Wie Ihr Vermögen in 10 Jahren aussehen wird … und was es dann noch wert ist

4. Juli 2018

Zusammenfassung: Der Blick in die Zukunft ist spannend … besonders bei einem so wichtigen Thema wie den Finanzen. Doch wie kann ich realistisch abschätzen, wie sich mein Vermögen in den nächsten 10 Jahren entwickelt? Wir haben einfache Faktoren entwickelt, die Ihnen diesen Blick in die Zukunft erlauben.

 

 

 

Ist es der Traum vom vorzeitigen Ruhestand? Oder vom lang ersehnten Porsche? Oder geht es darum, mehr Sicherheit durch ein beruhigendes finanzielle Polster zu gewinnen? Oder möchten Sie einfach mal eine Projektion, wie sich Ihr Vermögen entwickeln sollte?

Ich wage den Blick in die Glaskugel und möchte Ihnen aus professioneller Sicht aufzeigen, wie sich Ihr Vermögen über einen Zeitraum von 10 Jahren entwickeln könnte.

Dabei gehe ich die wichtigsten Anlageklassen durch. Sie brauchen dann nur noch für sich ausrechnen, wieviel Kapital Sie in welcher Anlageklasse haben und es mit dem 10-Jahres-Faktor, den ich in jedem Kapitel benenne, multiplizieren.

Wichtig: Der 10-Jahres-Faktor lässt sowohl Steuern also auch Inflation außen vor! Deshalb zu Steuern und Inflation ein paar Vorüberlegungen in Kapitel 1.

[Die Kapitel sind verlinkt: klicken Sie auf eine Kapitelüberschrift und springen Sie direkt ins Kapitel]

Kapitel 1: Ihre Feinde – Inflation und Steuern
Kapitel 2: Bankanlagen
Kapitel 3: Bausparverträge
Kapitel 4: Klassische Lebens- und Rentenversicherungsverträge (inkl. Riester und Rürup)
Kapitel 5: Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungsverträge (inkl. Riester und Rürup)
Kapitel 6: Neue Lebensversicherungsverträge
Kapitel 7: Immobilien
Kapitel 8: Anleihen
Kapitel 9: Aktien
Kaptiel 10: Rohstoffe, Gold, Silber oder Diamanten
Kapitel 11: Ihre Berechnung

Ihre Feinde – Inflation und Steuern

Klar, wenn ich 5 Prozent Zinsen von der Bank in einem Jahr bekomme, werden aus zum Beispiel 100 Euro nach Zinsen 105 Euro werden.

Ich habe also 5 Euro hinzugewonnen; in der Fachsprache “nominal”.

Allerdings möchte der Staat an Zinserträgen partizipieren. Verständlich ausgedrückt: er zieht Steuern ein. Im Beispiel wäre das die Abgeltungssteuer, die natürlich noch um Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer zu ergänzen ist und damit rund 28% ausmacht. Von den 5 Euro bleiben nach Steuern also nur noch 72 Prozent übrig – das sind 3,60 Euro.

Allerdings ist der Euro in einem Jahr keinen Euro mehr wert … schließlich haben wir ja eine stetige Geldentwertung. Im Mai 2018 war diese in der Eurozone 1,9 Prozent. Ziehen wir also 1,9 Prozent von 103,60 Euro ab, dann bleiben 101,63 Euro übrig.

Nach Steuern und Inflation bleibt also ein realer Geldzuwachs von 1,63 Prozent in unserem Beispiel.

Die Steuern auf die Vermögenzuwächse sind äußerst unterschiedlich. Das betrifft sowohl die Höhe des Steuersatzes also auch den Zeitpunkt, wann die Steuern eingezogen wird. Wer einen langlaufenden Vertrag wird erstaunt sein, wie viel Geld es ihn kostet, wenn die Steuer jährlich abgezogen wird statt erst nach 30 Jahren. Denn in den 30 Jahren kann das unversteuerte Kapital viel mehr Zinseszins erzielen als das versteuerte. Als groben Daumenwert ziehen vielleicht 30% bis 40% vom Gewinn ab, um eine annähernd realistische Einschätzung zu erhalten.

Die Abschätzung der Inflationsrate in Deutschland über die nächsten 10 Jahre gleicht einem Roulettspiel. Das Ziel der Europäischen Zentralbank ist knapp unter 2 Prozent. Dieses Ziel wurde in den letzten 10 Jahren unterschritten. Durch die extrem lockere Geldpolititk (die EZB druckt seit Jahren frisches Geld), könnte jedoch auch ein Jahrzehnt deutlich höhere Inflationsraten bevorstehen. Wer es sich einfach machen will: Die EZB strebt kann unter 2 Prozent an und schafft das aktuell auch – gehen Sie einfach davon aus, dass die EZB das auch langfristig schafft und kalkulieren Sie mit 2 Prozent.

Bankeinlagen

Man sollte meinen, dass mittlerweile jeder die Situation erkannt hätte – die Banken können aufgrund des ultra-niedrigen Zinsniveaus in der Eurozone selbst auch keine hohen Zinsen zahlen. Doch weit gefehlt: 564 Milliaren Euro legen die Deutschen weiterhin auf Bankkonten an (Quelle: Statista).

Schauen wir uns einfach mal die Konditionen der größten deutschen nachhaltigen Bank an, der GLS-Bank. Der 7jährige Sparbrief wird dort mit 0,7 Prozent jährlich verzinst (Stand: 4.7.18). Längere Laufzeiten gibt es nicht. Der Zinsaufschlag vom 5jährigen zum 7jährigen Sparbrief beträg 0,2 Prozent, so dass man für 10 Jahre also 1 Prozent Verzinsung pro Jahr annehmen könnte.

Dabei werden die Zinsen zum Jahresende ausgezahlt (und natürlich versteuert). Sie hätten also das Problem, was Sie am Ende des Jahres mit den ausgezahlten Zinsen anfangen sollen; aber dieses Thema lassen wir hier außen vor.

Aus einem Euro Anlagesumme würden also mit Zinseszins 1,10 Euro nach 10 Jahren.

Ergebnis: Für alles Geld was Sie auf langfristigen Bankeinlagen angelegt haben, gilt der Faktor 1,1.

Beispiel: Sie haben 30.000 Euro langfristig angelegt. In 10 Jahren können Sie mit 30.000 Euro mal 1,1 = 33.000 Euro rechnen (vor Steuern und Inflation).

Bausparverträge

Der Bausparvertrag ist grundsätzlich eine nette Idee. Viele Anleger legen ihr Geld in einen Topf und erhalten dafür feste Zinsen. Nach einer gewissen Zeit, meist 7 Jahre, können Sie sowohl dieses Geld also auch einen Kredit aufnehmen (der aus den anderen Anlagegeldern Ihrer Bauspar-Genossen mitfinanziert wird).

Der Clou daran: Sowohl der Anlagezinssatz als auch der Kreditzinssatz (der ja erst in 7 Jahren zum Tragen kommt) werden bei Abschluss des Bausparvertrages festgelegt. Der spätere Bauherr kann also viel besser kalkulieren als normalerweise.

Allerdings schlagen bei Bausparverträgen auch Kosten zu buche: Meist 1 Prozent Abschlussgebühr – berechnet auf die Summe aus allen über die Jahre zu zahlenden Beiträgen UND auf das zu vergebende Darlehen. Kontoführung oder Bauspar-Magazine machen die Rechnung häufig noch ungünstiger.

Die Folge: Der Bausparvertrag lohnt sich finanziell nur dann

  • wenn auch wirklich gebaut wird
  • wenn der Kredit in Anspruch genommen wird
  • wenn das Zinsniveau bis der Kredit genommen wird deutlich steigt

Der Bausparvertrag ist also eine Versicherung gegen steigende Zinsen. Das kann sich lohnen, gerade in der aktuellen Phase. Andererseits dachte man in den letzten Jahrzehnten schon häufig, die Zinsen würden steigen – sie sind aber in Wirklichkeit immer weiter gefallen.

Nehmen wir einer etablierten und üblichweise gute Konditionen anbietenden Bauspargesellschaft wie die Signal Iduna lesen wir eine Guthabenverzinsung von 0,5 Prozent pro Jahr heraus.

Aus einem Euro Anlagesumme würden also mit Zinseszins 1,05 Euro nach 10 Jahren.

Fazit: Nutzen Sie Bausparverträge nur wenn sie das Bauspar-Darlehen wirklich nutzen möchten und steigende Zinsen erwarten.

Klassische Lebens- und Rentenversicherungsverträge (inkl. Riester und Rürup)

Mehr als in anderen Ländern lieben die Deutschen die klassischen Lebensversicherungen in all Ihren Varianten.

Der Grundgedanke gefällt unserem Sicherheitsdenken: wir erhalten bei der klassischen Lebensversicherung in jedem einzelnen Kalenderjahr Überschüsse gutgeschrieben. Phasen von Vermögensrückgang gibt es nicht – es gibt nur eine Richtung: nach oben.

Das Ganze hat allerdings auch einen Nachteil: die Verzinsung des eingesetzten Kapitals ist nicht üppig. Bei aktuellen Verträgen kann der Sparer auf eine Verzinsung seines eingezahlten Geldes von ca. 2 bis 3 Prozent bauen.

Ganz wesentlich in dieser Kalkulation ist Abschluss Ihres Vertrages, denn zum Abschlusszeitpunkt wird der garantierte jährliche Zins festgeschrieben. Bei heute abgeschlossenen Verträgen ist dieser 0,9 Prozent auf den Sparanteile (d.h. Einzahlungen minus Kosten). Früher war er bis zu 4,5 Prozent – wer einen solchen Vertrag sein Eigen nennt, kann sich freuen.

Wesentlich ist auch, ob der Vertrag vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurde. Kapitalerträge dieser Verträge sind nämlich noch gänzlich steuerfrei. Für später abgeschlossene Verträge gelten andere Regeln. Private Verträge werden mit Halbeinkünfteverfahren oder per Ertragsanteilsbesteuerung besteuert. Auszahlungen aus Riester- und Rürup-Verträgen sind wie gesetzliche Rente und betriebliche Altersversorgung komplett (also nicht nur die Erträge!) zu versteuern.

Das alles macht die Berechnung eines Faktors nicht leichter, näherungsweise können wir für den Blick auf die nächsten 10 Jahre jedoch mit einer Verzinsung von 3 Prozent rechnen.

Aus einem Euro Anlagesumme würden also mit Zinseszins 1,34 Euro nach 10 Jahren.

Fazit: Wenn Sie mit der relativ konservativen und sicherheitsorientierten Anlage einer klassischen Lebensversicherung einverstanden sind, sollten Sie in aller Regel den Vertrag weiter bestehen lassen.

Fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungsverträge (inkl. Riester und Rürup)

Um die Jahrtausendwende wurden die oben beschriebenen klassischen Lebensversicherung mit ihren ganzen Varianten (wie Riester oder Rürup oder Rentenversicherung) einem Update unterzogen. Statt der Verwaltung der Anlegergelder durch den Versicherer konnten nun die Gelder auch in Investmentfonds angelegt werden.

Vorteil: bei langlaufenden Kapitalanlagen versprechen Aktienfonds und ETF’s höhere Renditen. Es gibt allerdings keinen garantierten Zinssatz.

Geht man von einer langfristigen Wertentwicklung von zum Beispiel 5 Prozent pro Jahr bei einem gemischten Portofolio aus Aktien- und Rentenfonds oder Aktien-ETF aus, würden vielleicht 4,25 Prozent beim Anleger ankommen:

Aus einem Euro Anlagesumme würden also mit Zinseszins 1,52 Euro nach 10 Jahren.

Fazit: Zusammen mit den erheblichen steuerlichen Vorteilen gilt, dass die Anlage in einer fondsgebundenen Renten- oder Lebensversicherung langfristig günstiger gestaltet als die Direktanlage in Fonds. Je nach individueller Situation gilt, dass ab 10 bis 15 Jahren Anlagedauer die fondsgebundenen Verträge mehr Rendite bieten als die Direktanlage in Investmentfonds.

Neue Lebensversicherungsverträge

Neben den beiden oben genannten klassischen und fondsgebundenen Lebensversicherungen haben sich auch eine ganze Reihe von Abwandlungen davon gebildet. Da wären beispielsweise die fondsgebundenen Verträge mit voller Beitragsgarantie oder mit teilweise Beitragsgarantie oder die Index-Policen.

Alle haben das Ziel die hohe Sicherheit klassischer Verträge mit den Chancen der fondsgebundenen Verträgen zu verbinden. Nötig wäre das bei langlaufenden Verträgen kaum, denn die Aktienmärkte entwickeln sich langfristig immer nach oben. Der neue Ansatz befriedigt jedoch die subjektiven Sicherheitsbedürfnisse vieler Menschen. Wie immer bei der Geldanlage geht dies auf Kosten der Rendite.

Mein Tipp: verwenden Sie für die neuen Varanten einen 10-Jahresfaktor der zwischen den Faktoren der klassisichen und der fondsgebundenen Varianten liegt, also zwischen 1,34 und 1,52.

Immobilien

Wir befinden uns in vielen Regionen Deutschlands in einem Immobilien-Boom. Besonders die großen Städte sind nachgefragt. Seien es Stuttgart und München wegen dem hohen Bedarf an Fachkräften, sei es Frankfurt mit dem Zuzug vieler ehemaliger London-Banker oder sei es das hippe Berlin.

Leider vergessen viele Käufer in diesem Rausch eine realistische Kalkulationen durchzuführen. Im Finanztip wurde eine sehr ausführliche Berechnung für eine als Kapitalanlage gedachte Eigentumswohnung durchgeführt:

Optimistisches Szenario: 3,41 Prozent pro Jahr

Pessimistisches Szenario: 2,18 Prozent pro Jahr

Sehr pessimistisches Szenario: 1,04 Prozent pro Jahr

Die Szenarien unterscheiden sich hauptsächlich nach der Entwicklung des Immobilienpreises über die nächsten 15 Jahre. Optimistisch würde bedeuten, dass auch in 15 Jahren noch die gleichen, hohen Preise gezahlt werden würden wie heute (Verhältnis Kaufpreis zu Jahreskaltmiete = 25). Pessimistisch geht von einem Preis mit dem Faktor 22 aus; sehr pessimistisch von einem Faktor von 20.

Nehmen wir das mittlere Szenario an: Aus einem Euro Anlagesumme würden also mit Zinseszins 1,40 Euro nach 10 Jahren.

Fazit:Bei Immobilien kommt es sehr stark auf die Entwicklung der Immobilienpreise in den nächsten 10 Jahren an, was wiederrum vom Standort der Immobilie und von den Renovierungsarbeiten, die durchgeführt werden, abhängt. Die niedrigen Zinsen wurden weitgehend von höheren Grundstückspreisen und wesentlich gestiegenen Baukosten aufgezehrt. Interessantere Faktoren sind möglicherweise in wenige von Privatanlegern nachgefragten Objekten, zum Beispiel Gewerbe- oder Logistikimmobilien, zu erzielen. Dort ist der Preisanstieg noch bei weiterm nicht so kräftig wie bei Wohnimmobilien.

Anleihen

Anleihen sind eine gut kalkulierbare Anlage. Vorrausgesetzt der Anleihe-Emittent bliebt zahlungsfähig wird der Anleihe-Käufer mit einem jährlichen Koupon (Zinszahlung) beglückt und erhält am Ende der Laufzeit, zum Beispiel nach 10 Jahren, seinen Anlagebetrag wieder zurück gezahlt.

Allerdings werden Anleihen auch gehandelt und der Preis der Anleihe varriert zwischen Emissions und Rücknahme. Der Preis hängt hauptsächlich vom allgemeinen Zinsniveau ab. Sagen wir, Sie hätten vor 3 Jahren eine Anleihe von BMW zu 2 Prozent jährlich gekauft. Heute würden die allgemeinem Zinsen steigen – in der Folge wären die 2 Prozent Ihrer Anleihe nicht mehr so attraktiv. Der Kurs Ihrer Anleihe ginge in die Knie. Erst zum Ende der Laufzeit würde er wieder seinen Ausgabepreis erreichen.

Insgesamt hängen die gezahlten Koupons vom allgemeinen Zinsniveau ab. Entsprechend sind die Anleihezinsen heute deutlich niedriger als vor 5, 10 oder 15 Jahren.

Zu unterscheiden gilt es auch zwischen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen. Im allgemeinen gelten Staaten als zuverlässigere Gläubiger und entsprechend brauchen sie auch nur weniger Zinsen zahlen als Unternehmen.

Gehen wir von einer gesunden Mischung von auf Euro lautenden, 10jährigen Anleihen aus. Die Bundesanleihen bringen derzeit 0,29 Prozent pro Jahr. Siemens Anleihen bringen auf 10 Jahre derzeit 1 Prozent, andere Unternehmen vielleicht etwas mehr. Wir nehmen einen Mittelwert von 0,8 Prozent pro Jahr an.

Aus einem Euro Anlagesumme würden also mit Zinseszins 1,08 Euro nach 10 Jahren.

Fazit: Anleihen sind derzeit ein schlechtes Investment. Doch wer hohe Sicherheit und Flexibilität sucht, wird weiterhin auf Anleihen setzen müssen.

Aktien

Von den Deutsche meist verschmäht sind die international viel beliebteren Aktien für langfristig orientierte Anleger mit klarer Strategie und auch in Abwärtsphasen kühlem Kopf die Anlageform mit dem mutmaßlich besten Risiko / Rendite Verhältnis.

Denn gerade das Risiko einer weltweiten, breit gestreuten Aktienstrategie überzeugt. Die globalen Aktienmärkte haben seit Ihrer Entstehung vor 150 bis 200 Jahren noch jeder Bedrohung getrotzt. Während Währungen in dieser Zeit öfters wertlos wurden, Immobilien mit Hauszinssteuer zum Ausgleich belegt wurden und auch Banken öfters ausfielen, haben Aktien alle Stürme überstanden. Allerdings musste man auch viel Geduld mitbringen.

Wer unglücklich 1929 auf dem Hoch einstieg, musste rund 20 Jahre warten, um wieder auf seine Einstiegskapital zu kommen. Doch meist sind die Aktienbörsen freundlicher.

Doch welche Rendite ist wirklich mit Aktien erzielbar? Wir nehmen dazu den am längsten verfügbaren Börsenindex der Welt, den Dow Jones. Wer im Jahr 1900 investierte und am 5.7.2018 in sein Depot schaute, machte aus 50 Dollar aktuell 24.338 Dollar – das ist eine Rendite von 5,36 Prozent pro Jahr über 118 Jahre hinweg. Hinzu kommen die Dividenden des Dow Jones, die langfristig bei ca 3 Prozent liegt. Das macht einen Zuwachs von 8,36 Prozent pro Jahr vor Steuern – eine Rendite von 8 Prozent wäre also denkbar.

So würden aus einem Euro Anlagesumme nach 10 Jahren 2,16 Euro.

Fazit: Aktienanlagen brauchen kontinuierliche Betreuung und viel Know-How. Wer das leistet, freut sich über sehr ansehnliche Renditen und schützt sein Vermögen vor Mega-Crashs wie Währungsreformen oder Atomkriegen.

Rohstoffe, Gold, Silber oder Diamanten

Für Rohstoffe gelten für die langfristige Betrachtung immer die beiden Kombonenten Versorgen und Nachfrage zu betrachten. Bleibt es beim Gleichgewicht, so entwickelt sich der Preis in etwa so wie die Inflationsrate.

Das ist klassischerweise bei Gold der Fall. Gold wird teilweise in der Industrie benötigt, meist jedoch für Schmuck oder wirklich zur Aufbewahrung von Vermögen. Hier gilt Gold als das ultimative Krisen-Metall das stets einen Wert behält, auch wenn Papierwährungen längst wertlos wurden. Die Goldminen fördern in etwa gleich Gold jährlich, so dass bei Gold also wirklich die Inflationsrate zählt. Trauen wir der EZB die Erreichung Ihres Ziels zu, kann man bei Gold also mit einer jährlichen Steigerung von ca. 2 Prozent rechnen (das setzt auch voraus, dass der Kurs US-Dollar / Euro in etwas konstant bleibt, da Gold grundsätzlich ein Dollar-Investment ist):

Die anderen Rohstoffe wie Silber, seltene Erden oder Diamanten könnten aufgrund der aufstrebenden Schwellenländer und entsprechend steigender Nachfrage leicht oberhalb der Inflationsrate liegen, also zum Beispiel bei 2,5 Prozent pro Jahr. Damit ergibt sich für andere Rohstoffe:

Ihre Berechnung

Ich habe Ihnen also die Faktoren für alle wichtigen Anlageklassen genannt. Auch meine Herleitung ist dargestellt – dort wo sie optimistischer sind oder bessere Anlagebedingungen vorfinden, können Sie den Faktor leicht erhöhen und umgekehrt.

Mit folgender Tabelle könnte man eine beispielhaften Anleger betrachten:

Asset-Klasse Ihr heutiges Vermögen in dieser Asset-Klasse Asset-Klassen-10-Jahres-Faktor Ihr Vermögen in 10 Jahren (vor Steuern)
Bankeinlagen 10.000 € 1,1 11.000 €
Bausparguthaben 0 1,05 0
Klassische Lebensversicherung 0 1,34 0
Fondsgebundene Lebensversicherung 35.000 € 1,52 53.200 € (Achtung: häufig werden solche Verträge noch bespart und gewinnen dadurch weiterhin an Wert)
Immobilien 200.000 € 1,4 280.000 € (Eigentumswohnung als Kapitalanlage)
Anleihen 5.000 € 1,08 5.400 €
Aktien 20.000 € 2,16 43.200 €
Gold 0 1,22 0
Rohstoffe 0 1,28 0

Für Ihre eigenen Berechnungen hier noch eine leere Tabelle als Vorlage zum Herauskopieren:

Asset-Klasse Ihr heutiges Vermögen in dieser Asset-Klasse Asset-Klassen-10-Jahres-Faktor Ihr Vermögen in 10 Jahren (vor Steuern)
Bankeinlagen 1,1
Bausparguthaben 1,05
Klassische Lebensversicherung 1,34
Fondsgebundene Lebensversicherung 1,52
Immobilien 1,4
Anleihen 1,08
Aktien 2,16
Gold 1,22
Rohstoffe 1,28

Fazit: Geldanlegen ist eher eine Kunst als eine exakte Wissenschaft. Wenn Sie es sich leicht machen möchten, nutzen Sie unseren ethisch-ökologischen Online-Advisor und lassen Sie sich durch die nächsten 10 Jahren automatisch führen … Sie brauchen nur ein paar Fragen zu beantworten.

 

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer von klimafonds.de. Gerd Junker: “Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.” Mehr zu ihm auf Xing und Facebook.