ETF Saubere Energie: Alle Angebote im Vergleich

23. Juli 2020
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Zusammenfassung: Der Bereich der Umwelt-ETFs ist noch überschaubar. Wer spezielle ETFs für saubere Energien sucht, findet drei seriöse Angebote. Wir haben die drei ETFs genauer analysiert und können ein Empfehlung aussprechen.

 

ETF Saubere Energie: Die Übersicht

Die drei in Deutschland erhältlichen ETFs für saubere Energien vergleichen wir hier:

Lyxor New Energy UCITS ETF – Dist iShares Global Clean Energy UCITS ETF BNPP Easy Low Carbon 100 Europe UCITS ETF C
ISIN FR0010524777 IE00B1XNHC34 LU1377382368
Fondsvolumen (23.7.20) 292 Mio. Euro 700 Mio. Euro 790 Mio. Euro
Fondswährung Euro US-Dollar Euro
Auflagedatum 17. Oktober 2007 6. Juli 2007 2. Juni 2017
Thesaurierend / Ausschüttend ausschüttend ausschüttend thesaurierend
Performance 1 Jahr 30,9 Prozent 34,2 Prozent 2,9 Prozent
Performance 3 Jahre 65,6 Prozent 72,8 Prozent 15,6 Prozent
Performance 5 Jahre 76,9 Prozent 39,8 Prozent noch nicht alt genug
Performance 10 Jahre 104,9 Prozent 25,2 Prozent noch nicht alt genug
Replikationsmethode
Synthetisch Physisch
Kostenquote 0,6 Prozent 0,65 Prozent

Was bedeutet Saubere Energien im Investmentbereich?

Die ETFs für saubere Energien sind breiter gefasste Investementansätze als es das reine Wording vermuten lassen würde. Es geht hier häufig, aber nicht ausschließlich um Erneuerbare-Energien wie

  • Photovoltaik-Branche
  • Windkraft-Branche
  • Wasserkraft-Branche
  • Bio-Energie-Branche

Aus diesen Branchen kommen zum Beispiel Anbieter von Photovoltaik-Zellen, Windturbinen, Wechselrichtern, Schaufelradhersteller, etc. typischerweise in Frage.

Außerhalb dieses eng gefassten Bereichs können auch Anbieter von Batterien zur Speicherung des sauberen Stroms, zum Einsatz kommen. Denkbar sind auch Energieeinsparungen, zum Beispiel Hersteller von Wärmedämmungen für Gebäude oder Infrastrukturanbieter, die Bahn ist zum Beispiel klimaschonender als der Individualverkehr und könnte sich deshalb in Randbereichen in diesen ETFs befinden.

Grundsätzlich gilt, dass nur bei physisch replizierenden ETFs überhaupt in die Aktien der beschriebenen Unternehmen investiert wird. Bei synthetische replizierenden ETFs wie dem Lyxor New Energy ETF wird ja nur die Wertentwicklung eines Aktienindex nachgebildet, in dem Swaps und Derivate eingesetzt werden.

 

Damit lässt sich zwar an einer positiven Wertentwicklung der Branche partizipieren, aber man tut mit der Geldanlage nichts Gutes. Dazu braucht man aktive Investmentsfonds oder phsysisch replizierende ETFs.

 

Lyxor New Energy UCITS ETF – Dist

Lyxor ist die ETF Tochter der französischen Großbank Société Générale und verwaltet insgesamt rund 90 Milliarden Euro. Der ETF ist synthetisch replizierend und damit für Anleger, die eine Wirkung erzielen wollen, ungeeignet. Für Anleger, denen es nur um die Wertentwicklung und um die guten Zukunftsaussichten im Bereich der sauberen Energien geht, ist er grundsätzlich geeignet.

Dieser ETF für saubere Energien bildet den World Alternative Energy CW Index ab, einen speziell von Société Générale kreiierten Index für ETFs, ab. Dieser besteht aus:

– Erneuerbaren Energien (Solar, Wind und Biomasse).
– Energieeffizienz (bessere und effizienter Nutzung der gewonnen Energie).
– Dezentrale Energiegewinnung (Energieerzeugung in der Nähe des Verbrauchers.

 

iShares Global Clean Energy UCITS ETF

iShares ist die ETF Tochter des amerikanischen Vermögensverwalters Blackrock. iShares ist zusammen mit Vanguard der wohl weltweit bedeutenste Anbieter von ETFs.

Der ETF ist physisch replizierend und damit sowohl aus Sichter der Geldanlage geeignet, als auch aus Sicht eines Anlegers, der eine ökologische Wirkung erzielen möchte. Der ETF kauft die Aktien der Unternehmen, die dem Index zugrunde liegen.

Als Index wird der S&P Clean Energy Index heran gezogen, der aus 30 Unternehmen aus der ganzen Welt besteht, die im Bereich der sauberen Energie tätig sind. Der Index umfasst eine Mischung von Unternehmen aus den Bereichen saubere Energieerzeugung sowie Ausrüstung und Technologie für saubere Energie.

 

BNPP Easy Low Carbon 100 Europe UCITS ETF C

Der ETF ist ein Angebot der BNP Paribas Investment Partners, also der Investment-Tochter der französischen Bankengruppe BNP Paribas mit Hauptsitz in Paris. BNP Paribas gehört zu den drei klassischen Geschäftsbanken Frankreichs ist gemessen an der Bilanzsumme Europas zweitgrößte Bank.

Ähnlich dem iShares Global Clean Energy ETF bildet auch der BNPP Easy Low Carbon seinen zugrundeliegenden Index physisch ab, kauft also tatsächlich die Aktien der Unternehmen im Index. Er ist damit auch für den Impact-Investor geeignet.

Die Kostenquote ist mit 0,3 Prozent jährlich niedriger als bei den beiden anderen vorgestellten ETFs – ABER: wir der Performance-Vergleich in den letzten 3 Jahren zeigt, ist die Anlagestrategie bei weitem wichtiger als die Kostenquote. Der BNPP Easy Low Carbon fällt gegenüber den beiden anderen ETF’s für saubere Energien klar zurück (nur 16% Performance gegenüber 66% bzw. 73%!).

Das liegt an der Zusammenstellung des zugrundeliegenden Index. Während bei beiden anderen ETFs saubere Energien gefördert werden, in dem man direkt in Unternehmen dieses Bereiches investiert, ist beim zugrundeliegenden Stoxx Europe Low Carbon 100 Index anders. In diesem Index befinden sich Unternehmen, die die niedrigsten Kohlenstoffemissionen (mit dem entsprechenden einem Faktor der Kohlenstoffintensität einer Branche). Komponenten mit niedrigeren Kohlenstoffintensitäten werden übergewichtet, während Komponenten mit höheren Kohlenstoffemissionen untergewichtet werden.

 

ETFs für saubere Energien: Meine Empfehlung ist eindeutig

Wer einen ETF für saubere Enerigen sucht, dem wird die Entscheidung meiner Meinung nach sehr einfach gemacht. Der kostengünstigste ETF für Erneuerbare Energie ist zwar der ETF von BNP Paribar (BNPP Easy Low Carbon), sein zugrunde liegender Index fördert allerdings nicht die Anbieter von Erneuerbaren, sondern investiert in Unternehmen mit unterdurchschnittlichem Treibhausgas-Emissionen.

Das hat zwei Nachteile: Aus Nachhaltigkeitsgesichtspunkten sind solche Unternehmen zwar förderungswürdig, der Hebel bei tatsächlichen Treibern der Entwicklung sollte aber deutlich größer sein. Wer sein Geld in den Bau von Windrädern oder Photovoltaikanlegen investiert, pusht die nachhaltige Entwicklung im Zweifel stärker als derjenige, der ein Unternehmen fördert, das vielleicht gerade ein neues Gebäude mit entsprechend niedrigerer Treibhausgas-Emission gebaut hat und deshalb im Branchenschnitt gut da steht. Zum anderen investiert man mit dme BNPP ETF letztlich breit in alle Unternehmen, lässt also einen etwaigen Renditevorteil der tatsächlichen Unternehmen im Bereich der sauberen Energien außen vor. Die letzten Jahre legen das jedenfalls nah.

Bleiben der iShares und der Lyxor ETF. Beide liegen bei den Kosten ähnlich und investieren in ähnliche Bereiche. Da aber nur der iShares ETF physisch replizierend ist, also nur bei ihm wirklich die Aktien der angestrebten Unternehmen gekauft werden, ist mein Favorit klar:

 

der iShares Global Clean Energy ETF.

 

 

Der befindet sich übrigens auch in allen Versionen unserer Robo-Advisor-Empfehlung. Wer also auch in Erneuerbare Energien, aber auch breiter in nachhaltige Investments investieren möche, soll mal auf unseren Robo klicken: