2018 November

Sonderkonditionen, Aktionen und wertvolle Tipps zur Optimierung Ihrer nachhaltigen Geldanlage

7. November 2018

 

Robo Advisor treten an um die persönliche Vermögensverwaltung durch einen Berater aus Fleisch und Blut in einen Online-Prozess zu wandeln. Das geht schneller, 24-Stunden rund um die Uhr und ermöglicht auch für normale Menschen Anlagestrategien, wie sie zuvor nur für sehr wohlhabende Kunden zur Verfügung standen. Das alles zu sehr niedrigen Kosten.

 

Meist beantwortet dazu der User einige Fragen und bekomme im Anschluss durch den Robo Advisor einen Anlagevorschlag erstellt. Dieser Anlagevorschlag kann durch den Anleger angenommen und umgesetzt werden. Die laufende Betreuung der Wertpapiere übernimmt ebenfalls der Robo Advisor.

 

Meist sind die heutigen Angebote auf ETF-Strategien für an den Börsen gehandelte Wertpapiere beschränkt. Ein echtes Robo Advisory würde ja grundsätzlich auch viele andere Produktekategorien wie Fondspolicen, Zertifikate, AIF’s oder aktive Fonds umfassen.

 

Wir erklärenen Ihnen alles was Sie über Robo Advisor wissen müssen.

 

Inhalt

 

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1. Wie ist der Robo Advisor aufsichtsrechtlich einzuordnen?
2. Was ist ein Robo Advisor?
3. Robo Advisor: worin unterscheiden sich die Angebote?
4. Sicherheit und Risiko bei Robo Advisor
5. Gebühren und Kosten bei Robo Advisor
6. Was spricht für und was gegen Robo Advisory?
7. Wie geht es weiter mit dem Robo Advisor Markt?

 

 

Wie ist der Robo Advisor aufsichtsrechtlich einzuordnen?

 

Wer in Deutschland andere bezüglich derer Finanzanlagen berät benötigt dafür eine Lizenz. Diese erhält er nur, wenn bestimmte Vorraussetzungen wie Fachkompetenz, persönliche Kompetenz, abgeschlossene Haftpflichtversicherungen oder geordnete Vermögensverhältnisse vorhanden sind.

 

Die entsprechenden Zulassungen sind auf Berater aus Fleisch und Blut ausgelegt – eine eigene Regelung für Robo Advisor gibt es derzeit nicht. Entsprechend müssen hinter den Robo Advisoren immer noch Unternehmen stehen, die die eigentlichen Zulassungen halten.

 

Die beiden anschließend beschriebenen Zulassungen sind beide bei Robo Advisoren vorzufinden.

 

Vermögensverwalter mit §32 KWG Lizenz

 

Das ist die umfangreiche, aufwendig zu erwerbende Lizenz. Sie wird offiziell Finanzportfolioverwaltung genannt und ermächtigt den Vermögensverwalter, im Rahmen eines vom Anleger vorgegebenen Auftrags Wertpapiere im Namen des Anlegers zu handeln.

 

Finanzanlagenvermittler mit §34f Gewerbordnung

 

Neben den oben genannten Vermögensverwaltern gibt es auch noch die Bereichsausnahme des § 2 Absatz 6 Satz 1 Nummer 8 des Kreditwesengesetzes. Danach dürfen, je nach Umfang der Zulassung, auch bestimmte Teilbereiche von Vermittlern erbracht werden, die nicht über die umfangreiche (und damit teure) Lösung nach §32 KWG verfügen.

 

Diese dürfen dann zum Beispiel Beratung und Vermittlung von Investmentfonds, geschlossenen Fonds oder Vermögensanlagen erbringen.

 

Was ist ein Robo Advisor?

 

Aus Sicht des Interessenten ist der Robo Advisor zunächst ein Internet-Angebot, bei dem er einen (meist kostenlosen) Anlagevorschlag für eine Geldanlage erhält.

 

Dazu muss er Angaben machen wie Geburtstag, bisherige Erfahrungen mit Geldanlagen, Risiko-Neigung, Vermögensverhältnissen, Rendite-Vorstellungen und Anlagehorizont.

 

Im nächsten Schritt erhält er dann den für ihn passenden Anlagevorschlag. Dieser beruht meist auf ETF’s, kann aber auch andere Anlageklassen beinhalten. Der Anlagevorschlag basiert praktisch immer auf einer sehr breiten Auswahl an Wertpapieren, so dass die Verlust-Risiken begrenzt werden. Kursschwankungen sind allerdings trotzdem zu erwarten und müssen – je nach Risikoprofil des Anlegers – verkraftet werden.

 

Erst jetzt erfolgt meist die Entscheidung durch den Anleger, ob er tatsächlich die Anlage bei diesem Robo Advisor vornehmen möchte. Dann erfolgt die Depoteröffnung.

 

Robo Advisor: worin unterscheiden sich die Angebote?

 

Auch wenn es viele Gemeinsamkeiten gibt, unterscheiden sich die Angebot im Detail. So sind die gestellten Fragen unterschiedlich, die Anlagestrategien, die Kosten und die Betreuung nach Abschluss eine Anlage.

 

Bedeutender als die Unterschiede zwischen den einzelnen Robo Advisor sind allerdings die Unterschiede in den jeweiligen Anlagestrategie. Dass der Interessent eine für ihn passende Anlagestrategie vorgeschlagen bekommt ist wichtiger für den langfristigen Anlageerfolg als Zehntelpunkte Kostenunterschiede oder ob 3, 7 oder 17 unterschiedliche Strategien zur Verfügung stehen.

 

Wer zusätzlich auch ethische-ökologische Kriterien berücksichtigen möchte, hat allerdings nur einen sehr kleinen Kreis an möglichen Anbietern. Die meisten Robo Advisor kennen das Thema Ethik & Ökologie überhaupt nicht oder setzen es nur mit Green Washing Aktionen um.

 

Sicherheit und Risiko bei Robo Advisor

 

Risiken bei der Geldanlage lauern an unterschiedlichen Stellen. Eine 100-prozentig sichere Geldanlage gibt es übrigens nicht, auch nicht beim Robo Advisor. Auch das so häufig genannte Kopfkissen als Geldanlage ist übrigens nicht sicher, schließlich gibt es immer wieder Einbrüche.

 

Risiko 1: Die Anlagebank

 

Der Robo Advisor nutzt in aller Regel eine Bank zur Abwicklung der Wertpapiergeschäfte. Alle Wertpapiere bei deutschen Banken bleiben immer im Besitz des Eigentümers, so dass diese grundsätzlich von einer Insolvenz der Bank oder auch des Robo Advisors nicht betroffen sind. Anders sieht es mit Konten aus. Wenn also beispielsweise das Anlagegeld zunächst auf eine Konto der Bank überwiesen wird und vor Kauf der Wertpapier die Bank insolvent geht, müsste die Einlagensicherung greifen.

 

Die Einlagensicherung deckt europaweit mindestens 100.000 Euro pro Kunde und Bank ab. Viele Banken sind jedoch auch darüber abgesichert. Doch gerade wer die Krisen 2008 und 2011 miterlebt weiß: auch Sicherungssystem können überfordert sein. Nach der Rettung von 2 oder 3 Großbanken könnte das im Extremfall passieren. Dann wären die Garantien ebenfalls wertlos – glücklich wäre, wer sein Geld in Wertpapieren statt auf Konten hätte.

 

Risiko 2: Anlagestrategie

 

Während das Risiko 1 nur in Extremfällen zuschlagen dürfte, ist die Anlagestrategie des Robo Advisors für die meisten Kunden das größere Risiko.

 

Besonders in einer Zeit wie der unsrigen, in der viele Menschen und viele Anlageberater und Software-Programmierer noch keine großen oder sehr gr0ßen Kursrückgänge erlebt haben. Schließlich kennen die Wertpapierbörsen seit 2008 praktisch nur den Weg nach oben.

 

Egal bei welchem Robo Advisor: wer eine der renditeträchtigeren Strategien auswählt sollte unbedingt einen längerfristigen Zeithorizont dafür haben. Nur dann werden die zwischenzeitlichen Kursrückgänge auch zuverlässig wieder durch Gewinne ein- und überholt.

 

Gebühren und Kosten bei Robo Advisor

 

Die Kosten bei Robo Advisory sind transparent und durchwegs sehr niedrig. Sie können aufgeteilt werden in Portfolio-Kosten und in Servicegebühren.

 

Portfolio-Kosten

 

Die Portfolio-Kosten sind ganz allgemein die Kosten, die auch ohne die Nutzung eines Robo Advisor anfallen würden, anzusehen. Das sind beispielsweise die Kosten für den Handel von Wertpapieren, laufende Kosten von ETF’s / Fonds, Performance-Fees von ETF’s/Fonds oder Depotgebühren.

 

Setzt der Robo Advisor auf ETF’s – wie das die meisten tun – sind die jährlichen Kosten dort mit rund 0,25 bis 0,5 Prozent anzusetzen. Diese werden direkt dem ETF-Guthaben entnommen und reduzieren damit die Rendite. Bei allen Rendite-Angaben zu ETF’s oder Investmentfonds sind diese Kosten zuvor schon abgezogen.

 

Teilweise sind Gebühren für den Tausch der ETF’s extra in Abzug zu bringen, teilweise sind diese Gebühren über die Servicegebühr des Robo Advisor abgedeckt. Speziell wenn die Gebühren für einen Tausch direkt vom Anleger zu tragen sind ist es wichtig, wie häufig der Robo Advisor umschichtet, denn jede Umschichtung kostet den Anleger in diesem Fall Geld. Unabhängig von den Transaktionskosten muss der Anleger beim Handel auch Steuern auf Gewinne entrichten; die ruhige Hand mit wenig Umschichtungen hat also erhebliche Vorteile.

 

Servicegebühren

 

Die Servicegebühren sind die eigentlichen Robo-Advisor-Kosten. Mit diesen werden die Kosten für den Internetauftritt, die Entwicklung und Umsetzung der Anlagestrategien und des Services bestritten.

 

In vielen Fällen werden daraus auch die Kosten für den Tausch von ETF’s oder für die Übernahme der Depotgebühr entnommen.

 

Sie betragen je nach Anbieter zwischen 0,25 Prozent und 1,5 Prozent der durschnittlichen Anlagesumme pro Jahr. Sie hängen vom Anbieter, der gewählten Strategie und häufig von der Anlagehöhe ab (je höher, umso niedrigere Gebühren).

 

Steuern

 

Wie bei anderen Anlagen in Investmentfonds auch so müssen auch bei Robo Advisoren Steuern entrichtet werden.

 

Seit 2009 wird dazu in Deutschland die sogenannte Abgeltungssteuer auf Zinsen, Dividenden und Kursgewinne erhoben. Von diesen behält das Finanzamt 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent der Abgeltungssteuer) sowie seit 2015 auch Kirchensteuer ein.

 

Mit der Abgeltungssteuer, die direkt von der Bank einbehalten wird, ist Ihre diesebezügliche Steuerschuld beglichen.

 

Achten Sie darauf, dass Sie die Ihnen zustehenden Freibeträge, die zum Sparerpauschbetrag kombiniert 801 Euro (für ledige) betragen, ausnutzen. Stellen Sie dazu am besten Freistellungsaufträge bei Ihren Banken.

 

Bei Investmentfonds (inkl. ETF’s) gilt, dass die Abgeltungssteuer jährlich auf eine Pauschale anfällt. Die Steuer wird von der Bank direkt abgeführt. Die Pauschale orientiert sich am Wert des Fonds und einem Basiszins. Beim Verkauf der Fonds wird die tatsächliche, über die gesamte Laufzeit ermittelte Rendite um die über die Jahre gezahlten Pauschalen korrigiert.

 

Die steuerliche Behandlung Ihrer Fonds / ETF’s ist praktisch bei allen Robo Advisoren identisch.

 

Was spricht für und was gegen Robo Advisory?

Vorteile

  • es liegt automatisch eine breite Streuung und damit gute Sicherheit vor
  • die Anlagestrategie ist klar und transparent
  • hohe Kostentransparenz
  • sehr zeit- und kostenoptimiert von zu Hause aus zu erledigen
  • schon für relativ geringe Anlagebeträge nutzbar
  • geringe Kosten

Nachteile

  • trotz geringer Gebühren: selbst anlegen ist kostengünstiger
  • Anleger braucht gewisse Grundkenntnisse
  • die meisten Robo Advisor haben noch keine Krisen mitgemacht und sich dort behauptet
  • die Strategien sind standardisiert und wenig individualisiert
  • meist keine Beratungsleistung oder nur gegen Honorar

 

Wie geht es weiter mit dem Robo Advisor Markt?

In den Jahren ab 2016 wurden in Deutschland verschiedene Modelle auf den Markt gebracht. Bei den allermeisten Robo Advisoren fehlen deshalb langfristige Erfahrungswerte. Speziell die Frage, wie sie Krisen wie 2008, 2000, 1987 oder gar ein verlorenes Jahrzehnt wie in den 1970er Jahre meistern, kann niemand verlässlich vorher sagen.

 

Kaum einer der Robo Advisor verdient derzeit Geld. Es geht um Skalen-Effekte und es ist zu vermuten, dass langfristig ein Konzentrationsprozess auf dem freien Markt einsetzen wird. Parallel dazu wird es “Inhouse” Robo Advisor geben. Diese werden von Banken betrieben, die unrentable Anlagesummen auf die Robo Advisor verlagern werden wird. Die Berater der Bank kümmern sich dann nur noch um vermögendere Kunden.

 

 

 

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer von klimafonds.de. Gerd Junker: “Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.” Mehr zu ihm auf Xing und Facebook.