nieren überprüft. Für mich steht fest, dass nur der iShares Global Clean Energy wirklich sinnvoll ist.

 

Im Überblick: iShares Global Clean Energy ETF und Lyxor New Energy ETF

 

iShares Global Clean Energy UCITS ETF Lyxor New Energy UCITS ETF
Thema ETF Umwelttechnologie ETF Umwelttechnologie
WKN A0MW0M LYX0CB
Auflagedatum 06.07.2007 10.10.2007
Fondsvolumen 739,74 Mio. USD 289,58 Mio. EUR
Fonds-Währung US-Dollar Euro
Laufende Kosten 0,65 % p.a. 0,60 % p.a.
Ausschüttungsart (thesaurierend / ausschüttent) ausschüttend ausschüttend
Replikationsmethode Physisch (Vollständige Replikation) Synthetisch (Unfunded Swap)
Abgebildeter Index S&P Global Clean Energy Index World Alternative Energy Total Return Index
Indexkurzbeschreibung 30 globale Unternehmen
Engagement im Sektor der sauberen Energie
Die 40 weltweit größten Unternehmen, die in den Bereichen erneuerbare Energien, dezentrale Energien oder Energieeffizienz tätig sind und mindestens 40% ihres Umsatzes mit alternativen Energiequellen erzielen.
Wertentwicklung 3 Jahre
(Stand: 26.5.2020)
+44,05 Prozent
+37,73 Prozent

 

Die wesentlichen Unterschiede der Umwelttechnologie Fonds

Beide ETF’s setzen grundsätzlich auf das Thema Klimawandel und sind damit ETF’s für Umwelttechnologie, das wohl wesentlich Umwelttechnologie-Gebiet unserer Zeit. Erstaunlicherweise wurden beide bereits zeitgleich 2007 auf den Markt gebracht und haben deshalb schon eine lange Histrorie aufzuweisen. Auch die jährlichen Kosten sind mit 0,65% (iShares) gegenüber 0,60% (Lyxor) sehr nahe beieinander.

Kommen wir nach all den Gemeinsamkeiten zu den Unterschieden. Der nur unwesentlich teurere iShares setzt nämlich auf die „saubere“ Methode und bildet seinen Index 1:1 ab, es werden also alle Aktien des Index gekauft. Es wird auch auf Sampling verzichtet, also dass man statt alle Aktien eines Indizes nur eine Auswahl aufnehmen würde unter den Annahme, das dieses „wesentlichen Aktien“ schon den Index gut genug abbilden würden.

Für den Anleger bedeutet das: Wer in den iShares Global Clean Energy investiert, legt sein Geld auch tatsächlich in Umwelttechnologie-Aktien an.

Anders beim Lyxor New Energy ETF. Dieser ETF setzt auf eine Replikation des Indexes in dem auf andere Wertpapiere gesetzt wird, die aber durch – häufig intransparente – Swap- und Derivate-Geschäfte den eigentlichen Index nachbilden sollen. Gelingt das, bekommt der Anleger zumindest die Wertentwicklung des zu Grunde liegenden Erneuerbare Energien Index. ABER: Der Anleger investiert überhaupt nicht in die „sauberen“ Aktien, er vergibt sein Geld also gar nicht an Unternehmen, die vielleicht Windräder oder Energiespeicher herstellen, sondern an ganz andere.

Ich habe mir den letzten Bericht des Lyxor New Energy angesehen: Statt in saubere, zukunftsgewandte Unternehmen wird dort das Geld angelegt in:

  • Toyota (Autohersteller)
  • Peugeot (Autohersteller)
  • Christian Dior (Luxusgüter-Konzern)
  • Bayer AG (u.a. Anbieter von Glyphosat)
  • etc.

Für den ethisch-ökologisch orientierten Anleger also eine Mogelpackung. Die Wertentwicklung wird abgebildet – aber das Geld wird definitiv nicht ethisch-ökologisch sinnvoll angelegt, es fließt auf keinen Fall in Unternehmen, die etwas Gutes für den Umwelttechnologien tun.

Dass für die nur synthetische Replikation des Indizes praktisch die gleichen Kosten anfallen wir für die tatsächliche, physische Replikation bei iShares, ist ein zusätzlicher Minuspunkt.

Die ökologische Wirkung

Wer in ETF Umwelttechnologie investiert, möchte die erwartet positive Wertentwicklung im diesem Bereich nachvollziehen, in den meisten Fällen möchte er aber auch, dass sein Geld tatsächlich in Aktien von Unternehmen wie Vestas (Windrad-Marktführet) oder FirstSolar (PV-Module) fließt. Nur so haben die richtigen Unternehmen auch etwas von der bewussten Geldanlage des Investors.

Das ist beim iShares Global Clean Energy gegeben. Er kauft die Aktien der gewünschen Unternehmen, stützt damit deren Aktienkurs und motiviert andere Investoren als auch die Mitarbeiter dieser Unternehmen.

Ganz anders beim Lyxor New Energy ETF. Er investiert das Geld in Luxusgüteranbieter, Autohersteller oder Anbieter von Chemie für die Landwirtschaft – lediglich die Wertentwicklung der zukunftsträchtigen Aktien wird über Swaps dargestellt. Hier entsteht absolut keine ethisch-ökologische Wirkung.

Rendite der beiden ETFs Umwelttechnologie

Man würde ja eine etwa gleiche Rendite – immerhin haben bei ETF’s das gleiche Investitionsthema und gleiche Kostenstrukturen. Und tatsächlich, in der jüngeren Vergangenheit, im 3 Jahresvergleich, ist die Entwicklung nicht identisch, aber sehr ähnlich:

Alle Angaben ohne Gewähr, Chart comdirect.de, 3-Jahresvergleich

Im Langfristvergleich liegt der Lyxor vorne, was jedoch noch stark in den sehr hohen Volatilitäten der Erneuerbare-Energien-Unternehmen zu Beginn der Entwicklung zu begründen ist. Mittlerweile ist dieser Markt reifer geworden und die Entwicklungen sind besser kalkulierbar; entsprechend sind auch die Wertentwicklung der beiden ETF’s sehr ähnlich geworden.

ETF Umwelttechnologie: Mein Fazit

Zunächst bleibt festzustellen, dass die Auswahl an Umwelttechnik ETF’s in Deutschland sehr klein ist. Ca. 20 Investmentfonds stehen aktuell nur 2 ETF’s gegenüber. Aber das reicht dem Grunde nach, denn die Kosten als auch die Wertentwicklung bei beiden sind sehr ähnlich.

Mein Fazit ist eindeutig: Bei ETF’s im Bereich Umwelttechnologie sollte man nicht nur auf die Wertentwicklung, sondern auch auf die steuernde Wirkung seiner Geldanlage achten. Dieses Kriterium wird nur vom iShares Global Clean Energy erfüllt, der auch klar meine erste Wahl ist.

Im Rahmen unseres Roboadvisors decken wir den Bereich der ETF Umwelttechnologie deshalb auch ausschließlich mit dem iShares Global Clean Energy UCITS ETF ab.

 

 

 

 


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6. Mai 2020

Die Corona-Krise hat die Erde in praktisch allen Regionen und Ländern getroffen. Weitgehend unvorbereitet wussten sich die Regierungen nicht mehr anders zu helfen, als den Shutdown des öffentlichen Lebens, in vielen Ländern auch der Industrie, anzuordnen.

Auch die Börsen gingen auf Talfahrt und verbuchten die größten Wochenverluste seit der Finanzkrise 2008.

 

Wer hier falsch reagierte konnte sein Depot kräftig schröpfen und Verluste von der Hälfte seines Depots verbuchen.

 

Doch wie performten die Musterdepots von klimafonds.de in der Corona-Krise seit 1.1.2020?

 

Performance MD Sicherheit

 

Mit einem aktuellen Minus von unter 5 Prozent ist das Sicherheitsdepot seinem Anspruch gerecht geworden. Selbst in der Spitze blieb der Verlust mit 10 Prozent verträglich (zum Vergleich: Deutscher Aktienindex DAX minus 32 Prozent im gleichen Zeitraum).

 

Performance MD Balance

 

Das Musterdepot Balance hat eine höher langfristige Renditeerwartung und entsprechend eine höhere Schwankungsbreite als das MD Sicherheit. Lehrbuchgemäß liegt es mit -7,20 Prozent seit Jahresbeginn auch niedriger und hatte mit minus 15 Prozent auch einen höheren maximalen Verlust gegenüber dem Jahresbeginn (DAX: minus 32 Prozent maximal).

 

Performance MD Wachstum

 

Auch das Musterdepot Wachstum verhält sich wunschgemäß: den höchsten Renditeerwartungen (langfristig) stehen die höchsten Wertschwankungen gegenüber. Im konkreten Fall sind das -10,1 Prozent seit Jahresbeginn oder -23 Prozent in der Spitze (DAX in der Spitze: -32 Prozent).

 

Zusammenfassung

 

Bisherige Entwicklung in 2020 Maximaler Verlust in 2020 gegenüber 1.1.2020 langfristige Renditeprognose
MD Sicherheit -4,97% -10% 1% bis 3%
MD Balance -7,20% -15% 4% bis 7%
MD Wachstum -10,10% -23% 5% bis 8%
DAX -22,00% -32% 6% bis 8%

 

 


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28. April 2020

Das Coronavirus anzugehen, ohne die Krisen des Klimawandels und der Biodiversität zu beachten, wäre ein Fehler, angesichts der Art und Weise, wie alle drei miteinander verbunden sind, sagte ein Experte für den Schutz von Wildtieren in „Axios auf HBO“.

 

 

Wenn wir den Zusammenhang nicht erkennen, werden wahrscheinlich noch mehr schwer zu bekämpfende Krankheiten vom Tier auf den Menschen überspringen, sagte Joe Walston von der Wildlife Conservation Society in einem Interview.

 

 

Der Kontext: Viel Aufmerksamkeit hat sich auf die Märkte in China konzentriert, bei denen viele Wildtiere dicht beieinander gehalten und zum Verzehr an den Menschen verkauft werden. Obwohl Krankheiten auch in anderen Umgebungen von Tieren auf den Menschen übertragen werden können, so Walston, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der Übertragung, wenn die Tiere aus ihrem natürlichen Lebensraum herausgenommen und unter Stress und in die Nähe anderer Tiere gebracht werden, erheblich.

 

 

Die Schliessung solcher Märkte würde es für Viren wie SARS-CoV-2, die COVID-19 verursachen, viel schwieriger machen, vom Tier auf den Menschen zu überspringen, sagte er.

 

Mehr als eine Milliarde Menschen erkranken jedes Jahr an Krankheiten, die mit Tieren zusammenhängen, sagte Walston. Viele der jüngsten schweren neuen Krankheiten stammten von Tieren.

 

 

Die Entnahme von Wildtieren aus ihrer Umwelt stört ihre heimischen Ökosysteme, was der biologischen Vielfalt schadet und den Klimawandel verschärft, fügte er hinzu.

 

 

„Wenn man Elefanten aus den Wäldern Zentralafrikas entfernt, hat man den wichtigsten Samenverbreiter und den wichtigsten Gärtner dieses Systems entfernt, und die Wälder beginnen sich zu degradieren“, sagte er.

 

 

Walston schlug vor, dass dieser gefährliche Moment für die Menschheit ein Wendepunkt in allen drei Krisen sein könnte, wenn wir die Warnung beherzigen.

 

 

„Es ist traurig, dass Menschen vor den Haustüren der Menschen sterben müssen, dass Menschen in ihren Familien sterben müssen, dass dieser Weckruf erfolgt, der immer unweigerlich später erfolgt, als er erfolgen muss. Aber ich glaube, dass die Welt jetzt begreift, dass es sich um Umweltprobleme handelt, und dass sie sich wiederholen werden, wenn wir nichts unternehmen.“

 

Das Fazit: Die Corona-Krise könnte sich leicht wiederholen und verschärfen, wenn wir keine geeigneten Maßnahmen ergreifen.

 

 

„Wir haben die volle Macht, praktisch alles zerstören zu können“, sagte Walston.

 


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8. April 2020

„Es kommt nicht überraschend, dass Riester-Verträge im Crash wieder auffallen. Das Problem wird nun zum zweiten Mal offenbart“, wird Niels Nauhauser, Abteilungsleiter für Altersvorsorge bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg im Handelsblatt vom 8. April 2020 zitiert. Wie schon in der Finanzkrise 2008 wurden auch in der Corona-Krise Milliarden Euro in geförderten Riesterverträgen von Aktien in Anleihen umgeschichtet. Die als besonder rentierlich beworbenen Fondsparpläne wie DWS Riester Rente Premium oder ähnliche Ansätze von Union Investment (Volks- und Raiffeisenbanken) oder Deka (Sparkassen) begehen in solchen Zeiten irrsinnge Fehler in der Asset Allocation und drücken die Renditen für Anleger auf null Prozent.

 

Der Hintergrund: Das Problem Kapitalgarantie

Der Gesetzgeber wollte bei der Riester-Rente das hohe Sicherheitsbedürfnis der deutschen Anleger befriedigen und hat eine sogenannte Kapitalgarantie eingebaut. Das bedeutet, dass aus einem Riester-Vertrag zu Beginn der Rente mindestens das insgesamt eingezahlte Kapital wieder zur Verfügung stehen muss, also mindestens eine Rendite von Null Prozent erzielt werden muss.

 

Das war bei Einführung der Riester-Rente 2002 und den damaligen Zinssätzen noch vertretbar (wenn auch damals schon nicht sinnvoll), denn die Kapitalgarantie muss immer mit Zinsprodukten erreicht werden. Niedrige Zinsen machen die Garantie teuer.

 

Mittlerweile ist die Kapitalgarantie durch die extrem niedrigen Zinsen eine absolute Belastung für die Riesterverträge geworden und verhindert schon in normalen Zeiten ordentliche Renditen. In Crash-Zeiten vernichtet sie die Rendite einiger Riesterprodukte praktisch komplett.

 

Wieso Riester-Fondssparpläne so stark betroffen sind

Riestersparen kann über verschiedene Durchführungswege gemacht werden, unter anderem über Banksparpläne, Bausparverträge, Abzahlung von Immobilienkrediten, Versicherungen oder eben über Fondssparpläne.

 

Die meisten Durchführungswege sind wegen der exrem niedrigen Zinsen kaum noch interessant. Man versucht deshalb, dass man die langfristig hohen Renditen der Aktienmärkte auch in Riester-Produkten nutzen kann.

 

Das geht zum einen über fondsgebundene Versicherungsverträge und zum anderen über Fondssparpläne in Aktienfonds. Beide müssen jedoch die Kapitalgarantie darstellen.

 

Bei den Versicherungen wird dazu das Anlagevermögen des Riester-Vertrages in 2 Töpfe aufgeteilt. Der erste Topf enthält Geld, das mit dem Garantiezins (aktuell 0,9% bei fast allen Gesellschaften) hochgerechnet wird und das so berechnet wird, dass es zum Rentenbeginn mindestens die Beitragsgarantie erreicht. Das übrige Geld sowie die Überschüsse aus dem ersten Topf, der regelmäßig höhere Renditen erreicht als der Garantiezins ist, werden in Aktienfonds angelegt. Dieses Sytem läuft unabhängig vom Börsengeschehen und stellt auch in Crash-Zeiten kein Problem dar.

 

Anders bei den Fondsgesellschaften, allen voran der Deutschen Bank Tochter DWS mit ihren rund 700.000 Riesterverträgen, der Genossenschaftlichen Union Investment oder der Sparkassenorganisation Deka. Dort wird die Kapitalgarantie über, für den Anleger nicht transparente, Algorithmen und Kapitalanlagestrategien gesteuert. Das Versprechen: Die Fondsgesellschaften würden die Verteilung des Anlegergeldes zwischen Aktien, Anleihen und sonstigen Wertpapieren automatisch so steuern, dass das Kapital garantiert ist und trotzdem gute Renditen erzielt würden.

 

Wer sich mit Kapitalanlagen beschäftigt weiß, dass das die Quadratur des Kreises wäre. Und genau daran scheitert das System, besonders in Crash-Zeiten. Extremes Beispiel ist das Finanz-Startup Fairr, das in dieser Situation alle Aktien-ETF’s in den Riesterverträgen verkaufte und nun 90 Prozent in Liquidität und 10 Prozent in Anleihen hält. Das ist extrem und widerspricht allem, was ausgezeichnete Investoren immer lehren. Der viel zitierte, seit Jahrzehnten erfolgreiche US-Investor Warren Buffet: „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind“. Jetzt sind die Zeiten um Aktien zu halten und Aktien zu kaufen!

 

Was tun wenn man einen Riester-Fondsparplan hat?

Über 3 Millionen Deutsche riestern über einen Fondsparplan. Das geschilderte Problem kostet extrem Rendite und führt über die Jahre mit einem hohen Risiko zu einer Anlagerendite von null Prozent. Da aber der Anleger selbst meist nur einen Teil seiner Beiträge zahlt, der Rest vom Staat eingezahlt wird, sichert er sich trotzdem noch eine Verzinsung auf das nur von ihm eingesetzt Kapital.

 

Trotzdem: es geht besser; aus unserer Sicht mit Fondsparplänen in auf Versicherungen basierten Riester-Verträgen. Wer noch längere Zeit in seinen Riestervertrag einspart (15 Jahre oder länger), sollte den Wechsel prüfen.

 

Wer einen neuen Riestervertrag abschließt, muss sich der Risiken der intransparenten Fondssparpläne bewusst sein. Unsere Empfehlung sind aktuell ethisch-ökologisch anlegende Riester-Rentenversicherungen. Wer auf die Zuschüsse in den Riesterverträgen verzichtet, kann auch ohne Förderung aufgrund der niedrigeren Kosten und dem Verzicht auf die Kapitalgarantie mit normalen Ansparplänen in ETF’s oder Fonds ähnliche Ergebnisse erzielen. Dabei bleibt er flexibel und spart sich die komplizierten Riester-Regelungen (keine Beleihung, keine Vererbbarkeit, hohe Besteuerung in der Rentenphase, lohnend nur bei sehr langer Lebensdauer, etc.).

 

 

 

 

 

 

 

 

 



9. März 2020

Keine rosigen Zeiten für Anleger. Geopolitische Spannungen, Handelskrieg zwischen Supermächten, Wachstumsschwäche, Rezessionsängste und objektiv rarer gewordene Renditeaussichten an den Kapitalmärkten machen Orientierung schwer. Der wohl am weitesten verbreitete Rat: globale, breite Diversifikation. Sie halten es mehr mit der Strategie des konzentrierten Portfolios. Taugt also in Ihren Augen der Rat zu einer maximalen Diversifikation nichts?

Markus Novak, Alliance Bernstein: Das eine schließt ja das andere nicht aus. Auch wir sind der Meinung, man muss gerade in solchen Zeiten diversifizieren. Die Kernfrage lautet aber: Wie viele Titel brauche ich wirklich, um hinreichend zu diversifizieren? Und:Welche Titel in einem Portfolio haben welchen Effekt auf den Tracking Error? Es gibt nach unserer Auffassung eine Grenze, ab der es nicht mehr sinnvoll ist, weiter zu diversifizieren, weil sich die damit verbundene Absicht und die Erwartung der Risikominimierung nicht realisieren lassen im direkten Vergleich mit einem konzentrierten Portfolio weniger vom Richtigen ist oft mehr.


Nun gibt es aber im Markt durchaus Angebote, die Diversifikation auf die Spitze treiben und in einem Fonds Tausende Titel allokieren.
Und die hatten schon in den Krisenjahren nach 2008 durchaus Erfolg, hatten selbst in diesen Jahren Nettomittelzuflüsse, während die Branche kollektiv litt. Auch die Performance muss sich bis heute nicht verstecken. Die Frage bleibt also: Was denn nun? Fokussierung auf wenig oder breiteste Diversifikation?


Novak:
Wir sind ein relativ großes Haus mit Assets in Höhe von fast 600 Milliarden US-Dollar, investiert in einer Vielzahl unterschiedlicher Produkte. Neben den konzentrierten Portfolien haben wir durchaus Lösungen im Haus, die sehr breit diversifiziert sind. Das heißt, wir überblicken durchaus den Horizont von konzentriert bis breitest diversifiziert. Unsere Investmentphilosophie präferiert aber den Ansatz des konzentrierten Portfolios. Mark Phelps, Chief Investment Officer und zuständig für Concentrated Global Growth, sagt immer: „Ich weiß lieber viel von wenig als wenig von viel.“ Sie haben ja gerade die Zeit unmittelbar nach der Finanzkrise angesprochen . Wir haben bei unseren Produkten einen so langen Track Record, dass wir auch mit den konzentrierten Produkten schon nachweisen können, dass sie unmittelbar nach der Finanzkrise gut gelaufen sind, also in den Jahren 2008, 2011, 2015 – den Börsenjahren, in denen es größere Verwerfungen gab.

Das heißt also, Sie sind nicht in Beweisnot, in diesen jeweils schwierigen Zeitfenstern positive Performance für Ihre konzentrierten Portfolien nachzuweisen?


Novak:
Im Gegenteil! Wir haben es mit unseren konzentrierten Portfolien geschafft, die jeweilige Referenzbenchmark gerade auch in diesen Krisenjahren deutlich outzuperformen. Die  Outperformance gegenüber den jeweiligen Benchmarks lag gerade in diesen Krisenjahren in der Größenordnung von 3 % bis 4,5 % in dem jeweiligen Jahr. Viele Anleger haben ja immer so ein Bauchgefühl. wenn sie „konzentriertes Portfolio“ hören: In positiven Märkten laufen die meistens besser als der Markt, mit dem Umkehrschluss, wenn es mal nach unten geht, verlieren diese stärker. Gerade Letzteres ist nicht der Fall. Konzentrierte Portfolien haben gerade in den Abwärtsphasen eine große Stärke bewiesen. Das können wir tatsächlich in Zahlen nachweisen.


Dann lassen Sie uns darüber sprechen, was ein konzentriertes Portfolio als Investmentstrategie wirklich ist und wie man überhaupt mit wenigen Einzeltiteln eine globale Diversifikation, deren Notwendigkeit ja unbestritten ist, darstellen kann.


Novak: Es
gibt wissenschaftliche Untersuchungen darüber, wieviele Titel man tatsächlich in einem Portfolio benötigt, um wirkungsvoll breit zu streuen. Ergebnis: In der Größenordnung von 20 bis ungefähr 35,40 Titel finden Sie in aller Regel die ideale Kombination für eine wirkungsvolle Diversifikation.Wenn Sie 100 oder mehr Titel allokieren, ist der Einfluss dieser größeren Diversifikation auf den Tracking Error nicht mehr signifikant und maßgebend. Also reicht eine kleinere Anzahl an Titeln tatsächlich, um eine ausreichende Streuung zu bekommen – an Sektoren, an Ländern, an einzelnen Branchen oder entsprechenden Subbranchen. Also, man spricht generell von konzentrierten Portfolien, wenn sie unter 50 Titel beinhalten, unser globales Portfolio
beinhaltet aktuell 33
Titel. Es gibt auch vergleichende Untersuchungen, wie konzentrierte Portfolien in steigenden wie in fallenden Marktphasen generell reagiert haben. Danach haben sich Portfolien mit einer Titelanzahl von weniger als 50 im Vergleich mit größeren Portfolien oder sogar mit passiven Instrumenten in den Aufwärtsphasen einen Tick besser entwickelt und in den Abwärtsphasen waren sie deutlich robuster. Aber es ist nicht allein die Konzentration per se. Es kommt auch auf das WAS, die Selektion an.

 

 


Wie gelingt es Ihnen denn, bei einem so eng selektierten Universum spezifische Themen abzubilden wie zum Beispiel unumkehrbare Megatrends, Demografie und Infrastruktur oder das Thema Digitalisierung? Findet man das in einem  konzentrierten Portfolio auch, gibt es dafür Raum?


Novak: Ja
, es gibt dafür Raum.Wenn wir unser globales konzentriertes Portfolio anschauen, werden Sie feststellen: Wir haben ungefähr zu 25 %im weitesten Sinne Technologie mit allen Subbranchen darin. Im Technologie- und auch im Pharmabereich fangen Sie durchaus viele dieser Megatrends und Megathemen ein, weil sie diese Branchen treiben. Der entscheidende Aspekt ist aber ein anderer: Wir kaufen nur Titel, bei denen wir der Meinung sind, die werden in einem Zeitraum der nächsten fünf Jahre ein Mindestgewinnwachstum von 10 % pro Jahr haben.
Also, wir schauen auf das Umsatzwachstum, aber auch sehr stark auf das Gewinnwachstum. Wir schließen irrationale Kurs-Gewinn-Verhältnisse, wie man sie zuhauf vor der Finanzkrise gesehen hat – hohe Kurse, kein Gewinn, aber Trendtitel- konsequent aus.

Dann beschreiben Sie uns doch mal kurz Ihren Analyse- und Investmentprozess auf dem Weg zu einem konzentrierten Portfolio?


Novak: Wir
sind der Überzeugung, dass nachhaltiges Gewinnwachstum über viele Jahre – also wirklich über einen langen Zeitraum – dann auch zu nachhaltig besserer Performance führt. Wir haben in unserem Investmentprozess einen vierstufigen Selektionsfilter. Aus einem großen Universum wir sprechen hier von ungefähr 2.500 Titeln, die uns zur Verfügung stehen – selektieren wir zunächst quantitativ nach der Marktkapitalisierung, z.B. bei unserem globalen Produkt betrachten wir nur Titel mit einer Mindestgröße von 2 Mrd. Marktkapitalisierung. Dann schauen wir
uns das Gewinnwachstum an. Haben die es tatsächlich  geschafft, ein Gewinnwachstum zu erzielen von mehr als 10 %p. a.? Dann schauen wir auch auf Faktoren wie Return on Investment. In dieser ersten Stufe reduzieren wir das Universum auf ca. 250 Titel. Dann gehen wir etwas mehr in die Tiefe der betriebswirtschaftlichen und bilanziellen Analyse, berücksichtigen auch ESG-Faktoren . Am Ende des Tages reduzieren wir auf ca. 100 bis 110 Titel für die dritte Selektionsstufe. Für diese 100 bis 110 machen wir seit vielen Jahren – konzentrierte Portfolien gibt es bei uns schon seit 1975 – für jeden einzelnen Titel eine fünfjährige Gewinnprognose. Die Maßgabe ist: mindestens 10 %Gewinnwachstum pro Jahr. Wir ermitteln somit einen Gewinn der Aktie von heute an gerechnet im Jahr 2025. Dann fragen wir uns: Was trauen wir denn dem Titel an GKV zu? Dabei haben wir eine Bandbreite von 80 bis 200 %. Diese Prognosen verkleinern ein weiteres Mal das Anlageuniversum. Und nun kommt die vierte Selektionsstufe: Wir haben die KGV- und Gewinnprognosen im 5-Jahres Horizont. Über einen einfachen Dreisatz lässt sich dann der Kurs in z. B. 2025 ermitteln. Den zinsen wir ab auf das heutige Niveau und erhalten damit einen „fairen Wert“ für diesen Titel aus heutiger Sicht, den wir mit dem aktuellen Börsenkurs vergleichen. Wenn der „faire Wert“  über dem aktuellen Kurs liegt, ist der Titel für uns grundsätzlich interessant. Und dann kommen die ins Portfolio, die die billigsten, also offensichtlich aktuell
unterbewertet sind. Bei mehreren Titeln aus einer Branche entscheiden wir uns für einen, maximal zwei, die in Summe die beste Prognose haben. Dieser Prozess ist über die Jahre unverändert, d.h. die Performance ist immer nur so gut wie es unser Analyseprozess über die letzten 35 Jahre war. Das klingt eigentlich einfach, man sagt immer, das kann jeder nachbilden, aber die Qualität, die den Unterschied macht, liegt in den Analyse- und Research-Teams, die für die Gewinnprognose verantwortlich sind. Und da gibt uns der Erfolg recht.


Welches der Selektionskriterien ist am Ende der wesentliche Performancetreiber in Ihrem Konzept?


Novak:
Der wesentliche Performancetreiber ist das Gewinnwachstum. Es gibt übrigens dazu eine interessante Studie. Die nach Marktkapitalisierung größten 1.000 Unternehmen wurden danach untersucht. welche es über die letzten 20 Jahre geschafft. haben, über 1,3 und 5 Jahre rollierend tatsächlich 10 % Gewinnwachstum zu realisieren, und es wurde festgestellt dass das Gewinnwachstum nicht nur der Treiber für dieWertentwicklung war, sondern die Outperformance dieser Titel bei  durchschnittlich 2,8 % lag. Und das ist übrigens genau die Outperformance, die das Concentrated Global Equity Portfolio unseres Hauses über die letzten Jahre zum Index erzielt hat Das eine ist die Theorie, das andere ist die Realität.

 

Fonds werden für Investoren gemacht. Wer ist der typische Anleger für Ihre Philosophie des konzentrierten Portfolios?


Novak: Das Konzept eignet sich natürlich eher für Leute, die sagen: „Ich suche ein langfristiges Aktieninvestment, bin möglichst hoch investiert, d.h., meine Cashquoten liegen irgendwo zwischen 3 und 4 %“. Also Privatanleger, die langfristig investiert sein und den Index schlagen wollen. Es eignet sich sowohl für Sparer mit Einmalanlagen, aber genauso für jegliche Art von Sparplänen – jedenfalls mit dem längeren Anlagehorizont. Es gibt da auch nicht unbedingt die Frage des „richtigen“ Timings. Also, wenn wir gefragt werden: „Wann ist denn der richtige Zeitpunkt, so ein Produkt zu kaufen?“, sagen wir: Es gibt eigentlich kein Timing, weil wir ja immer auf dieses Thema des Gewinnwachstums der nächsten fünf Jahre sehen. Also, der Einstiegszeitraum ist eigenthch immer der richtige.


Sie nannten das Stichwort schon: ESG. Wie definieren Sie ESG im Hier und Heute und bilden es in Ihrem Konzept ab? Und könnte es sein, dass gerade für ein konzentriertes Portfolio künftig zu wenige die Performance treibende Adressen übrigbleiben? Haben Sie da Zuversicht oder sind Sie da eher nervös?


Novak: Für uns ist das kein Modethema und wir sind auch nicht nervös. ESG ist in vielen unserer Produkte schon lange enthalten, auch wenn sie per Definition keine sustainable Produkte sind.Das Concentrated Global Equity Portfolio ist ein ganz normaler Long Only-Aktienfonds, beinhaltet aber tatsächlich ESG-Kriterien. Wir haben schon immer Ausschlusskriterien: Rüstungsgüter, Kohlebergbau, fossile Brennstoffe, Tabak. Das ist per Prospekt ausgeschlossen. Und wir berücksichtigen schon heute weitere ESG-Faktoren, zum Beispiel über MSCI oder Sustainalytics, als Teil unseres Selektionsprozesses und harte Ausschlusskriterien,wenn wir von 250 Titeln auf ca. 100 runtergehen. Außerdem: Das Kriterium 10%iges Gewinnwachstum schließt teilweise Branchen wie die Schwerindustrie aus. Wir halten de facto auch keine Öltitel – nicht,weil wir es per Prospekt ausgeschlossen haben, sondern über das Thema. Wir sehen ESG sogar eher als Performancetreiber, denn es dient der Risikovermeidung. Genügend Titel zu finden – kein Problem! Im Gegenteil: Wir zeigen bei den Titeln, die wir selektieren, sogar auf, wie die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen positive Effekte erzielt haben in einzelnen Unternehmen. Wir zeigen auf. wie der CO2-Footprint innerhalb des Portfolios und der ist de facto besser als der vergleichbare Index – deutlich besser. Also, ESG ist für uns ein ganz wichtiger Faktor und seit Langem fest verankert.

 

Herr Novak wir danken für das Gespräch.

 

 



15. Januar 2020

Rendite ist nicht alles, aber ohne Rendite ist alles nichts. Wer bei uns investiert möchte aktiv etwas für Mensch, Natur und Umwelt unternehmen, darf eine attraktive Rendite erwarten. Im Kalenderjahr 2019 konnten unsere Musterdepots wieder glänzen und Renditen von 24,98 Prozent (MD Wachstum), 16,67 Prozent (MD Balance) und 10,26 Prozent (MD Sicherheit) erzielen.

 

 

Musterdepot Sicherheit

 

Für sicherheitsbewusste Anleger gedacht, die wenig Wertschwankungen wünschen oder nur eine kurze Anlagedauer von 3 Jahren zur Verfügung haben, setzte das Musterdepot Sicherheit hauptsächlich auf Anleihen nachhaltiger Schuldner.

Die Performance im Jahr 2019 lässt sich sehen: 10,26 Prozent (–> direkt zum MD Sicherheit)

(Produktkosten sind abgezogen, Entgelte für die Wertpapierdienstleistung und Steuern müssen noch abgezogen werden).

 

Hier die Entwicklung seit Auflage:

Wertentwicklung MD Sicherheit seit Anfang 2016 (plus 17,87%, alle Angaben ohne Gewähr)

 

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Musterdepot Balance

 

Nach der Vorgabe des Musterdepots Balance legen alle ethisch-ökologischen Anleger an, die interessante Renditen bei überschaubaren Wertschwankungen suchen. Die empfohlene Anlagedauer beträgt 5 oder mehr Jahre, auch wenn natürlich auch hier die tägliche Kündigung möglich ist.

 

Die Performance im Jahr 2019: 16,67 Prozent (–> direkt zum MD Balance)

(Produktkosten sind abgezogen, Entgelte für die Wertpapierdienstleistung und Steuern müssen noch abgezogen werden).

 

Hier die Entwicklung seit Auflage:

 

Wertentwicklung MD Balance seit Anfang 2016 (plus 29,50%, alle Angaben ohne Gewähr)

 

Musterdepot Wachstum

 

Wer mindestens 7 Jahre Anlagedauer und die Nerven für größere Wertschwankungen mitbringt, erzielt mit dem MD Wachstum wahrscheinlich die langfristig höchsten Renditen.

 

Die Performance im Jahr 2019: 24,98 Prozent (–> direkt zum MD Wachstum)

(Produktkosten sind abgezogen, Entgelte für die Wertpapierdienstleistung und Steuern müssen noch abgezogen werden).

 

 

Hier die Entwicklung seit Auflage:

 

Wertentwicklung MD Wachstum seit Anfang 2016 (plus 43,79%, alle Angaben ohne Gewähr)

 

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