2017 Dezember

Sonderkonditionen, Aktionen und wertvolle Tipps zur Optimierung Ihrer nachhaltigen Geldanlage

29. Dezember 2017

Seit der großen Zäsur in den Jahren 2008 und 2009 hat sich die Situation bei den Geldanlagen drastisch gedreht. Auf die damalige Immobilien- und Finanzkrise folgte ein Run auf alle Sachwerte. Egal ob Immobilien, Gold, Kunstwerke oder Oldtimer, alles hat die letzten 10 Jahre stark an Wert gewonnen.

 

Das gilt auch für die Aktien, die wahrscheinlich stärker als alle anderen Sachwerte in den letzten 10 Jahren zulegten:

 

Seit der Immobilienkrise 2009 einen Gewinn von rund 250 Prozent erzielt: Deutscher Leitindex DAX (Grafik: Comdirect)

 

Noch besser lief es bei den US-Werten, die sogar 280 Prozent zulegten. Entsprechend stellen sich viele Anleger die Frage, ob den Börsen im Jahr 2018 die Luft ausgehen wird.

 

Dazu hat das Magazin Euro in seiner Ausgabe 01 | 2018 fünf prominente Börsenexperten befragt. Die selten so einhellige Meinung: Die Rally läuft weiter. Das Potenzial an den Börsen ist noch lange nicht ausgeschöpft.

 

Natürlich stimmt es, dass der Aktienmarkt wohl im letzten Drittel seines Anstiegs angekommen ist. Das heißt, die Gewinne und die Kurse werden vielleicht nicht mehr so stark zunehmen wie zuvor. Aber nach der alten Börsenweisheit von Sir John Templeton werden Bullenmärkte im Pessimismus geboren, wachsen bei Skepsis, reifen im Optimismus und sterbern bei Euphorie. Von Aktieneuphorie ist weiterhin nichts zu spüren – wie befinden uns derzeit gerade mal in der Phase Optimismus.

 

Börsen dürften auch wegen robuster Wirtschaft weiter steigen

 

Wer sich weniger von der Psychologie – wie Sir Templeton – der Börse nähert sondern eher die harten Fakten bevorzugt, wird sich die wirtschaftliche Entwicklung ansehen. Hier sind die Aussichten so gleichmäßig positiv wie selten zuvor. Ob China, Indien, die USA, Japan Deutschland oder Spanien, Italien und Frankreich: sie alle wachsen gleichzeitig und stimulieren sich entsprechend gegenseitig.

 

Nach einem starken Weltwirtschaftswachstum von 3,6 Prozent in 2017 erwartet der Internationale Währungsfonds IWF für 2018 ein noch etwas stärkeres Wachstum von sogar 3,7 Prozent. Und auch der Ausblick auf die nächsten Jahre sieht ähnlich aus. Obwohl der Höhepunkt des Wirtschaftswachstums in den USA und Europa 2018 oder 2019 erreicht sein dürfte, ist ein kritischer Rückgang der BIP-Zuwächse nicht abzusehen.

 

Wachstum treibt die Gewinne der Unternehmen

 

Der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Börsengewinnen ist indirekt. Das Wirtschaftswachstum treibt üblicherweise die Gewinne der Unternehmen nach oben. Damit können die Unternehmen höhere Dividenden zahlen oder ihr Eigenkapital stärken.

 

Höhere Dividenden kommen direkt in den Taschen der Aktionäre an. Höheres Eigenkapital erhöht den Wert eines Unternehmens; in der Folge steigen die Aktienkurse für dieses Unternehmen. Auch das freut den Anleger.

 

Zusammen mit den fehlenden Alternativen zur Aktienanlage – zum Beispiel liegen die Zinsen für einen Kredit an die Bundesrepublik Deutschland über 5  Jahre nur bei minus 0,3 Prozent jährlich – bleiben die Aussichten für Aktien also auch im neuen Jahr 2018 sehr attraktiv.

 

Trotzdem wachsam bleiben

 

Prognosen sind jedoch schwierig – besonders, wenn sie die Zukunft betreffen! Auch wenn die Vorzeichen auf grün stehen, können jederzeit neue Situationen die Lage auf den Kopf stellen.

 

So stehen Parlamentswahlen im Frühjahr in Italien an – die Stabilität Europas könnte in Gefahr geraten. Der Brexit kommt in die entscheidende Phase; nach den Fortschritten in den letzten Wochen des Jahre 2017 werden in 2018 erste harte Entscheidungen zu treffen sein.

 

Neben der Politik bleiben die Notenbanken zu beachten. Die US Notenbank FED ist schon mitten im Zyklus der Zinserhöhungen. Sie geht sehr behutsam vor und wäre im Falle wirtschaftlicher Probleme sicherlich zu sofortigen Maßnahmen bereit. Trotzdem sind steigende Zinsen grundsätzlich schlecht für Aktienmärkte, denn wer Zinsen risikolos bekommt geht seltener an die risikobehaftete Börse. Das wird sich bemerkbar machen.

 

Die Europäische Zentralbank EZB hingegen ist gerade erst dabei, ihr Anleihkaufprogramm zu halbieren – von 60 Milliarden Anleihekäufen monatlich auf dann nur noch 30 Milliarden Euro. Das lässt sich sogar in Japan erkennen, denn die dortige Notenbank Bank of Japan hat ein geringeres Tempo beim Anwachsen ihrer Bilanz erkennen lassen.

 

Diese Maßnahmen der Notenbank entziehen den Kapitalmärkten Geld. Entsprechend können die Märkte nicht mehr so schnell steigen.

 

Die Inflationsrate ist wichtig

 

Wichtigster Meßpunkt für die Notenbanken ist die Inflationsrate. Alle Notenbanken streben mehr oder weniger ein Ziel von um die 2 Prozent Inflation (Geldentwertung) jährlich an. Bisher haben jedoch ganzen Maßnahmen nur bedingt zum Anstieg der Inflationsrate geführt.

 

Es wird spekuliert, dass dies daran liegt, dass technische Innovationen und die Digitalisierung in vielen Sektren Lohnsteigerungen ausbremsen. Dazu kommt, dass Rohstoffe wie Öl oder Holz weiterhin relativ billig sind.

 

Würde sich das aber ändern und die Inflationsraten sprunghaft zulegen, wären auch die Notenbanken zu einem entschlossenen Handeln gezwungen. Zuletzt legte die Inflationsrate vor rund einem Jahr deutlich zu:

 

Sprunghafter Anstieg der Inflationsrate im November 2016 (Grafik: EZB)

 

 

Das von Nobelpreisträger Robert Shiller entwickelte Shiller-KGV, das den Wert eines Unternehmens in Verhältnis zu seinen Gewinnen der vergangenen zehn Jahren setzt, liegt bei US-Aktien bei rund 30. Nur zwei Mal war das Shiller-KGV in den USA bisher höher: vor dem Platzen der Internetblase 2000 und vor der Großen Depression 1929.

 

Wie sollten Anleger in dieser Börsenphase reagieren?

 

Wer sich die Argumente von oben ansieht, könnte ins Zweifeln kommen und einfach gar nicht investieren. Aber Achtung: wer sich zu früh von den Börsen verabschiedet verpasst möglicherweise die schönsten Jahre mit den kräftigsten Zuwachsraten.

 

Im Schnitt bietet das letzte Drittel eines Bullenmarktes 37 Prozent der gesamten Rendite. Große Börsenjahre wie 1997 (plus 31%), 1998 (26,7%), 1989 (27,3%) und 1980 (25,78%) könnten dem Anleger verloren gehen, wenn er jetzt nicht mehr auf Aktien setzt.

 

Entsprechend sollte der Anleger seinen Asset-Allokation überprüfen. Sie macht rund 2/3 des Erfolg an den Börsen aus. Neben Cash (Liquidität) gibt es klassischerweise Anleihen und Aktien.

 

Abhängig davon, wie lange man noch investieren möchte, sollte man die Asset-Allokation wählen. Wer viel Zeit, also 8 oder mehr Jahre hat, sollte eine hohe Aktienquote wählen – vielleicht 70 Prozent. Wer nur rund 5 Jahre Zeit hat, der dürfte mit ca. 50 Prozent Aktienquote richtig liegen.

 

Wie sieht es mit anderen Anlageformen in 2018 aus?

 

In aller Munde dürften auch 2018 die Immobilien bleiben. Schließlich sind die Zinsen niedrig, was eine Baufinanzierung erleichtert.

 

Immobilien gibt es in unterschiedlichsten Varianten.

Leider wurden die Vorteile durch niedrige Zinsen durch stark gestiegene Grundstückspreise und stark gestiegene Handwerker-Kosten mehr als ausgeglichen. Mit klassischen Wohngebäuden dürfte also kaum Geld zu verdienen sein. Spezial-Gebiet wie Gewerbeimmobilien oder Logistikgebäude können lukrativer sein; allerdings fehlt den meisten privaten Anlegern das Know-How und das Eigenkapital, um dort dabei sein zu können.

 

Bleiben Immobilienfonds oder REIT’s, also Aktiengesellschaften die in Immobilien investieren. Sie können als passive, risikoarme Beimischung interessant sein. Aus ethisch-ökologischer Sicht sind sie als neutral zu bewerten, d.h. sie erzielen keinen positiven Nachhaltigkeitsaspekt, aber sind vertretbar.

 

Bei Rohstoffen ist das Bild unklar. Die Anstrengungen zu Fördermengenreduzierung der OPEC waren teilweise erfolgreich, so dass der Ölpreis leicht steigen konnte. Steigt er jedoch stärker, dürfte sich auch das Fracking wieder verstärkt rentieren, womit der Ölpreis wieder schwächer wird.

 

Der Ölpreis befindet sich seit Juni 2017 in einem Aufwärtstrend, der jedoch durch Fracking bei einem Wert zwischen 70 und 80 Dollar gebrochen werden sollte. Grundsätzlich ist Öl für den nachhaltigen Investor nur eine Information zu den Energiepreisen: eine Investition verbietet sind, bedenkt man die enormen Risiken bei der Gewinnung von Öl oder die negativen Effekte für das Klima beim Verbrauch fossiler Energien.

 

Und noch ein Wort zum Bitcoin: Der interessante Ansatz mit dem nicht unbegrenzt vermehrbaren Bitcoin und der intelligenten Vorgehensweise mit der Blockchain ist keine wirkliche Währung. Das Bezahlen damit ist nur selten möglich und dauert teilweise Stunden. Der Bitcoin ist ein reines Spekulationsobjekt, ähnlich der Tulpenzwiebeln bei der Tulpenblase in den Niederlanden 1636 – 1637. Der Bitcoin ist also keine Geldanlage, eher der Besuch eines Casinos.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerd SW300x300 Gerd Junker, Klimafonds-Experte: Die Welt ist extrem komplex. Sinnvolle Geldanlagen können jedoch einfach sein. Bei Klimafonds finden wir die passende Lösung für Eure Bedürfnisse. Mehr Klimafonds findet Ihr auf Facebook, Google+ und Twitter.


19. Dezember 2017

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Obwohl die jährliche Geldentwertung höher als die Bankzinsen ist und damit Jahr für Jahr das Geld auf der Bank Wert verliert, sind viele Deutsche noch nicht an den Kapitalmärkten tätig. Wir haben 10 Gründe gesammelt, weshalb jeder an die Kapitalmärkte gehen sollte. Natürlich nachhaltig!” ]

 

Die Deutschen sind sparsame Menschen. Immerhin 2,2 Billionen Euro liegen auf der Bank, also 27.500 Euro pro Bundesbürger – Greise und Babies mit eingerechnet!

 

Doch obwohl seit vielen Jahren die Zinsen extrem niedrig, meist auf Null oder gar negativ sind, bleiben die Deutschen bei Ihrem Sparbuch, Girokonto oder Sparbrief. Dabei wissen viele, dass die jährlich Geldentwertung in Form von Preissteigerungen höher liegt. Aktuell (Okt. 2017) liegt die Inflation bei 1,6 Prozent, bei 0 Prozent Zinsen hat der Sparer also jedes Jahr 1,6 Prozent weniger auf seinem Konto.

 

Wird der Zinseszins berücksichtigt, werden bei einer jährlichen Geldentwertung von 1,6 Prozent aus zum Beispiel 10.000 Euro nach 10 Jahren nur noch 8.532,24 Euro.

 

 

Trotzdem scheuen viele Deutsche weiterhin die Kapitalmärkte. Zu komplex, zu viele Risiken, zu zeitaufwendig. Nur 7,1 Prozent der Deutschen halten selbst direkt Aktien, nur 6,7 Prozent halten Aktien über Investmentfonds (Quelle: Wikipedia, Jahr 2013).

 

Darüber hinaus bieten die Kapitalmärkte noch viel mehr, Kapitalmarkt heißt nicht automatisch Aktien. Ein größerer Markt ist der Anleihemarkt mit 149 Billionen USD im Vergleich zum Aktienmarkt mit 69 Billionen USD (Werte von 2014).

 

Was spricht dafür, gerade jetzt in die Kapitalmärkte zu investieren?

 

1.) Niedrigzinsumfeld

 

Lassen Sie uns einen Blick auf den für uns wichtigsten Zins werfen, den Leitzins der Europäischen Zentralbank EZB. An ihm orientieren sich praktisch alle anderen Zinsen, auch der Zins für Spareinlagen in Deutschland.

 

Zinsentwicklung am Beispiel des Leitzinses in Deutschland (Diagramm https://www.fmh.de/)

 

Wie zu sehen sind wir akutell bei einem Leitzins von Null, eine nie zuvor dagewesene Bestrafung für die Anlage von Kapital. Warum wird das gemacht? Da der Zins der Preis des Geldes ist, wird mit Null-Zins das Geld billig.

 

Das bedeutet, man muss für seinen Kredit nur noch ganz wenig zahlen. Das wiederum freut die Unternehmen, denn mit mehr Krediten können sie mehr investieren, neue Produktionsstätten errichten, neue Märkte erobern und für eine florierende Wirtschaft sorgen.

 

Die Folge: die Aktien steigen. Seit Ende der Finanzkrise ist das lehrbuchartig geschehen. Seit Ende der Weltfinanzkrise im Jahr 2009 hat sich der Stand des Aktienbarometers DAX auf das 2,5 fache zugelegt. Wer damals 10.000 Euro investierte, freut sich heute über 25.000 Euro. Keine andere sichere Geldanlage konnte solch eine Steigerung aufweisen wie die Aktie.

 

2. Beteiligungen an Unternehmen lohnen sich

 

Auch wenn das so mancher anders sieht – die Beteiligung an Unternehmen über Aktien oder Anleihen ist nicht kompliziert sondern sehr einfach.

 

Der Aktionär erhält ein Stück eines Unternehmens. Geht es dem Unternehmen gut und macht es Gewinne, bekommt der Aktionär als Eigentümer diese Gewinne. Entweder in Form von Dividenden, oder in Form steigernder Kurse. Meist erfreut er sich über beides. Zum Beispiel schütteten die Unternehmen des DAX alleine in 2017 über 30 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus.

 

Wer eine Anleihe hält, hat einem Unternehmen Geld geliehen. Will zum Beispiel Windkraft-Anbieter Vestas eine neue Produktionsstraße bauen, begibt das Unternehmen Anleihen und leiht sich Geld von Anlegern. Dafür zahlt es Zinsen und am Ende der Laufzeit den Nennwert wieder zurück. Recht  einfach, oder?

 

3. Börsen werden immer schwanken: kein Grund zur Panik

 

Das ist für die meisten das größte Problem – die Börsen schwanken. Ähnlich wie bei anderen Sachwerten auch – nur bei Aktien und Anleihen werden die Schwankungen sichtbar. Dass Sie beim Verkauf für Ihr Haus heute einen anderen Wert erzielen würden als in 2 Jahren oder vor 3 Jahren, ist zwar klar, aber man macht sich das nicht bewusst.

 

Anders bei den Kapitalmärkten, wo die schwankenden Preise sehr deutlich und für jeden ablesbar sind. Eigentlich ein Vorteil, doch viele Anleger können damit nicht umgehen.

 

Man muss sich deshalb immer wieder selbst daran erinnern, dass es langfristig nach oben geht. Zwischen 1980 und 2016 haben die europäischen Aktien beispielsweise nur in 8 Jahren mit einem Minus abgeschlossen, in 78 Prozent der Jahre haben die Anleger also ein Plus erzielt.

 

Geduld zahlt sich aus; ganz besonders an den Börsen.

 

4. Wer gut streut rutscht nicht aus

 

Das ist die wichtigste Börsenregel und diese müssen Sie zwingend beachten: Wer gut streut, rutscht nicht aus. Es muss jedem klar sein, dass einzelne Titel und einzelne Wertpapiere Risiken in sich tragen.

 

Die oben genannte Anleihe von Vestas, dem Windrad-Hersteller, würde beispielsweise wertlos werden, wenn das Unternehmen Vestas zahlungsunfähig würde. Das ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

 

Deshalb: Das Geld immer breit streuen um Risiken zu meiden. Das gilt über Anlageklasse wie über Regionen und Industrien. Im Zweifel ist ein Mischfonds für einen Anleger besser geeignet als ein reiner Aktienfonds oder ETF.

 

5.) Die Zeit arbeitet für den Anleger

 

Neben der wichtigsten Regel der Streuung ist es fast genauso wichtig, ausreichend Zeit mitzubringen. Die Zeit arbeitet für den Anleger; je mehr Zeit er hat, umso besser für ihn.

 

Gut erkennbar ist das am sogenannten Rendite-Dreieck für den DAX, in dem die jährlichen Renditen aufgeführt sind (gilt nur für Aktien – bei Anleihen ist eine andere Situation, dort sind kurzfristigere Anlagen möglich):

 

Die weißen Linien zeigen Jahre mit gleicher Anlagedauer. Je länger die Anlagedauer, um so konstantere Ergebnisse (Original zum Download)

 

Im Rendite-Dreieck sind Anlagedauern in Jahren dargestellt. Rote Kästchen sind Anlagezeiträume mit negativer Wertentwicklung, weiße mit neutraler Wertentwicklung und grüne mit positiver Wertentwicklung. Das Dreieck zeigt: je länger man dabei ist, umso wahrscheinlicher wird das Gesamtplus. Ab 3 bis 4 Jahren ist man fast immer im Plus, ab ca. 10 Jahren ist man praktisch immer deutlich im Plus.

 

6.) Einfach dabei bleiben: schont Nerven und Geldbeutel

Timing ist immer schwierig – aber besonders bei den Kapitalmärkten. Wer sich nicht täglich mit Ihnen beschäftigt wird es kaum schaffen, die optimalen Einstiegs- oder Ausstiegszeiträume zu treffen.

 

Aber nicht mal das: meist werden Einstieg oder Ausstieg rein aus dem Bauch-Gefühl heraus getroffen ohne eine bewusst gewählt, zumindest in der Vergangenheit erfolgreiche Strategie anzuwenden.

 

Deshalb gilt für Privatanleger: versuchen Sie sich nicht daran, gute Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkte zu finden. Versuchen Sie nicht, aus den Märkten zu gehen, weil Sie das Gefühl haben das jetzt tun zu müssen. Vermeiden Sie diese Fehler unbedingt und sparen Sie sich damit viel Geld.

 

7.) Frühzeitig anlegen und den Zinses-Zins-Effekt genießen

Wir Menschen haben ein unheimlich gut entwickeltes Gehirn. Kapazität, Geschwindigkeit und Lernfähigkeit sind unerreicht.

 

Allerdings kann unser Gehirn nicht alle Disziplinen gleich gut. So war die Expotenzial-Rechnung sicherlich keine wichtige Sache bei der Entwicklung des Menschen, denn hier versagen wir vollkommen.

 

Lassen Sie uns ein Beispiel ansehen: Sagen wir, Sie legen jeden Monat 100 Euro an. Sie machen das für 20 Jahre. Ohne Betrachtung von Steuern würden bei 6 Prozent Wertentwicklung dabei herauskommen:

 

 

100 Euro monatlich über 20 Jahre ansparen (Alle Berechnungen ohne Gewähr, 6% Wertentwicklung netto)

 

 

Jetzt verdoppeln wir einfach den Anlagezeitraum von 20 Jahren auf 40 Jahre. Aus den oben angesparten ca. 45.000 Euro müssten also ca. 90.000 Euro herauskommen, oder? In Wirklichkeit sind es aber:

 

 

Statt 20 Jahren nun 40 Jahre Anlagedauer: das Ergebnis vervierfacht sich.

 

Doppelte Anspardauer bedeutet in diesem Fall also mehr als das vierfache Ergebnis. Fangen Sie also so früh wie nur möglich an und bauen Sie sich nebenbei ein kleines Vermögen auf.

 

8.) Die Lebenserwartung ist höher als Sie denken

 

Wir erleben es im Beratungsalltag immer wieder: die meisten Menschen schätzen ihre Lebenserwartung vollkommen falsch ein; meist viel zu niedrig.

 

Dabei gilt als Faustregel: Sie werden ungefähr 15 Jahre älter als Ihre Großeltern. Sind die also mit 75 Jahren verstorben, werden Sie (statistisch gesehen) also 90 Jahre alt werden.

 

Wer es genauer wissen will, dem sei der recht umfangreiche Online-Rechner von Focus-Online empfohlen, um Ihre individuelle Lebenserwartung zu errechnen.

 

Von einem Paar wird schon heute in 9 von 10 Fällen mindestens einer der Partner über 80 Jahre alt.

 

Entsprechend brauchen Sie vielleicht mehr Geld als gedacht. Dafür haben Sie aber auch noch eine längere Anlagezeit als vielleicht gedacht, so dass Sie die Chancen des Kapitalmarktes nutzen können und sollten.

 

9.) Es spricht viel für Investmentfonds

 

Wer die Chancen des Kapitalmarktes nutzen möchte kauft sich also vielleicht Aktien oder Anleihen. Die Gebühren sind niedrig und die Transaktion gleich durchgeführt.

 

Doch für den Anleger ist das ein aufwendiger Weg. Denn zunächst muss er analysieren, analysieren und analysieren. Er sollte Dutzende von Unternehmen und Staaten intensiv prüfen, Geschäftsberichte und Analysen sowie Berichte lesen und dann ein ausgewogene Portfolio aus vielleicht 10 Wertpapieren zusammen stellen.

 

Dann muss er diese 10 Wert kontinuierlich beobachten, denn jederzeit kann etwas passieren. Unwetter zum Beispiel lassen den Kurs von Rückversicherungsgesellschaften einbrechen; ein Abgas-Skandal den von den größten Automobilherstellern und wer an Erneuerbare Energien glaubt, sollte die staatlichen Förderungen im Auge behalten: die deutsche Solarindustrie ist daran zerbrochen.

 

Schnell ist klar: das ist von einem einzelnen Anleger kaum wirtschaftlich zu realisieren. Deshalb wurden von rund 60 Jahren die Investmentfonds eingeführt. Die Arbeit der Analyse wird von einem Fondsmanger und dessen Team übernommen und die Kosten dafür dann auch Tausende Anleger – nämlich die Besitzer des Investmentfonds – verteilt. In der Folge kann sich auch der Kleinanleger, meist schon ab 500 Euro, an professionell geführten Wertpapieranlagen beteiligen.

 

Geschieht das auf dem Weg eines ETF, also eines passiven Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird, schließt man auch Minderleistungen von Fondsmanagern aus. Denn der ETF liegt mit seiner Performance meist oberhalb der Mitte aller Investmentfonds.

 

10.) Auch die “Zinsen” der Wertpapiere beachten

 

Viele Anleger sehen nur die Kursentwicklung der Märkte an. Und selbst in der Darstellung des Depots in den gängigen Bank-Systemen werden die Gewinne meist  nur auf Basis der Kurs-Gewinne / -verluste angezeigt.

 

Doch damit werden die “Zinsen” der Wertpapiere schlichtweg vergessen. Ein großer Fehler.

 

Bei Aktien sind das die Dividenden. Die Hauptversammlung eines Unternehmens beschließt nämlich, was mit dem Gewinn des abgelaufenen Geschäftsjahres gemacht werden soll. Meist werden 1/3 bis 1/2 des Gewinnes in Form von Dividenen ausgeschüttet. Das ist im einzelnen Jahr vielleicht nicht viel, über die Zeit aber eine entscheidende Komponente.

 

Wir haben hier die Entwicklung des Deutschen Kursbarometers DAX mit und ohne Dividende dargestellt:

 

Gelb: DAX-Entwicklung ohne Dividenden. Blau: DAX-Entwicklung mit Dividenden (Quelle: comdirect)

 

Während der Kursdax in rund 18 Jahren auf ca. 45 Prozent Gewinn kommt, zeigt der Performance-DAX die Wahrheit an: ca. 140 Prozent Gewinn. Der einzige Unterschied sind die Dividenden, bildlich gesprochen die Zinsen der Aktien.

 

Wann fangen Sie an der schleichenden Geldentwertung ein Schnippchen zu schlagen? Es ist einfacher als Sie denken.

 

 

 

 

 

 

 Gerd SW300x300 Gerd Junker, Klimafonds-Experte: Die Welt ist extrem komplex. Sinnvolle Geldanlagen können jedoch einfach sein. Bei Klimafonds finden wir die passende Lösung für Eure Bedürfnisse. Mehr Klimafonds findet Ihr auf Facebook, Google+ und  Twitter.