Die 5 wichtigsten Low Carbon Indizes

22. Juni 2018

 

Der Klimawandel sei eine Erfindung der Chinesen twitterte der US Präsident Trump vor einiger Zeit.

 

Dabei hat sich die Annahme, dass wir uns in einer Warmphase der globalen klimatischen Verhältnisse befinden längst durchgesetzt. Dass der Mensch seinen Anteil daran hat wird inzwischen ebenfalls kaum noch bestritten. Klimaschutz sollte eine Verpflichtung für alle Verbraucher und Produzenten sein.

 

Low Carbon Investments

Ein großer Hebel zur Veränderung ist Geld. Es kann eine bedeutende Rolle spielen um die Schäden zu beheben, die der industrielle Fortschritt mit sich gebracht hat. Wer heute verantwortungsvoll mit seinem Geld umgeht,  sollte darauf achten, dass die ausgewählten Geldanlagen auch einen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Denn nicht nur als Verbraucher kann jeder seinen Anteil zum Klimaschutz leisten, auch Anleger und Investoren erkennen zunehmend ihre Verantwortung klimafreundlich zu investieren.

 

Das Problem: Auch das Angebot an klimafreundlichen Geldanlagen ist unübersichtlich. Welche Anlage tatsächlich klimafreundlich investiert, ist je nach Anspruch an den Klimaschutz nicht leicht herauszufinden. Kostenbewusste Anleger stellen sich die Frage was die in Mode gekommenen ETF’s im Bereich Klimaschutz leisten.

 

Zur Erläuterung: Exchange Traded Funds (kurz ETF)– bilden einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung des Index-Fonds ändert sich nur dann, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. In den Fonds gelangen nur Aktien die im Index geführt werden und in der gleichen Gewichtung wie sie im Index vorhanden sind. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können laufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen, dies machte sie zu Lieblingen bei den kostenbewussten Anlegern.

 

Für einen Index Fonds, bedarf es eines Index. Welche Indizies gibt es nun für den Bereich Klimaschutz Investments. Für das CO2 arme Investment gibt es inzwischen einige Indizies. Im Vergleich zu Klimaindices, die meist nur auf bestimmte Bereiche wie Erneuerbare Energien, Energieeffizienz oder spezielle Umwelttechnologien setzen, sind die Werte in den Low Carbon Indices branchenübergreifen aufgestellt. Die ersten Indizes die auf den Markt kamen, schlossen aus den Portfolien einfach energieintensive Branchen wie Bergbau und Zementherstellung aus und brüsten sich stolz eines niedrigen CO2-Abdrucks. Dies ist jedoch nicht ganz realistisch, denn infolge langer Wertschöpfungsketten sind auch Produkte energieintensiv, denen man es nicht sofort ansieht. So haben Banken und Versicherer nur bedingt einen geringen CO2 Ausstoß, denn Sie finanzieren Kohleabbau und Stahlproduktion.

 

Außerdem energieintensive Branchen komplett auszuschließen ist nicht sinnvoll, da es nicht zu einem Wettbewerb um mehr Effizienz kommt. Kein Anleger ist investiert, der den Finger in die Wunde legt und auf CO2 Einsparungen pocht. Glücklicherweise gibt es verschiedene Ansätze, so dass für jeden etwas dabei ist.

 

  • ECPI Global Carbon Equity

 

Anfang 2010 vom nachhaltigen Indexanbieter ECPI aus Mailand und der Managementberatung Arthur D. Little aufgelegt, enthält er 40 große und mittlere Titel aus energieintensiven Branchen.  Elektrizität, Energien, andere Versorger, Rohstoffe, Technologie, Gesundheit und Industrie samt Verbraucherprodukten sind gängige Branchen.  Ziel ist, Investoren solche Unternehmen dieser Branchen zu bieten, die am besten aufgestellt sind, um im Klimawandel und bei strengerer Gesetzgebung zu bestehen.

 

Die Indexmanager wählen auf Basis öffentlicher Informationen Unternehmen mit relativ geringen klimaschädlichen Emissionen. Darüber hinaus bewerten sie die Unternehmen anhand von rund hundert Umwelt-, Sozial- und Governance-Informationen. Die Marktkapitalisierung jedes Titels muss mindestens eine Milliarde Euro haben. Die Zusammenstellung wird alle sechs Monate geprüft.

 

  • Low Carbon 100 Europe Index

Euronext startete 2008 den Low Carbon 100 Europe Index. Ein Expertengremium überwacht die Indexregeln, die besagen, dass aus den 300 „grünsten“ von Tausend nach Marktkapitalisierung größten europäischen Unternehmen diejenigen 10 bis 15 Firmen mit dem größten Anteil an emissionsarmen Techniken aus. Dazu 85–90 Unternehmen mit der besten sogenannten „CDP“-Bewertung. Es gibt einige strukturierte Produkte, ETFs und Fonds mit Bezug auf den Low Carbon 100 Europe Index.

 

  • Global Challenges Index

Die Börse Hannover hat 2007 den Global Challenges Index (GCI), zusammen mit der Nachhaltigkeitsrating-Agentur oekom Research AG entwickelt. Er ist nicht als reiner Low Carbon Index zu verstehen sondern als Nachhaltigkeitsindex, der nicht nur stark das Thema Dekarbonisierung forciert, sondern bezieht auch weitere Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit, wie den Erhalt der Artenvielfalt, sichere Trinkwasserversorgung, nachhaltige Waldwirtschaft, mit ein.Dieser Index denkt gut die UN-Nachhaltigkeitszielen (SDG) ab, indem er 50 Titel globaler sozialer und ökologisch engagierter auswählt und mit strengen Ausschlusskriterien kombiniert.

 

  • MSCI Global Low Carbon Leader Index

Der bekannte Indexanbieter MSCI langcierte 2014 die neue Indexfamilie. Die Indices sollen die Werte des gesamten Aktienmarktes repräsentieren und einen repräsentativen Vergleich der Werte auf dem Weg zu einer emissionsfreien Wirtschaftsweise ermöglichen. Maßgabe für die in diesem Index enthaltenen Unternehmen ist, dass sie ihren CO2-Fußabdruck mindestens um 50 Prozent senken sollen.

Nicht ganz unumstritten ist, dass der Index die Aktien der größten CO2-Emittenten ausschließt. Ebenfalls werden Werte entfernt,  die große Reserven von fossilen Energieträgern halten, in erster Linie Ölfirmen. Damit deckt dieser Index insbesondere die Bedürfnisse der „Divest“ Bewegung. Dieser Index umfasst damit nur Aktien von Unternehmen, die deutlich weniger CO2 verursachen als konventionelle Unternehmen. Im Schnitt liegt die CO2-Emission damit rund 60 bis 70 Prozent unter den Werten des ursprünglichen Index MSCI World. Überraschend ist, dass darüber hinaus die MSCI Global Low Carbon Leader Indexes kaum mehr als zwei Prozent vom Hauptindex abweichen.

 

  • Stoxx Low Carbon index family

 

Stoxx, der Indexanbieter der Deutschen Börse, betreibt eine Low-Carbon-Familie aus 27 Teilindizes. Diese „Low Carbon Indizes“ orientieren sich stark an den herkömmlichen Benchmarks. Der Low Carbon Ansatz überzeugt jedoch, so werden Titel mit niedrigeren CO2-Intensitäten übergewichtet, solche mit hohen Intensitäten untergewichtet. Stoxx setzt bei den „Reported Low Carbon Indizes“ auf Unternehmen, die ihre CO2-Emissionen offen legen. Unternehmen mit verringerten Emissionen sind im „Industry Leader Low Carbon Indizes“ enthalten. Unternehmen, die ausgezeichnete Bewertungen des Carbon Disclosure Projects erhalten, befinden sich im „Global Climate Change Leaders Index”. CO2-intensive Branchen und sämtliche großen CO2-Emittenten schließen die „Low Carbon Footprint Indizes“ aus. Dieser letztgenannte Index, wird jedoch nichts bewirken und lediglich der Gewissensberuhigung dienen. Die Grundbedürfnisse der Menschen wie Mobilität, Heizung, Wohnen sowie die moderne Lebensart auszuschließen, wird nicht verändern.

Die Wirkungsanalyse steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, da CO2 nicht der einzige Maßstab für Klima-Effekte ist. Ein effizient produzierender Papierhersteller, der Regenwald und somit CO2-Speicher vernichtet und Methan-Gase freisetzt produziert wahrscheinlich mehr Emissionen als ein ineffizienter Wettbewerber, der nichts dergleichen zu verschulden hat und seine Hölzer aus heimischen Wäldern bezieht. Somit müsste es auch ein Kriterium sein, ob Firmen die Biodiversität schützen. Es begrenzt die Wirkung von Low-Carbon-Indizes diese Gesichtspunkte nicht mit zu berücksichtigen.

Ein breit gestreutes nachhaltiges Portfolio bringt wahrscheinlich mehr Wirkung als die Begrenzung auf CO2 Reduzierung. Denn Nachhaltigkeit hat mehr zu bieten als nur Klimaschutz und Low Carbon.

 

klimafonds.de forciert einen breiter gefassten Nachhaltigkeitsansatz. So sind Investitionen in erneuerbare Energien und den nachwachsenden Rohstoff Holz immer Teil der Anlagestrategie. Als Marke der Grünes Geld GmbH wurde klimafonds.de als RoboAdvisor für kostenorientierte Anleger gegründet, die dennoch mit ihren Geldanlagen nachhaltig investieren möchten.