2020 April

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28. April 2020

Das Coronavirus anzugehen, ohne die Krisen des Klimawandels und der Biodiversität zu beachten, wäre ein Fehler, angesichts der Art und Weise, wie alle drei miteinander verbunden sind, sagte ein Experte für den Schutz von Wildtieren in „Axios auf HBO“.

 

 

Wenn wir den Zusammenhang nicht erkennen, werden wahrscheinlich noch mehr schwer zu bekämpfende Krankheiten vom Tier auf den Menschen überspringen, sagte Joe Walston von der Wildlife Conservation Society in einem Interview.

 

 

Der Kontext: Viel Aufmerksamkeit hat sich auf die Märkte in China konzentriert, bei denen viele Wildtiere dicht beieinander gehalten und zum Verzehr an den Menschen verkauft werden. Obwohl Krankheiten auch in anderen Umgebungen von Tieren auf den Menschen übertragen werden können, so Walston, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der Übertragung, wenn die Tiere aus ihrem natürlichen Lebensraum herausgenommen und unter Stress und in die Nähe anderer Tiere gebracht werden, erheblich.

 

 

Die Schliessung solcher Märkte würde es für Viren wie SARS-CoV-2, die COVID-19 verursachen, viel schwieriger machen, vom Tier auf den Menschen zu überspringen, sagte er.

 

Mehr als eine Milliarde Menschen erkranken jedes Jahr an Krankheiten, die mit Tieren zusammenhängen, sagte Walston. Viele der jüngsten schweren neuen Krankheiten stammten von Tieren.

 

 

Die Entnahme von Wildtieren aus ihrer Umwelt stört ihre heimischen Ökosysteme, was der biologischen Vielfalt schadet und den Klimawandel verschärft, fügte er hinzu.

 

 

„Wenn man Elefanten aus den Wäldern Zentralafrikas entfernt, hat man den wichtigsten Samenverbreiter und den wichtigsten Gärtner dieses Systems entfernt, und die Wälder beginnen sich zu degradieren“, sagte er.

 

 

Walston schlug vor, dass dieser gefährliche Moment für die Menschheit ein Wendepunkt in allen drei Krisen sein könnte, wenn wir die Warnung beherzigen.

 

 

„Es ist traurig, dass Menschen vor den Haustüren der Menschen sterben müssen, dass Menschen in ihren Familien sterben müssen, dass dieser Weckruf erfolgt, der immer unweigerlich später erfolgt, als er erfolgen muss. Aber ich glaube, dass die Welt jetzt begreift, dass es sich um Umweltprobleme handelt, und dass sie sich wiederholen werden, wenn wir nichts unternehmen.“

 

Das Fazit: Die Corona-Krise könnte sich leicht wiederholen und verschärfen, wenn wir keine geeigneten Maßnahmen ergreifen.

 

 

„Wir haben die volle Macht, praktisch alles zerstören zu können“, sagte Walston.

 


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8. April 2020

„Es kommt nicht überraschend, dass Riester-Verträge im Crash wieder auffallen. Das Problem wird nun zum zweiten Mal offenbart“, wird Niels Nauhauser, Abteilungsleiter für Altersvorsorge bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg im Handelsblatt vom 8. April 2020 zitiert. Wie schon in der Finanzkrise 2008 wurden auch in der Corona-Krise Milliarden Euro in geförderten Riesterverträgen von Aktien in Anleihen umgeschichtet. Die als besonder rentierlich beworbenen Fondsparpläne wie DWS Riester Rente Premium oder ähnliche Ansätze von Union Investment (Volks- und Raiffeisenbanken) oder Deka (Sparkassen) begehen in solchen Zeiten irrsinnge Fehler in der Asset Allocation und drücken die Renditen für Anleger auf null Prozent.

 

Der Hintergrund: Das Problem Kapitalgarantie

Der Gesetzgeber wollte bei der Riester-Rente das hohe Sicherheitsbedürfnis der deutschen Anleger befriedigen und hat eine sogenannte Kapitalgarantie eingebaut. Das bedeutet, dass aus einem Riester-Vertrag zu Beginn der Rente mindestens das insgesamt eingezahlte Kapital wieder zur Verfügung stehen muss, also mindestens eine Rendite von Null Prozent erzielt werden muss.

 

Das war bei Einführung der Riester-Rente 2002 und den damaligen Zinssätzen noch vertretbar (wenn auch damals schon nicht sinnvoll), denn die Kapitalgarantie muss immer mit Zinsprodukten erreicht werden. Niedrige Zinsen machen die Garantie teuer.

 

Mittlerweile ist die Kapitalgarantie durch die extrem niedrigen Zinsen eine absolute Belastung für die Riesterverträge geworden und verhindert schon in normalen Zeiten ordentliche Renditen. In Crash-Zeiten vernichtet sie die Rendite einiger Riesterprodukte praktisch komplett.

 

Wieso Riester-Fondssparpläne so stark betroffen sind

Riestersparen kann über verschiedene Durchführungswege gemacht werden, unter anderem über Banksparpläne, Bausparverträge, Abzahlung von Immobilienkrediten, Versicherungen oder eben über Fondssparpläne.

 

Die meisten Durchführungswege sind wegen der exrem niedrigen Zinsen kaum noch interessant. Man versucht deshalb, dass man die langfristig hohen Renditen der Aktienmärkte auch in Riester-Produkten nutzen kann.

 

Das geht zum einen über fondsgebundene Versicherungsverträge und zum anderen über Fondssparpläne in Aktienfonds. Beide müssen jedoch die Kapitalgarantie darstellen.

 

Bei den Versicherungen wird dazu das Anlagevermögen des Riester-Vertrages in 2 Töpfe aufgeteilt. Der erste Topf enthält Geld, das mit dem Garantiezins (aktuell 0,9% bei fast allen Gesellschaften) hochgerechnet wird und das so berechnet wird, dass es zum Rentenbeginn mindestens die Beitragsgarantie erreicht. Das übrige Geld sowie die Überschüsse aus dem ersten Topf, der regelmäßig höhere Renditen erreicht als der Garantiezins ist, werden in Aktienfonds angelegt. Dieses Sytem läuft unabhängig vom Börsengeschehen und stellt auch in Crash-Zeiten kein Problem dar.

 

Anders bei den Fondsgesellschaften, allen voran der Deutschen Bank Tochter DWS mit ihren rund 700.000 Riesterverträgen, der Genossenschaftlichen Union Investment oder der Sparkassenorganisation Deka. Dort wird die Kapitalgarantie über, für den Anleger nicht transparente, Algorithmen und Kapitalanlagestrategien gesteuert. Das Versprechen: Die Fondsgesellschaften würden die Verteilung des Anlegergeldes zwischen Aktien, Anleihen und sonstigen Wertpapieren automatisch so steuern, dass das Kapital garantiert ist und trotzdem gute Renditen erzielt würden.

 

Wer sich mit Kapitalanlagen beschäftigt weiß, dass das die Quadratur des Kreises wäre. Und genau daran scheitert das System, besonders in Crash-Zeiten. Extremes Beispiel ist das Finanz-Startup Fairr, das in dieser Situation alle Aktien-ETF’s in den Riesterverträgen verkaufte und nun 90 Prozent in Liquidität und 10 Prozent in Anleihen hält. Das ist extrem und widerspricht allem, was ausgezeichnete Investoren immer lehren. Der viel zitierte, seit Jahrzehnten erfolgreiche US-Investor Warren Buffet: „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind“. Jetzt sind die Zeiten um Aktien zu halten und Aktien zu kaufen!

 

Was tun wenn man einen Riester-Fondsparplan hat?

Über 3 Millionen Deutsche riestern über einen Fondsparplan. Das geschilderte Problem kostet extrem Rendite und führt über die Jahre mit einem hohen Risiko zu einer Anlagerendite von null Prozent. Da aber der Anleger selbst meist nur einen Teil seiner Beiträge zahlt, der Rest vom Staat eingezahlt wird, sichert er sich trotzdem noch eine Verzinsung auf das nur von ihm eingesetzt Kapital.

 

Trotzdem: es geht besser; aus unserer Sicht mit Fondsparplänen in auf Versicherungen basierten Riester-Verträgen. Wer noch längere Zeit in seinen Riestervertrag einspart (15 Jahre oder länger), sollte den Wechsel prüfen.

 

Wer einen neuen Riestervertrag abschließt, muss sich der Risiken der intransparenten Fondssparpläne bewusst sein. Unsere Empfehlung sind aktuell ethisch-ökologisch anlegende Riester-Rentenversicherungen. Wer auf die Zuschüsse in den Riesterverträgen verzichtet, kann auch ohne Förderung aufgrund der niedrigeren Kosten und dem Verzicht auf die Kapitalgarantie mit normalen Ansparplänen in ETF’s oder Fonds ähnliche Ergebnisse erzielen. Dabei bleibt er flexibel und spart sich die komplizierten Riester-Regelungen (keine Beleihung, keine Vererbbarkeit, hohe Besteuerung in der Rentenphase, lohnend nur bei sehr langer Lebensdauer, etc.).