Nachhaltige Investmentfonds - Klimafonds.de

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5. Juni 2020

Zusammenfassung: ETF’s für Umwelttechnologie sind spätestens seit den Greta-Protesten in aller Munde. Wir haben die beiden besten ETF’s für Klimaschutz und Umwelttechnologien für Euch gefunden und auf Herz und Nieren überprüft. Für mich steht fest, dass nur der iShares Global Clean Energy wirklich sinnvoll ist.

 

Im Überblick: iShares Global Clean Energy ETF und Lyxor New Energy ETF

 

iShares Global Clean Energy UCITS ETF Lyxor New Energy UCITS ETF
Thema ETF Umwelttechnologie ETF Umwelttechnologie
WKN A0MW0M LYX0CB
Auflagedatum 06.07.2007 10.10.2007
Fondsvolumen 739,74 Mio. USD 289,58 Mio. EUR
Fonds-Währung US-Dollar Euro
Laufende Kosten 0,65 % p.a. 0,60 % p.a.
Ausschüttungsart (thesaurierend / ausschüttent) ausschüttend ausschüttend
Replikationsmethode Physisch (Vollständige Replikation) Synthetisch (Unfunded Swap)
Abgebildeter Index S&P Global Clean Energy Index World Alternative Energy Total Return Index
Indexkurzbeschreibung 30 globale Unternehmen
Engagement im Sektor der sauberen Energie
Die 40 weltweit größten Unternehmen, die in den Bereichen erneuerbare Energien, dezentrale Energien oder Energieeffizienz tätig sind und mindestens 40% ihres Umsatzes mit alternativen Energiequellen erzielen.
Wertentwicklung 3 Jahre
(Stand: 26.5.2020)
+44,05 Prozent
+37,73 Prozent

 

Die wesentlichen Unterschiede der Umwelttechnologie Fonds

Beide ETF’s setzen grundsätzlich auf das Thema Klimawandel und sind damit ETF’s für Umwelttechnologie, das wohl wesentlich Umwelttechnologie-Gebiet unserer Zeit. Erstaunlicherweise wurden beide bereits zeitgleich 2007 auf den Markt gebracht und haben deshalb schon eine lange Histrorie aufzuweisen. Auch die jährlichen Kosten sind mit 0,65% (iShares) gegenüber 0,60% (Lyxor) sehr nahe beieinander.

Kommen wir nach all den Gemeinsamkeiten zu den Unterschieden. Der nur unwesentlich teurere iShares setzt nämlich auf die “saubere” Methode und bildet seinen Index 1:1 ab, es werden also alle Aktien des Index gekauft. Es wird auch auf Sampling verzichtet, also dass man statt alle Aktien eines Indizes nur eine Auswahl aufnehmen würde unter den Annahme, das dieses “wesentlichen Aktien” schon den Index gut genug abbilden würden.

Für den Anleger bedeutet das: Wer in den iShares Global Clean Energy investiert, legt sein Geld auch tatsächlich in Umwelttechnologie-Aktien an.

Anders beim Lyxor New Energy ETF. Dieser ETF setzt auf eine Replikation des Indexes in dem auf andere Wertpapiere gesetzt wird, die aber durch – häufig intransparente – Swap- und Derivate-Geschäfte den eigentlichen Index nachbilden sollen. Gelingt das, bekommt der Anleger zumindest die Wertentwicklung des zu Grunde liegenden Erneuerbare Energien Index. ABER: Der Anleger investiert überhaupt nicht in die “sauberen” Aktien, er vergibt sein Geld also gar nicht an Unternehmen, die vielleicht Windräder oder Energiespeicher herstellen, sondern an ganz andere.

Ich habe mir den letzten Bericht des Lyxor New Energy angesehen: Statt in saubere, zukunftsgewandte Unternehmen wird dort das Geld angelegt in:

  • Toyota (Autohersteller)
  • Peugeot (Autohersteller)
  • Christian Dior (Luxusgüter-Konzern)
  • Bayer AG (u.a. Anbieter von Glyphosat)
  • etc.

Für den ethisch-ökologisch orientierten Anleger also eine Mogelpackung. Die Wertentwicklung wird abgebildet – aber das Geld wird definitiv nicht ethisch-ökologisch sinnvoll angelegt, es fließt auf keinen Fall in Unternehmen, die etwas Gutes für den Umwelttechnologien tun.

Dass für die nur synthetische Replikation des Indizes praktisch die gleichen Kosten anfallen wir für die tatsächliche, physische Replikation bei iShares, ist ein zusätzlicher Minuspunkt.

Die ökologische Wirkung

Wer in ETF Umwelttechnologie investiert, möchte die erwartet positive Wertentwicklung im diesem Bereich nachvollziehen, in den meisten Fällen möchte er aber auch, dass sein Geld tatsächlich in Aktien von Unternehmen wie Vestas (Windrad-Marktführet) oder FirstSolar (PV-Module) fließt. Nur so haben die richtigen Unternehmen auch etwas von der bewussten Geldanlage des Investors.

Das ist beim iShares Global Clean Energy gegeben. Er kauft die Aktien der gewünschen Unternehmen, stützt damit deren Aktienkurs und motiviert andere Investoren als auch die Mitarbeiter dieser Unternehmen.

Ganz anders beim Lyxor New Energy ETF. Er investiert das Geld in Luxusgüteranbieter, Autohersteller oder Anbieter von Chemie für die Landwirtschaft – lediglich die Wertentwicklung der zukunftsträchtigen Aktien wird über Swaps dargestellt. Hier entsteht absolut keine ethisch-ökologische Wirkung.

Rendite der beiden ETFs Umwelttechnologie

Man würde ja eine etwa gleiche Rendite – immerhin haben bei ETF’s das gleiche Investitionsthema und gleiche Kostenstrukturen. Und tatsächlich, in der jüngeren Vergangenheit, im 3 Jahresvergleich, ist die Entwicklung nicht identisch, aber sehr ähnlich:

Alle Angaben ohne Gewähr, Chart comdirect.de, 3-Jahresvergleich

Im Langfristvergleich liegt der Lyxor vorne, was jedoch noch stark in den sehr hohen Volatilitäten der Erneuerbare-Energien-Unternehmen zu Beginn der Entwicklung zu begründen ist. Mittlerweile ist dieser Markt reifer geworden und die Entwicklungen sind besser kalkulierbar; entsprechend sind auch die Wertentwicklung der beiden ETF’s sehr ähnlich geworden.

ETF Umwelttechnologie: Mein Fazit

Zunächst bleibt festzustellen, dass die Auswahl an Umwelttechnik ETF’s in Deutschland sehr klein ist. Ca. 20 Investmentfonds stehen aktuell nur 2 ETF’s gegenüber. Aber das reicht dem Grunde nach, denn die Kosten als auch die Wertentwicklung bei beiden sind sehr ähnlich.

Mein Fazit ist eindeutig: Bei ETF’s im Bereich Umwelttechnologie sollte man nicht nur auf die Wertentwicklung, sondern auch auf die steuernde Wirkung seiner Geldanlage achten. Dieses Kriterium wird nur vom iShares Global Clean Energy erfüllt, der auch klar meine erste Wahl ist.

Im Rahmen unseres Roboadvisors decken wir den Bereich der ETF Umwelttechnologie deshalb auch ausschließlich mit dem iShares Global Clean Energy UCITS ETF ab.

 

 

 

 


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6. Mai 2020

Die Corona-Krise hat die Erde in praktisch allen Regionen und Ländern getroffen. Weitgehend unvorbereitet wussten sich die Regierungen nicht mehr anders zu helfen, als den Shutdown des öffentlichen Lebens, in vielen Ländern auch der Industrie, anzuordnen.

Auch die Börsen gingen auf Talfahrt und verbuchten die größten Wochenverluste seit der Finanzkrise 2008.

 

Wer hier falsch reagierte konnte sein Depot kräftig schröpfen und Verluste von der Hälfte seines Depots verbuchen.

 

Doch wie performten die Musterdepots von klimafonds.de in der Corona-Krise seit 1.1.2020?

 

Performance MD Sicherheit

 

Mit einem aktuellen Minus von unter 5 Prozent ist das Sicherheitsdepot seinem Anspruch gerecht geworden. Selbst in der Spitze blieb der Verlust mit 10 Prozent verträglich (zum Vergleich: Deutscher Aktienindex DAX minus 32 Prozent im gleichen Zeitraum).

 

Performance MD Balance

 

Das Musterdepot Balance hat eine höher langfristige Renditeerwartung und entsprechend eine höhere Schwankungsbreite als das MD Sicherheit. Lehrbuchgemäß liegt es mit -7,20 Prozent seit Jahresbeginn auch niedriger und hatte mit minus 15 Prozent auch einen höheren maximalen Verlust gegenüber dem Jahresbeginn (DAX: minus 32 Prozent maximal).

 

Performance MD Wachstum

 

Auch das Musterdepot Wachstum verhält sich wunschgemäß: den höchsten Renditeerwartungen (langfristig) stehen die höchsten Wertschwankungen gegenüber. Im konkreten Fall sind das -10,1 Prozent seit Jahresbeginn oder -23 Prozent in der Spitze (DAX in der Spitze: -32 Prozent).

 

Zusammenfassung

 

Bisherige Entwicklung in 2020 Maximaler Verlust in 2020 gegenüber 1.1.2020 langfristige Renditeprognose
MD Sicherheit -4,97% -10% 1% bis 3%
MD Balance -7,20% -15% 4% bis 7%
MD Wachstum -10,10% -23% 5% bis 8%
DAX -22,00% -32% 6% bis 8%

 

 



14. November 2019

Sie kaufen Kaffee und Bananen aus fairem Handel, achten beim Fleisch auf ein Tierwohl-Label und beim Gemüse auf das Bio-Siegel der EU – aber wie sieht es mit Ihrer Geldanlage aus? Verdienen Sie Kapitalerträge möglicherweise mit Kohlestrom, Atomkraft, Massentierhaltung, Spekulation mit Nahrungsmitteln oder sogar Waffenhandel? Bei vielen Anlageprodukten bleibt die Verwendung des Geldes leider intransparent. Sogenannte ESG-Kriterien erlauben ein wenig mehr Durchblick, an einem einheitlichen Standard fehlt es aber.

Umwelt, Soziales und Unternehmensführung mit unterschiedlicher Auslegung

 

ESG steht für Environment, Social and Governance, die englischen Begriffe für Umwelt, Sozialstandards und eine daran ausgerichtete Unternehmensführung. Nun wird aber längst nicht überall dasselbe unter diesen Kriterien verstanden. In Deutschland würde eine Investition in einen Energieerzeuger, der Kernkraftwerke betreibt, niemals als ESG-konform bewertet, weil man bei uns der Kernkraft sehr kritisch gegenübersteht und auch politisch ein Ausstieg angestrebt wird. Unsere Nachbarn in Frankreich verweisen dagegen auf die Vermeidung von CO2 aus fossilen Energieträgern, wenn der Strom aus Atomkraftwerken kommt. ESG ist also kein Siegel wie etwa Fair Trade, das mit konkreten Anforderungen hinterlegt ist, erklären die Geldanlage-Experten des Vergleichsportals 9Brands. Es gibt zwar eine ganze Reihe von Zertifizierungen, zum Beispiel FNG (Fachverband nachhaltiger Geldanlagen), ECOreporter, GCX (Global Challenges Index), DJSI (Dow Jones Sustainability Index) und Climetrics, aber sie haben kaum einen kleinsten gemeinsamer Nenner. Beim FNG müssen beispielsweise nur 90 % der Anlage die Mindeststandards erfüllen, bei ECOreporter werden Produktion von und Handel mit Waffen bis zu 5 % toleriert. Vollstreckung der Todesstrafe ist dagegen ein harter Ausschluss – damit sind China und Indien beispielsweise außen vor, und natürlich auch die USA, wenn man hier nicht nach Bundesstaaten differenziert.

 

Nachhaltige Anlage in der Praxis

 

Was bedeutet diese verwirrende Vielfalt nun für den Anleger? Zunächst sollte nachhaltiges Investment kein Selbstzweck sein. Es geht schließlich um Rendite und Risiko. Eine Investition in erneuerbare Energien wird sich vermutlich auch finanziell lohnen, wenn wir die Energiewende einleiten. Gleiches gilt für Gesundheitsvorsorge oder Wasserversorgung, wobei im letztgenannten Fall sicher nicht alle Anlagen ESG-Kriterien entsprechen dürften. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit mehr auf Environment und Social, weniger auf Governance. Mit etwas Recherche werden Sie die Aspekte Umwelt und Soziales durchschauen, bei der Unternehmensführung ist das weit schwieriger. Vielleicht finden Sie einen Fondsmanager, der sich aktiv für eine Verbesserung bei ESG-relevantem Verhalten der Unternehmen einsetzt und bloßes „Greenwashing“ (Unternehmen geben sich nachhaltig, sind es in Wahrheit aber nicht) entlarvt. Auch das hat durchaus einen wirtschaftlichen Hintergrund in der Risikobewertung: Wer weiß, zu welchen Schadensersatzforderungen die Tabakindustrie künftig noch verurteilt wird – oder auch ein Nahrungsmittelhersteller, der sich vielleicht in Zukunft an den Kosten der Beseitigung von Plastikverpackungen in den Meeren beteiligen muss.



18. Juli 2018

Wunderbar: Sie haben geerbt, eine Lebensversicherung ausgezahlt bekommen oder eine Immobilie verkauft und verfügen über eine größere Summe Bargeld. Eine Situation, auf die viele ein Leben lang warten. Doch spätestens wenn das Geld auf dem Konto ist stellt sich die Frage, was damit tun? Wir haben Ihnen 7 Punkte zusammen gestellt, die Sie unbedingt beachten sollten.

 

 



29. Juni 2018

Vor kurzem las einer unserer klimafonds.de Mandanten in einem Newsletter-Mail eines Finanzportals, dass man besser nicht in ETFs sondern eher in Einzelaktien investieren soll. Begründet wurde es damit, dass man mit einem Fonds unweigerlich in sehr viele Nieten investiert. Grundsätzlich ist dies nicht ganz von der Hand zu weisen, doch ganz so einfach ist es dann auch wieder nicht.

 

Eine Studie des Hedge Fonds Blackstar Funds fand auf Basis von 8.054 an allen drei Hauptbörsen in den USA (NYSE, AMEX und NASDAQ inclusive degelistete Aktien) gehandelten Aktien zwischen den Jahren 1983 bis 2006 heraus, dass:

 

  •  39 Prozent der Aktien eine negative Rendite brachten;
  •  rund eine von fünf Aktien sogar mindestens 75 Prozent ihres Wertes verlor;
  •  der Mittelwert der 8.054 Renditen -1,06 Prozent betrug.”

 

Nur wenige Aktien sind absolute “Gewinneraktien” (Quelle: Blackstar)

 

 

Wenn man nur diesen Teil der Studie erwähnt, so klingt es absolut schlüssig besser nicht in Fonds oder den Gesamtmarkt zu investieren sondern sich als Anleger ganz gezielt Gedanken zu machen, welchen Aktientitel man am Besten kaufen sollte. Immer dann wenn nur ein Teil  aus Studien veröffentlicht wird, verzerrt es allerdings das wahre Bild.  Was die  Blackstar-Studie auch auflegt wurde nicht erwähnt:

Wahr ist nämlich auch, dass im Zeitraum zwischen 1983 und Ende 2006

  • 61 Prozent aller untersuchten Aktien eine positive Rendite erzielten;
  • rund eine von fünf Aktien um 300 Prozent oder mehr im Wert gestiegen ist;
  • die durchschnittliche Bruttorendite des US-amerikanischen Aktienmarkts (gemessen am MSCI USA) bei 12,8 Prozent pro Jahr lag (inklusive Dividenden).

Anhand des arithmetisch ermittelten Durchschnittsrendite vorzugauckeln, dass sich eine breit gestreute Aktienanlage in den Gesamtmarkt nicht lohnt ist schon eine sehr grenzwertige Information. Vielmehr ist genau das Gegenteil der Fall, denn die Studie zeigt ganz klar, dass es völlig irrelevant ist wenn auch “Nieten” oder “Underperformer” in der Anlage vertreten sind. Das Verlustrisiko einer Aktie, die sich wirklich sehr negativ entwickelt liegt bei 100 Prozent. Der Performance von Gewinneraktien ist hingegen keine Grenze gesetzt. Wichtig ist für die langfristige Wertentwicklung des Depots nicht das eine Viertel “Gewinneraktien” zu versäumen und überhaupt in die richtigen Anlageklassen zu investieren.

Doch schafft man es als Laie mit einer Einzeltitelauswahl wirklich nur in die Gewinneraktien zu investieren? Die Antwort lautet klar nein, denn nicht einmal Profis gelingt dies immer und zu jeder Zeit. Und so bleibt schlussendlich auch aus Kosten- und Zeitgründen nur die Anlage in den Gesamtmarkt und die großen Aktien-Indizies. Natürlich nachhaltig, denn schließlich soll Geld eine positive Wirkung entfalten. Mit klimafonds.de kann ganz einfach in nachhaltige ETFs investiert werden und das kostengünstig.

 

 

Carmen Junker ist Gründerin  und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker: “Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen.”

 



22. Juni 20181

 

Der Klimawandel sei eine Erfindung der Chinesen twitterte der US Präsident Trump vor einiger Zeit.

 

Dabei hat sich die Annahme, dass wir uns in einer Warmphase der globalen klimatischen Verhältnisse befinden längst durchgesetzt. Dass der Mensch seinen Anteil daran hat wird inzwischen ebenfalls kaum noch bestritten. Klimaschutz sollte eine Verpflichtung für alle Verbraucher und Produzenten sein.

 

Low Carbon Investments

Ein großer Hebel zur Veränderung ist Geld. Es kann eine bedeutende Rolle spielen um die Schäden zu beheben, die der industrielle Fortschritt mit sich gebracht hat. Wer heute verantwortungsvoll mit seinem Geld umgeht,  sollte darauf achten, dass die ausgewählten Geldanlagen auch einen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten. Denn nicht nur als Verbraucher kann jeder seinen Anteil zum Klimaschutz leisten, auch Anleger und Investoren erkennen zunehmend ihre Verantwortung klimafreundlich zu investieren.

 

Das Problem: Auch das Angebot an klimafreundlichen Geldanlagen ist unübersichtlich. Welche Anlage tatsächlich klimafreundlich investiert, ist je nach Anspruch an den Klimaschutz nicht leicht herauszufinden. Kostenbewusste Anleger stellen sich die Frage was die in Mode gekommenen ETF’s im Bereich Klimaschutz leisten.

 

Zur Erläuterung: Exchange Traded Funds (kurz ETF)– bilden einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung des Index-Fonds ändert sich nur dann, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. In den Fonds gelangen nur Aktien die im Index geführt werden und in der gleichen Gewichtung wie sie im Index vorhanden sind. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können laufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen, dies machte sie zu Lieblingen bei den kostenbewussten Anlegern.

 

Für einen Index Fonds, bedarf es eines Index. Welche Indizies gibt es nun für den Bereich Klimaschutz Investments. Für das CO2 arme Investment gibt es inzwischen einige Indizies. Im Vergleich zu Klimaindices, die meist nur auf bestimmte Bereiche wie Erneuerbare Energien, Energieeffizienz oder spezielle Umwelttechnologien setzen, sind die Werte in den Low Carbon Indices branchenübergreifen aufgestellt. Die ersten Indizes die auf den Markt kamen, schlossen aus den Portfolien einfach energieintensive Branchen wie Bergbau und Zementherstellung aus und brüsten sich stolz eines niedrigen CO2-Abdrucks. Dies ist jedoch nicht ganz realistisch, denn infolge langer Wertschöpfungsketten sind auch Produkte energieintensiv, denen man es nicht sofort ansieht. So haben Banken und Versicherer nur bedingt einen geringen CO2 Ausstoß, denn Sie finanzieren Kohleabbau und Stahlproduktion.

 

Außerdem energieintensive Branchen komplett auszuschließen ist nicht sinnvoll, da es nicht zu einem Wettbewerb um mehr Effizienz kommt. Kein Anleger ist investiert, der den Finger in die Wunde legt und auf CO2 Einsparungen pocht. Glücklicherweise gibt es verschiedene Ansätze, so dass für jeden etwas dabei ist.

 

  • ECPI Global Carbon Equity

 

Anfang 2010 vom nachhaltigen Indexanbieter ECPI aus Mailand und der Managementberatung Arthur D. Little aufgelegt, enthält er 40 große und mittlere Titel aus energieintensiven Branchen.  Elektrizität, Energien, andere Versorger, Rohstoffe, Technologie, Gesundheit und Industrie samt Verbraucherprodukten sind gängige Branchen.  Ziel ist, Investoren solche Unternehmen dieser Branchen zu bieten, die am besten aufgestellt sind, um im Klimawandel und bei strengerer Gesetzgebung zu bestehen.

 

Die Indexmanager wählen auf Basis öffentlicher Informationen Unternehmen mit relativ geringen klimaschädlichen Emissionen. Darüber hinaus bewerten sie die Unternehmen anhand von rund hundert Umwelt-, Sozial- und Governance-Informationen. Die Marktkapitalisierung jedes Titels muss mindestens eine Milliarde Euro haben. Die Zusammenstellung wird alle sechs Monate geprüft.

 

  • Low Carbon 100 Europe Index

Euronext startete 2008 den Low Carbon 100 Europe Index. Ein Expertengremium überwacht die Indexregeln, die besagen, dass aus den 300 „grünsten“ von Tausend nach Marktkapitalisierung größten europäischen Unternehmen diejenigen 10 bis 15 Firmen mit dem größten Anteil an emissionsarmen Techniken aus. Dazu 85–90 Unternehmen mit der besten sogenannten „CDP“-Bewertung. Es gibt einige strukturierte Produkte, ETFs und Fonds mit Bezug auf den Low Carbon 100 Europe Index.

 

  • Global Challenges Index

Die Börse Hannover hat 2007 den Global Challenges Index (GCI), zusammen mit der Nachhaltigkeitsrating-Agentur oekom Research AG entwickelt. Er ist nicht als reiner Low Carbon Index zu verstehen sondern als Nachhaltigkeitsindex, der nicht nur stark das Thema Dekarbonisierung forciert, sondern bezieht auch weitere Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit, wie den Erhalt der Artenvielfalt, sichere Trinkwasserversorgung, nachhaltige Waldwirtschaft, mit ein.Dieser Index denkt gut die UN-Nachhaltigkeitszielen (SDG) ab, indem er 50 Titel globaler sozialer und ökologisch engagierter auswählt und mit strengen Ausschlusskriterien kombiniert.

 

  • MSCI Global Low Carbon Leader Index

Der bekannte Indexanbieter MSCI langcierte 2014 die neue Indexfamilie. Die Indices sollen die Werte des gesamten Aktienmarktes repräsentieren und einen repräsentativen Vergleich der Werte auf dem Weg zu einer emissionsfreien Wirtschaftsweise ermöglichen. Maßgabe für die in diesem Index enthaltenen Unternehmen ist, dass sie ihren CO2-Fußabdruck mindestens um 50 Prozent senken sollen.

Nicht ganz unumstritten ist, dass der Index die Aktien der größten CO2-Emittenten ausschließt. Ebenfalls werden Werte entfernt,  die große Reserven von fossilen Energieträgern halten, in erster Linie Ölfirmen. Damit deckt dieser Index insbesondere die Bedürfnisse der „Divest“ Bewegung. Dieser Index umfasst damit nur Aktien von Unternehmen, die deutlich weniger CO2 verursachen als konventionelle Unternehmen. Im Schnitt liegt die CO2-Emission damit rund 60 bis 70 Prozent unter den Werten des ursprünglichen Index MSCI World. Überraschend ist, dass darüber hinaus die MSCI Global Low Carbon Leader Indexes kaum mehr als zwei Prozent vom Hauptindex abweichen.

 

  • Stoxx Low Carbon index family

 

Stoxx, der Indexanbieter der Deutschen Börse, betreibt eine Low-Carbon-Familie aus 27 Teilindizes. Diese „Low Carbon Indizes“ orientieren sich stark an den herkömmlichen Benchmarks. Der Low Carbon Ansatz überzeugt jedoch, so werden Titel mit niedrigeren CO2-Intensitäten übergewichtet, solche mit hohen Intensitäten untergewichtet. Stoxx setzt bei den „Reported Low Carbon Indizes“ auf Unternehmen, die ihre CO2-Emissionen offen legen. Unternehmen mit verringerten Emissionen sind im „Industry Leader Low Carbon Indizes“ enthalten. Unternehmen, die ausgezeichnete Bewertungen des Carbon Disclosure Projects erhalten, befinden sich im „Global Climate Change Leaders Index”. CO2-intensive Branchen und sämtliche großen CO2-Emittenten schließen die „Low Carbon Footprint Indizes“ aus. Dieser letztgenannte Index, wird jedoch nichts bewirken und lediglich der Gewissensberuhigung dienen. Die Grundbedürfnisse der Menschen wie Mobilität, Heizung, Wohnen sowie die moderne Lebensart auszuschließen, wird nicht verändern.

Die Wirkungsanalyse steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, da CO2 nicht der einzige Maßstab für Klima-Effekte ist. Ein effizient produzierender Papierhersteller, der Regenwald und somit CO2-Speicher vernichtet und Methan-Gase freisetzt produziert wahrscheinlich mehr Emissionen als ein ineffizienter Wettbewerber, der nichts dergleichen zu verschulden hat und seine Hölzer aus heimischen Wäldern bezieht. Somit müsste es auch ein Kriterium sein, ob Firmen die Biodiversität schützen. Es begrenzt die Wirkung von Low-Carbon-Indizes diese Gesichtspunkte nicht mit zu berücksichtigen.

Ein breit gestreutes nachhaltiges Portfolio bringt wahrscheinlich mehr Wirkung als die Begrenzung auf CO2 Reduzierung. Denn Nachhaltigkeit hat mehr zu bieten als nur Klimaschutz und Low Carbon.

 

klimafonds.de forciert einen breiter gefassten Nachhaltigkeitsansatz. So sind Investitionen in erneuerbare Energien und den nachwachsenden Rohstoff Holz immer Teil der Anlagestrategie. Als Marke der Grünes Geld GmbH wurde klimafonds.de als RoboAdvisor für kostenorientierte Anleger gegründet, die dennoch mit ihren Geldanlagen nachhaltig investieren möchten.

 

 

 

 

 

 

 



2. März 2017

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen in der Top Ten der nachhaltigen Staaten auf den Plätzen 5 bis 7, direkt hinter den Nachhaltigkeitssiegern Skandinaviens. Positiv bewertet werden Wirtschaftskraft, Demokratie, Bildung und Gleichberechtigung. Jedoch gibt es auch hier Optimierungsbedarf. Generell müssen noch Hausaufgaben in den Bereichen nachhaltiger Konsum und CO2-Reduzierung gemacht werden. Generell befinden sich die deutschsprachigen Europäer aber auf einem guten Weg.” ]

 

 

Deutschland, Österreich, Schweiz – Gemeinsame Sprache, gemeinsame Ziele, unterschiedliche Wege.

Eine weltweite nachhaltige Entwicklung aller Staaten. – Das ist das Ziel der Vereinten Nationen. Bis zum Jahr 2030 sind die Mitgliedsstaaten aufgefordert, tragfähige Strategien zu entwickeln und wirkungsvolle Maßnahmen umzusetzen, um die Lebensgrundlagen der kommenden Generationen weiter zu gewährleisten. Mit der anspruchsvollen Zielsetzung soll der drohenden Klimakrise und der tiefen Kluft zwischen Arm und Reich entgegengewirkt werden

 

Zu den verabschiedeten 17 Zielen der UN zählen eine gesicherte Ernährung und der Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Überwindung extremer sozialer Ungerechtigkeit, Gleichberechtigung der Geschlechter, verbesserte Bildung und Chancengleichheit, Innovationskraft, wirtschaftliche Entwicklung, Klimaschutz sowie der Ausbau Erneuerbarer Energien.

 

Mit dem SDG-Index (Sustainable Development Goals) wird seit dem vergangenen Jahr der Grad der Zielerreichung der einzelnen Staaten in einem Ranking evaluiert. Allerdings sind auch die in der Liste führenden Nationen noch weit vom Optimum entfernt. Die skandinavischen Staaten Schweden, Norwegen und Finnland besetzen aktuell das Siegertreppchen. Im zweiten Teil unserer Serie zu nachhaltigen Staaten stellen wir die Strategien und Besonderheiten des deutschsprachigen Wirtschaftsraums vor. Die Schweiz, Deutschland und Österreich belegen im internationalen Ranking die Plätze 5 bis 7.

 

 

Gemeinsame Ziele – unterschiedliche Wege

Nachhaltigkeit ist ein viel diskutiertes Thema in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Schließlich verfügen die drei Staaten über weite Flächen gewachsener Naturlandschaften im alpinen Raum. Dazu kommen dichte und weitläufige Waldgebiete, die in der Schweiz und in Deutschland fast ein Drittel der Landesfläche einnehmen, in Österreich sogar knapp die Hälfte. Deutschland verfügt außerdem im Norden über einen breiten Küstenstreifen und das ökologisch bedeutsame Wattenmeer.

 

Aber Natur ist nur eine Seite der Medaille. Deutschland ist eine führende Industrienation, die Schweiz ein bedeutender internationaler Finanzplatz, lediglich in Österreich spielt die Erhaltung der Natur auch eine wirtschaftliche Rolle für den Fremdenverkehr.

 

Und trotz des naturverbundenen Images der drei Staaten und der guten Platzierungen im internationalen Vergleich, stehen Deutschland, Österreich und die Schweiz weiterhin vor der Aufgabe, ihre CO2-Emissionen drastisch zu verringern, um so den gefährlichen Treibhauseffekt und die damit verbundene Erwärmung der Erde aufzuhalten. Keine leichte Aufgabe, denn ohne einen nachhaltigeren und reduzierteren Konsum, ist dieser Weg kaum zu beschreiten. Darüber hinaus sind die Länder gefordert, Anlagen für Erneuerbare Energien weiter auszubauen.

 

 

Platz 4: Die Schweiz – diszipliniertes Nachhaltigkeitskonzept

Vielfältige Fauna …

Die Schweiz hat schon früh mit der Entwicklung und Umsetzung einer anspruchsvollen Nachhaltigkeitsstrategie begonnen. Anstoß gab, wie in vielen Ländern auch – die Konferenz von Rio 1992. Dabei werden die ambitionierten Ziele diszipliniert verfolgt. Beispielhaft ist das klimafreundliche Mobilitätskonzept der Eidgenossenschaft. Die Schweiz verfügt – topographischen Herausforderungen trotzend – über das am besten ausgebaute Schienennetz weltweit.

 

Die Schweiz gehört zu den reichsten Ländern der Erde und blickt auf eine lange Geschichte der demokratischen Mitbestimmung zurück. Das Land verfügt über einen leistungsfähigen und gut ausgebauten Sozialstaat sowie einem verpflichtenden Krankenkassen- und Pflegeversicherungssystem. Auch wenn das kommunale Frauenwahlrecht in Appenzell Innerrhoden erst 1990 eingeführt wurde, bringt die Schweiz mit Chancengleichheit und einem weitreichenden Bildungssystem positive Faktoren für eine nachhaltige Entwicklung des Landes mit.

 

Energiekonzept der Schweiz – Zwischen Wasserkraft und Atomenergie 

Der CO2-Ausstoß pro Kopf liegt mit 5,06 Tonnen in der Schweiz weit unter dem europäischen Durchschnittswert von 8,33 Tonnen. Damit liegt das Land international an der Spitze, denn selbst Nachhaltigkeitsweltmeister Schweden bläst mit 5,17 Tonnen noch etwas mehr CO2 aus.

 

Pro Jahr werden in der Schweiz 58,01 Milliarden kWh verbraucht, was einem Umsatz von 7.092 kWh pro Einwohner entspricht. Gedeckt wird der Energieverbrauch zu einem Drittel durch Wasserkraftanlagen. Seit rund zehn Jahren setzt die Schweiz zunehmend auf diese Art der Energiegewinnung. Mittlerweile produzieren 500 Speicherkraftwerke Strom aus Wasser. Auch Anlagen für Erneuerbare Energien spielen zunehmend eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung, hier werden vorallem Photovoltaik-Anlagen und Geothermie weiter ausgebaut.

 

Immerhin noch bis zu 45 Prozent der Schweizer Stromversorgung stammt aus Atomkraftwerken. Zwar hat sich die Schweiz 2011 unter dem Einfluss der Reaktorkatastrophe von Fukushima entschlossen, bis 2034 aus der Kernenergie auszusteigen. Jedoch hat sich das Land ein Hintertürchen offen gelassen: Laufende Anlagen werden schrittweise vom Netz genommen. Atomtechnologie wird aber wissenschaftlich weiter verfolgt, es besteht generell die Möglichkeit Atomkraft wieder in die Energieversorgung zu integrieren.

 

 

 

Platz 6: Deutschland – der bestplatzierte G7-Staat

… und Flora.

Mit Platz 6 kann Deutschland die beste Platzierung eines G7-Staates für sich verbuchen. Die Industrienation befindet sich also mit einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum und einem ausgebauten Sozialsystem auf einem guten Weg zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele. Dennoch gibt es auch hier noch Handlungsbedarf. So wird zwar die geringe Armutsquote positiv bewertet. Kritisch ist jedoch die steigende soziale Ungleichheit und die damit einhergehende ungerechte Chancenverteilung. Deutschland spiegelt dabei eine weltweite Entwicklung innerhalb der Industrienationen wider. Nachholbedarf besteht auch im verantwortungsvollen Konsum und Umgang mit Ressourcen.

 

Energiekonzept Deutschland – Vom Kohlestrom zur Energiewende

Der Kohleabbau in Deutschland ist ein gewaltiges wirtschaftsgeschichtliches Erbe in Deutschland. Obwohl die Energiewende beschlossene Sache ist und der Ausbau der Erneuerbaren Energien gut anläuft, wird noch immer massiv Kohle verstromt. Entsprechend liegt der CO2-Ausstoß pro Person oberhalb des europäischen Durchschnitts bei satten 9,4 Tonnen im Jahr. Erfreulich ist der vergleichsweise niedrige Energieverbrauch in Deutschland: Mit 540,10 Milliarden kWh jährlich ergibt sich eine Verbrauch von 6.691 kWh pro Einwohner.

 

Platz 7: Österreich – effektiver Natur- und Klimaschutz

Mit Beginn des Jahrtausends hat Österreich eine bundesweite Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt und seit dem ständig weiter ausgebaut und umgesetzt. Dabei setzt Österreich massiv auf einen Ausbau des Bildungssystems, um Nachhaltigkeitsziele und Lösungen gesellschaftlich zu verankern.

 

Österreich lebt auch vom Tourismus. Hier korrespondieren die Erwartungen der Urlauber an saubere und gesunde Natur mit der wirtschaftlichen und nachhaltigen Weiterentwicklung des Landes.

 

Energiekonzept Österreich – Wasser- und Windkraft

Atomkraft? – Nein danke! – Das war schon immer die Devise der Österreicher. De facto ging das einzige Atomkraftwerk das je gebaut wurde nach einer Volkabstimmung nie ans Netz. Seit 1999 ist die Absage an die Atomenergie in der Verfassung verankert.

 

Aktuell liefern Wasserkraftwerke rund 60 Prozent des Stroms. Darüber hinaus setzt Österreich auf den Ausbau von Windkraftanlagen und zeigt hier bei weitem weniger Berührungsängste als das benachbarte Bayern. Insgesamt verbraucht Österreich im 69,75 Milliarden kWh, also 8.006 kWh pro Person. Der CO2-Ausstoß liegt bei jährlich 7,35 Tonnen pro Einwohner.

 

 

Viele Wege zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Gerade die unterschiedlichen Konzepte der drei vorgestellten Staaten zeigen, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit das Ergebnis von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ist. Entsprechend vielfältig zeigen sich auch die Wege zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele.

 

Individuelle Besonderheiten berücksichtigen und die eigene Strategie konsequent durchsetzen – mit dieser Linie erreichen nicht nur Staaten ihre Ziele. Auch Du kannst durch eine clevere Finanzplanung Nachhaltigkeit fördern. Klimafonds, erfahrener Anbieter von sozialen und klimafreundlichen Geldanlagen, hilft Dir, Dein passendes Finanzkonzept zu finden.

 

 

 Gerd SW300x300 Gerd Junker, Klimafonds-Experte: Die Welt ist extrem komplex. Sinnvolle Geldanlagen können jedoch einfach sein. Bei Klimafonds finden wir die passende Lösung für Eure Bedürfnisse. Mehr Klimafonds findet Ihr auf Facebook, Google+ und  Twitter.


16. Februar 2017

Zusammenfassung: Nachhaltiges Handeln und Wirtschaften ist die Basis, um die Lebensgrundlagen für kommende Generationen zu bewahren. Gleichzeitig hat sich der Begriff der Nachhaltigkeit zu einem Trendwort entwickelt, das sehr unterschiedlich interpretiert und mit Inhalt gefüllt wird. Die Vereinten Nationen haben verbindliche Ziele für eine nachhaltige Entwicklung aller Staaten verabschiedet. Dabei werden die ökonomischen, ökologischen und sozialen Standards der einzelnen Länder bewertet. Skandinavien hat in dieser Bewertung sehr gute Ergebnisse. Die Nordeuropäer können vor allem in den Bereichen Bildung, Soziales und Gleichberechtigung punkten. Nachholbedarf besteht – wie auch bei allen anderen Industrienationen – im Bereich des nachhaltigen und klimafreundlichen Konsums.

 

 

 

Klassische Nachhaltigkeit: Mehr als die Hälfte Schwedens ist bewaldet.

Nachhaltigkeit hat sich zum Trendbegriff schlechthin entwickelt. Ursprünglich entstammt der Begriff der Nachhaltigkeit aus der Holzwirtschaft. Grundlage des Gedankens ist es, auch beim Eingriff in die Natur eine Balance und Stabilität im System zu gewährleisten. In der Praxis sollten also immer nur soviel Bäume gefällt und verwertet werden wie auch wieder aufgeforstet werden können. Dieses Prinzip wird mittlerweile auf viele Bereiche der Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie übertragen – und gebrochen. So rückt der „Earth Overshot Day“ seit Jahren im Kalender immer weiter nach vorne. Der „Earth Overshot Day“ bezeichnet den Tag im Jahr, an dem der Verbrauch natürlicher Ressourcen durch die Menschheit die Kapazitätsgrenze der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen erreicht hat. Bei einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Mensch und Natur wäre der „Earth Overshot Day“ am Jahresende, de facto wurde der Tag im vergangenen Jahr bereits am 8. August erreicht. Nachhaltiges Handeln ist also das Gebot der Stunde, denn im Zeichen der weltweiten Klimakrise sowie der immer größer werdenden Schere zwischen arm und reich, sind die Rahmenbedingungen für zukünftige Generationen stark bedroht.

 

 

Nachhaltige Staaten

Wenn Du eine Waschmaschine, einen Kühlschrank oder ein sonstiges Elektrogerät kaufst, achtest Du sicher auch auf die Energieeffizienz des Gerätes. Denn ein teureres Gerät der Energieeffizienzklasse A+++ rechnet sich durchaus, während ein billiges Gerät der Klasse B schnell teuer werden kann. Als informierter Konsument weißt Du, dass Du in Deine Kalkulation verschiedene Faktoren einbringen musst. Wenn du also ein nachhaltiges Produkt wählen willst, darfst du die Rechnung nicht ohne den Stromverbrauch machen. Dass auch die Nachhaltigkeit von Staaten bewertet wird, ist dagegen nicht besonders bekannt. Doch genauso wie Waschmaschinen erhalten auch Staaten Ratings und Bewertungen.

 

In den Finanzmärkten haben sich Nachhaltigkeitsratings bereits etabliert, um Unternehmen nach ethischen und ökologischen Maßstäben zu bewerten. Basis für diese Bewertung ist die sogenannte ESG-Analyse („Environment Social Governance“), die Chancen und Risiken einzelner Marktteilnehmer ermittelt. Schwieriger ist die exakte Bewertung von Staaten. Hier spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Innerhalb von drei Gruppen werden 140 Indikatoren beurteilt. Bewertet wird zum einen die Zukunftsfähigkeit des Staates. Dabei werden wirtschaftliche, sozialstaatliche und ökologische Aspekte berücksichtigt. Eine weitere Rolle spielen der Demokratiegrad und die Rechtsstaatlichkeit des Landes. Außerdem berücksichtigt werden auch die Arbeit der Regierung, die demokratischen Kontrollmechanismen sowie die aktive Einbeziehung gesellschaftlicher Gruppen in den Willensbildungsprozess.

 

 

Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Die skandinavischen Länder erfüllen bereits viele Nachhaltigkeitskriterien.

Anlässlich des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung, haben die Vereinten Nationen 2015 insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet. Dabei geht es genauso um die Sicherstellung wirtschaftlicher und sozialer Grundlagen der Gesellschaften wie auch um die klimafreundliche und ökologische Entwicklung des Landes.

 

Die Staatengemeinschaft ist dabei aufgefordert, bis zum Jahr 2030 die Grundbedürfnisse zu sichern. Dazu zählen ausreichende Ernährung, Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitären Einrichtungen sowie zivile Sicherheit. Darüber hinaus sollen die Staaten auch für Gleichberechtigung und Bildung sorgen und extreme soziale Ungleichheit verhindern. Ebenso zählen klimapolitische und ökologische Vorgaben zu den Entwicklungszielen. Die Länder sind gleichfalls aufgefordert, eine klimafreundliche und moderne Energieversorgung auf- beziehungsweise auszubauen und den Ausstoß von CO2 drastisch zu reduzieren.

 

Die Formulierung dieser Ziele macht klar, dass bislang kein Staat sämtliche Vorgaben erfüllt. Während in den sogenannten Entwicklungsländern der CO2-Ausstoß gering ausfällt, sind hier Fragen der Grundsicherung völlig ungeklärt. Dagegen haben die Industrienationen bereits viel in den Bereichen der wirtschaftlichen Stabilität, Bildung und Gleichberechtigung erreicht. Schlechte Ergebnisse erzielen diese Länder jedoch im Klima- und Umweltschutz.

 

 

Schweden: Ja zu Erneuerbaren Energien – nein zum Atomausstieg

Gut die Hälfte des Landes ist in Schweden bewaldet, hinzu kommen unzählige Seen. Schweden ist optisch ein ökologischer Masterplan. Entsprechend nimmt das Land die Spitzenposition unter den nachhaltigen Staaten ein.

 

Die schwedische Nachhaltigkeitsstrategie, die fest in das politische System verankert ist, zeigt unter anderem seinen Erfolg im – für europäische Maßstäbe – niedrigen CO2-Ausstoß. Dieser liegt mit 5,17 Tonnen pro Jahr und Einwohner erfreulich unterhalb dem europäischen Durchschnitts von 8,33 Tonnen CO2.

 

Das schwedische Erfolgsrezept ist dabei der konsequente Abschied von fossilen Energieträgern. Diese machen nur noch 9,5 Prozent der Energieversorgung aus, der europäische Durchschnitt liegt noch oberhalb der 50 Prozent-Marke. Dagegen baut Schweden Anlagen für Erneuerbare Energien weiter aus und versorgt sich bereits mit 22,7 Prozent aus regenerativen Energiequellen.

 

Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie tut sich Schweden allerdings schwer. Aktuell soll die Mehrheit der bestehenden zehn Reaktoren aus den 70er und 80er Jahren nach und nach durch neue Anlagen ersetzt werden, lediglich drei Anlagen sollen bis 2020 vom Netz gehen.

 

 

Dänemark: Vorreiter im Bereich Erneuerbarer Energien

Eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie ist in Dänemark ein fester Bestandteil der Politik.  Der durchschnittliche CO2-Ausstoß liegt auch in Dänemark unter dem europäischen Durchschnitt bei 7,24 Tonnen pro Person und Jahr.

 

Vorbildlich agiert Dänemark im Bereich der Energieversorgung. Bereits mehr als 43 Prozent stammt aus erneuerbaren Quellen, für den Rest wird noch Kohle und Gas genutzt. Gegen die Nutzung von Atomenergie hat sich Dänemark bereits in den 80er Jahren entschieden und Anfang des Jahrtausends das letzte Atomkraftwerk vom Netz genommen.

 

 

Norwegen: Wasserkraftwerke decken fast den gesamten Energiebedarf

Die Erdölförderung hat Norwegen einst reich gemacht. Doch für die nationale Energieversorgung wurde und wird das schwarze Gold nicht eingesetzt. Auch auf Kohle- und kommerzielle Atomkraftwerke hat Norwegen nie gebaut. Das Land bezieht mit rund 98 Prozent fast seine gesamte Energie aus Wasserkraftwerken. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß liegt in Norwegen mit 7,8 Tonnen leicht unter dem europäischen Durchschnitt.

 

 

Ist Nachhaltigkeit auch Dein Thema?

Die drei skandinavischen Staaten zeigen, dass nachhaltige Entwicklung viele unterschiedliche Gesichter hat. Ein wichtiger Baustein ist es jedoch generell Erneuerbare Energien zu nutzen und das klimaschädliche CO2 drastisch zu reduzieren.

 

Unterstützen kannst du diese Entwicklung durch nachhaltige Geldanlagen. Denn hier entfaltet Geld seine positive Wirkung und Du kannst sicher sein, dass Deine Investitionen nur in soziale, ökologische und klimafreundliche Projekte angelegt werden. Klimafonds, erfahrener Berater für nachhaltige Geldanlagen, hilft Dir, Deine optimale und nachhaltige Anlagestrategie zu entwickeln.

 

 

 

 

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30. Januar 2017

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Kaffee und Tee sind in aller Welt beliebt. Die Muntermacher haben allerdings einen weiten Weg zu uns und werden noch immer vielfach unter ausbeuterischen Verhältnissen geerntet. Erfreulicherweise nimmt das Interesse an fairem Handel stetig zu. Kunden haben mittlerweile in fast allen Geschäften die Möglichkeit, fair gehandelte Produkte zu wählen. Gut, gleichzeitig auch auf Bio-Siegel zu achten.” ]

 

 

Kaffee oder Tee – ehemalige Luxusgüter haben eine festen Platz in unserem Alltag gefunden.

Mit welchem Getränk hast Du Dich heute Morgen auf den Tag eingestimmt? Mit Kaffee, der unangefochtenen Nummer eins der beliebtesten Heißgetränke in Deutschland? Oder hast du Dich für Tee entschieden? Tee ist das beliebteste Getränk weltweit.

 

Die beiden beliebten Muntermacher Kaffee und Tee sind klassische Kolonialwaren. Das heißt, dass die Rohstoffe für diese Getränke aus fernen Ländern kommen und von dort – durch Handel, vielfach aber durch Eroberung und Kolonialisierung – ihren Weg nach Europa fanden.

 

 

Kaffee und Tee  – vom Luxus zum Alltag

Und die Nachwirkungen des oft unfairen Handels sind noch heute in vielen Ländern schmerzhaft spürbar. Denn obwohl die Weltmarktpreise für Kaffee und Tee in den letzten Jahren gestiegen sind, sind diese Produkte in Europa keine Luxusgüter. Sie zählen zu den alltäglichen Lebensmitteln, die für nahezu alle Konsumenten bezahlbar sind.

 

Dabei machen sich die Kosten für das Rohprodukt nur zum Teil bei den Ladenpreisen für Kaffee und Tee bemerkbar. Der Löwenanteil entfällt auf die Handelsmargen, die Löhne für die Arbeiter in den Anbauländern sind dagegen verschwindend gering.

 

 

Fair Trade: Good News – Bad News

Die gute Nachricht: Generell nimmt das Interesse der Verbraucher an fair gehandelten Produkten zu. Laut einer Studie der Fair Trade-Organisation GEPA interessieren sich Kunden mehr denn je dafür, woher ihre Lebensmittel kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden. Und sie entscheiden sich zunehmend für Produkte aus gerechtem Handel. Durch eine breite Palette an fair gehandelten Produkten – weit über die Klassiker Kaffee und Tee hinaus – und einer verstärkten Präsenz im Handel – vom Bioladen bis hin zum Discounter – treibt sich der faire Handel selbst immer weiter an.

 

Die schlechte – oder auch einfach nur ernüchternde – Nachricht: Obgleich Organisationen wie GEPA nunmehr seit vier Jahrzehnten informieren, aufklären und durch eine breite Basis an ehrenamtlichen Kräften Produkte zu vernünftigen Preisen anbieten, hat fair gehandelter Kaffee noch immer einen verschwindend kleinen Marktanteil von rund 3 Prozent in Deutschland. Fair Trade Produkte – allen voran der beliebte Kaffee – boomen zwar, es ist aber noch viel Luft nach oben.

 

 

Was Du über Kaffee wissen solltest

1. Wirtschaftsfaktor Kaffee

Gemessen am Wert, ist Kaffee die Nummer zwei der am meisten gehandelten Rohstoffe weltweit. Nummer eins ist nach wie vor Erdöl.

 

2. Kaffee-Republik Deutschland

In Deutschland werden durchschnittlich pro Person und Jahr 150 Liter Kaffee getrunken. Damit ist Deutschland auch weltweit der zweitgrößte Importeur für Kaffee. Nur die USA importiert noch mehr.

 

3. Big five – Konzerne statt Kolonialherren

Fast die Hälfte (45 Prozent) des weltweiten Kaffeegeschäfts läuft über nur fünf Konzerne ab, allen voran, der Schweizer Lebensmittelmulti Nestlé.

 

Auf den konventionellen Kaffeeplantagen in Afrika, Süd- und Mittelamerika arbeiten vor allem Kleinbauern, die für die harte Landarbeit nur geringe Löhne erhalten. Die Bewirtschaftung geschieht kaum noch auf dem eigenen Land. Die Arbeiter sind in einer schwachen Verhandlungsposition und abhängig von den großen Kaffeekonzernen. Für ihre harte Arbeit erhalten sie durchschnittlich weniger als 2 Dollar pro Tag. Damit befinden sie sich in einer Falle aus Armut und Ausbeutung.

 

4. Alternative: Fair Trade

Bäuerliche Kooperativen bieten kleinen Kaffeebauern und Landarbeitern einen Ausweg aus der Armutsspirale. Die gezielte Zusammenarbeit wird von politischen und kirchlichen Ein-Welt-Initiativen, Fair Trade-Organisationen und Entwicklungsdiensten gefördert. Diese ermöglichen Kredite, vermitteln Abnehmer für die Ernte und beraten die Kooperativen rechtlich und wirtschaftlich. So können die landwirtschaftlichen Kooperationen eine sichere und gerechte Bezahlung erreichen und langfristig ihren Lebensunterhalt sichern. Hauptsächlich kommt der Kaffee aus fairem Handel aus Honduras, Peru, Mexiko und Tansania.

 

 

 5. Fair und bio – eine gute Kombination für die Umwelt

Fairer Handel ist gut für den Menschen, ökologischer Anbau ist gut für die Umwelt und das Klima. Kaffeeanbau verbraucht viel Wasser und produziert durch Verarbeitung und Transport das klimaschädliche CO2. Neben den ethischen Fragen gilt es beim Anbau von Kaffee auch, die ökologischen Aspekte zu berücksichtigen. Kaffeeplantagen, die auf biologischen Anbau setzen, verwenden keine künstlichen Dünger und Pestizide. Auch wird auf eine biologische Vielfalt im Feld geachtet. Beispielsweise kann durch die gezielte Ansiedlung von schattenspendenden Bäumen die Bewässerung optimiert werden. Bereits rund drei Viertel des fair gehandelten Kaffees war 2015 auch bio-zertifiziert.

 

 

Volle Kanne für fairen Kaffeegenuss

Fair und bio – bei Tee und Kaffee eine perfekte Kombi!

Oft ist es gar nicht so einfach, Dinge in der Welt zu ändern. In Sachen Kaffee hältst Du die Fäden jedoch in der Hand: Entscheide Dich beim Kauf Deines Kaffees für Produkte aus fairem Handel und achte auch hier auf Bio-Ware. Keine Angst vor neuen Sorten – während in den Anfängen des fairen Handels nur wenige – teilweise sehr starke – Sorten angeboten wurden, hält der faire Handel heute Kaffee für jeden Geschmack bereit. Wenn Du unterwegs viel Kaffee trinkst, achte auch auf faire Angebote. Viele Coffee-Shops bieten auch Fair Trade-Kaffee an. Wenn Du nicht fündig wirst, kannst Du nachfragen oder Dir Deinen Kaffee von zu Hause mitnehmen.

 

 

Lieber Tea-Time als Kaffeeklatsch?

Zwar ist Kaffee in Deutschland noch beliebter als Wasser und Bier, dennoch hat auch Tee hier viele Freunde. Besonders gefragt sind – neben dem klassischen Schwarztee – auch seit Jahren grüner und weißer Tee, sowie der südamerikanische Mate und der chinesische Olong.

 

Kenner und Liebhaber mögen sich über die Feinheiten streiten und die geschmacklichen und ästhetischen Unterschiede zwischen Tee und Kaffee beschwören – wenn es um Anbau, Transport, Bezahlung der Erntearbeiter und Gewinnmargen der Produzenten geht, ist der Unterschied zwischen Kaffee und Tee nur noch gering.

 

 

Was Du über Tee wissen solltest

 1. Weltweites Tee-Oligopol

Die Vielfalt an Tees ist erschlagend. Ein nahezu unüberschaubares Angebot an unterschiedlichen Geschmackrichtungen und Zusammenstellungen, aber auch ohne diese vielfältigen Variationen ist die Teepflanze selbst bereits für 3.000 unterschiedliche Teesorten verantwortlich. Dieser Angebotsauswahl steht eine ernüchternd kleine Marktmacht gegenüber: Lediglich drei multinationale Konzerne beherrschen den internationalen Tee-Markt.

 

Die Folgen für die Arbeiter auf den Teefeldern ähneln denen der Kaffeebauern. Auch im Tee-Markt herrscht ein ausbeuterischer Preisdruck in Sachen Arbeitskraft. Die Löhne liegen auf den Teefeldern Asiens und Afrikas häufig unterhalb des durchschnittlichen Lohnniveaus des Landes. Entsprechend können die Erntearbeiter kaum ihre Existenz sichern.

 

Auch in diesem Bereich sind Fair Trade-Organisationen aktiv, um Tee-Kooperativen zu stärken und sich für bessere Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne einzusetzen.

 

 

Gift im Tee – Ein Klassiker, leider nicht nur im Krimi

Giftmord ist ein Klassiker der Todesarten englischer Kriminalromane. Allerdings befindet sich viel häufiger Gift in den Teetassen als vermutet. Und auch wenn die Dosis nicht gleich tödlich wirkt, so sind doch die hohen Pestizidrückstände die regelmäßig in vielen Teesorten nachgewiesen werden keineswegs gesundheitsförderlich. Weder für den Teetrinker, noch für den Erntearbeiter.

 

Tee ist ein einträgliches Geschäft. Durch den massiven Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln auf den Tee-Plantagen in Afrika, Süd- und Mittelamerika sollen Ernte-Einbußen vermieden werden. Dass damit auch der Boden langfristig geschädigt wird und Pestizid-Rückstände im Endprodukt landen, wird dabei billigend in Kauf genommen. Keine zu unterschätzende Gefahr, denn Pestizide stehen im Verdacht, für Krebserkrankungen, Wachstumsstörungen und Missbildungen verantwortlich zu sein. Die Konsequenz liegt auf der Hand. Bei Tee solltest Du unbedingt auf Bio-Ware achten – und natürlich auch auf das Fair Trade-Siegel.

 

 

Fair handeln, fair genießen

Wenn Du Dich für Produkte aus fairem Handel entscheidest, setzt Du den Hebel genau an der richtigen Stelle an: Du bewirkst etwas durch Deinen Konsum und damit auch durch Dein Geld.

 

Diesen wirkungsvollen Hebel kannst du nicht nur bei Deinen Einkäufen ansetzen, sondern auch bei Deinen Geldanlagen. Klimafonds, erfahrener und unabhängiger Anbieter nachhaltiger Geldanlagen hat für Dich ein breites Angebot an fairen und klimafreundlichen Investments. So kannst Du sicher gehen, dass Dein Geld nicht in Ländern und Unternehmen angelegt wird, die Krieg, Ausbeutung, Kinderarbeit, Zerstörung der Umwelt und des Klimas in Kauf nehmen.

 

Sei ein Teil der positiven Veränderung und informiere Dich. Am einfachsten geht es mit dem Klimafonds Fragebogen.

 

 

 

Carmen SW300_300 Carmen Junker, Klimafonds-Expertin: Geld regiert die Welt, so heißt es immer. – Bei Klimafonds könnt Ihr mitregieren. Gut für die Umwelt, gut für Deine Finanzen. Mehr über Klimafonds findet Ihr auf Facebook, Google+ und  Twitter.