2016 Juli

Sonderkonditionen, Aktionen und wertvolle Tipps zur Optimierung Ihrer nachhaltigen Geldanlage

28. Juli 2016

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Fernreisen erweitern den Horizont, sind aber fast nur in Verbindung mit Flügen möglich, die das Klima stark belasten. Gut ist es, sich der Auswirkungen bewusst zu sein und aktiv ökologischen Ausgleich zu schaffen.” ]

 

 

Mark Forster hat Recht: "Wir fliegen weg ... Die Welt ist klein und wir sind groß ..."
Mark Forster hat Recht: “Wir fliegen weg … Die Welt ist klein und wir sind groß …”

Wenn der Sommer nicht mehr weit ist, grassiert das Reisefieber. Eine Krankheit, die oft in Verbindung mit unheilbarem Fernweh auftritt. Die beste Medizin: Tapetenwechsel, Koffer oder Rucksack packen und dann nichts wie weg. Erholen, neue Eindrücke sammeln, andere Länder und andere Menschen kennenlernen – einfach mal raus! Aber nicht vergessen: Wenn du Dich nicht gerade für eine Wanderung durch die heimischen Mittelgebirge entscheidest oder zur Radtour aufsattelst, dann belastet Deine Reise auch das Klima. Sicher machen individuelle Fernreisen nur einen geringen Prozentsatz in der globalen Klimabilanz aus, aber gerade hier nimmst Du durch Dein Verhalten auch Einfluss. Klimafreundliches Reisen und ein ökologischer Ausgleich sorgen dafür, dass unser Planet keinen Kollaps erleidet.

 

 

Tourismus jenseits von Bildungsreise und Ballermann

Kaum jemand bricht heute mehr zu einer klassischen Bildungsreise auf à la Goethe in der römischen Campagna. Kein Wunder, denn diese Reisen entsprachen mehr einem „Auslandsjahr“ und waren – entsprechend der früheren Verkehrsmittel und Straßenverhältnisse – auch wenig komfortabel.

 

Darüber hinaus waren Reisen bis in die fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts nicht für jedermann finanzierbar. Durch gesetzliche Urlaubsregelungen und Urlaubsgeld in einigen Wirtschaftszweigen erfuhr jedoch der Tourismus seit dem einen unglaublichen Aufschwung und diese Reiselust ist bis heute ungebrochen. Urlaub im eigenen Land ist für die meisten Deutschen zwar nicht der gewünschte Traumurlaub, jedoch Realität. Dabei sind die Kosten nicht alleine entscheidende, denn Massentoursimus mit Billigfliegern ist out. Dennoch bleiben Flugreisen, speziell in ferne und exotische Länder ungebrochen mit dem Begriff “Traumurlaub” verbunden.

Generell ist ein Trend zu verzeichnen, der Erholung, Kultur und Abenteuer im Urlaub verbindet. Positiv für Umwelt und Klima ist das steigende Interesse an ökologischen und klimaneutralen Reisen. Die Weltorganisation für Tourismus (World Tourism Organization), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, hat das Jahr 2017 als „Internationales Jahr des nachhaltigen Tourismus für Entwicklung“ ausgerufen. Das Ziel des nachhaltigen Tourismus ist es, gemäß der Nachhaltigkeitsagenda von Rio+20, Armut zu bekämpfen und die Umwelt zu schützen.
 

Klimafreundlich Reisen – Schäden ausgleichen

Flugreisen hinterlassen mehr ökologischen Ballast als nur Kondensstreifen.
Flugreisen hinterlassen mehr ökologischen Ballast als nur Kondensstreifen.

Flugreisen sind für das weltweite Klima extrem schädlich, denn bereits ein einziger Flug übersteigt das gesamte persönliche Jahresbudget an CO2, das eine einzelner Mensch produzieren darf, ohne das Klima nachhaltig zu schädigen.

 

Obwohl hierzulande Fliegen keine Besonderheit mehr darstellt, sind weltweit lediglich fünf Prozent der Menschen bisher geflogen. Der internationale Flugverkehrverursacht jedoch 14 Prozent der klimaschädlichen Emissionen weltweit.  Und es ist nicht immer leicht, auf klimafreundliche Alternativen zurückzugreifen, denn vielfach sind Flugreisen billiger als Bahnfahrten, sonders innerhalb Europas.

 

DenKlimawandel bekommen ungerechterweise besonders Menschen in Ländern zu spüren, diw nur wenig zur Klimabesalstung beitragen. Dort hinterlässt der Klimawandel bereits desaströse Auswirkungen: anhaltende Dürren, starke Überschwemmungen und extreme Stürme. Wer bewusst Reisen will, sollte eine Schädigung des Klimas vermeiden und einen aktiven Ausgleich schaffen.

 

 

Das kleine Einmaleins des klimafreundlichen Reisens

 

 

  1. Entschleunige Dein Leben

Größer, schneller, weiter – warum im Urlaub hetzen und mgöglichst viel in möglichst kurzer Zeit sehen? Zehn Länder Südamerikas in zehn Tagen? Denke daran, dass gerade Kurzstreckenflüge das Klima durch den hohen Energieverbrauch bei Start und Landung besonders belasten. Überlege, wie Du Deinen Urlaub entschleunigen kannst, Zwischenstationen einbaust, länger verweilsts und interessante Menschen und Orte in Ruhe entdeckst.

 

  1. Auch in der Ferne gilt: Sieh, das Gute liegt so nah …

Das Entwicklungshilfswerk „Brot für die Welt“ hat einen Ratgeber zum fairen Reisen entwickelt. Eine wichtige Empfehlung, die Mensch und Klima gerecht wird: Setze Deinen Anreiseweg in einen sinnvollen Zusammenhang mit Deiner Aufenthaltsdauer. Als Faustregel empfiehlt die Organisation pro 2.000 Kilometer Entfernung mindestens eine Woche am Ort zu bleiben. Selbstverständlich kannst Du dort die Umgebung erkunden (siehe Tipp Nummer drei). Aber überlege, ob Dein geplanter Kurztrip innerhalb eines anderen Kontinents wirklich nötig ist. Je länger du an einem Ort verweilst, desto mehr profitiert die dortige Wirtschaft.

 

 

  1. Klimafreundliche Fortbewegung vor Ort

Fremde Länder entdecken, das kannst Du gut mit den lokalen Nahverkehrsmitteln. Nicht immer die bequemste Art des Reisens, aber klimafreundlich und authentisch. Wenn dir Busse und Regionale Züge zu unsicher oder unangenehm sind, dann kann auch ein Taxi vor Ort günstiger und interessanter sein als ein Mietwagen. So kommst Du überall hin, unterstützt das lokale Gewerbe und musst Dich nicht auf den Straßenverkehr konzentrieren.

 

  1. Landestypisch genießen

Ferne Länder besuchen ohne regionale Genüsse? – Undenkbar. Lerne auf Deinen Reisen die typischen Speisen der Region kennen und kaufe regional ein. Auch mögliche Reisemitbringsel sollten umweltfreundlich und im Land angefertigt worden sein. So hat auch die lokale Bevölkerung etwas von Deinem Urlaub.

 

  1. Schäden beheben

Mit CO2-Rechnern im Internet kannst Du ganz genau sehen, wieviel CO2 Dein Urlaub verursacht. Hier sollte gelten, was in vielen Bereichen längst selbstverstädnlich ist: Mache die Schäden wieder gut, die Du verursacht hast. Einige Reiseanbieter bitten ihre Kunden direkt bei der Buchung um eine freiwillige Klimaabgabe.  Du kannst aber auch selbst aktiv werden und versuchen, einen vernünftigen Ausgleich zu schaffen.

 

 

Ideen für Deine Reisekasse und das Klima

Um den individuellen CO2-Ausstoß zu kompensieren, ist es eine ausgezeichnete Idee, Bäume zu pflanzen oder in Bäume zu investieren. Denn Bäume sind nachwachsende Rohstoffe, sorgen für ein gutes Klima und speichern CO2. Die Preise für Holz steigen seit Jahren, denn weltweit nehmen die Waldflächen noch immer ab.

 

Investieren kannst Du in Klimafonds, die Aufforstungsprojekte, nachhaltig angelegte Wälder, Sägewerke, Möbelwerke und andere holzverarbeitende Betriebe finanzieren. Gut für das weltweite Klima, denn auch das ver- und bearbeitete Holz speichert das klimaschädliche CO2 langfristig. Und eine interessante Geldanlage, denn durch Du kannst so sehr gute Renditen erzielen und  Deine Reisekasse wieder auffüllen.

 

 



25. Juli 2016

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Mikrofinanz-Fonds ermöglichen Kleinkredite an Menschen in armen Ländern. Die Anschubfinanzierung für eine Existenzgründung ist nicht nur sozial sinnvoll sondern auch eine sichere Investitionsmöglichkeit.” ]

 

 

Manchmal fehlt nur eine Kleinigkeit, um eine Geschäftsidee zu verwirklichen.
Manchmal fehlt nur eine Kleinigkeit, um eine Geschäftsidee zu verwirklichen.

Stell dir vor, es läuft jobmäßig gerade nicht so gut für Dich. Aber Du hast eine tolle Geschäftsidee. Damit könntest Du genug verdienen, um sorgenfrei leben zu können. Die Sache hat nur einen Haken: Du benötigst noch eine Anschubfinanzierung für die Büroausstattung Deiner Agentur, die Inneneinrichtung Deines Cafés, das Lastenfahrrad Deines City-Kurier-Dienstes – oder was immer auch an Ideen in Deinem Kopf herumschwirren. Was tun? – Du schreibst einen Business-Plan, gehst zur Existenzgründungsberatung, zur örtlichen Industrie- und Handelskammer und zur Bank Deines Vertrauens. Wenn alles gut läuft, geht es bald los, herzlichen Glückwunsch!

 

Und jetzt stell Dir vor, Du lebst in Asien, Lateinamerika oder Osteuropa. Es läuft gerade nicht gut bei Dir, Du hast kein Geld aber eine gute Idee. Mit einer Nähmaschine, einem Lastenfahrrad, der ersten Ware für einen Verkaufsstand wäre Dir schon geholfen – aber wer gibt Dir dafür Geld? Du hast keine Sicherheiten anzubieten. Aussichtslos?

 

Nein, denn mit Klein- und Kleinstkrediten Menschen helfen, selbstständig arbeiten und leben zu können, das ist in Kürze das Grundprinzip der Mikrofinanzierung. Eine tolle Idee, um Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen. Und der Erfolg vieler finanzierter Projekte gibt der Idee der Mikrofinanzierung Recht.

 

Nobelpreiswürdige Idee

Weithin bekannt geworden ist das Prinzip durch Muhammad Yunus, Wirtschaftsprofessor aus Bangladesch. Er vergab in seinem Heimatland seit den siebziger Jahren Mikrokredite und gründete in den achtziger Jahren die Grameen Bank. Die Idee setzte sich durch und hatte Erfolg. Die Vereinten Nationen bescheinigen der Vergabe von Mikrokrediten eine hohe Wirksamkeit zur Bekämpfung der Armut und riefen 2005 das „Internationale Jahr der Mikrokredite“ aus. Ein Jahr später erhielt Muhammad Yunus und die Grameen Bank den Friedensnobelpreis.

 

Wer in Mikrofinanz-Fonds investiert, baut nicht nur sein eigenes Vermögen auf sondern übernimmt auch zugleich soziale Verantwortung. Denn das Geld aus diesen Fonds geht an verschiedene Mikrofinanz-Institute in den Entwicklungs- und Schwellenländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Diese Institute vergeben Existenzgründerkredite an Klein- und Kleinstunternehmer. Oftmals fehlt armen Menschen nur eine kleine Anschubfinanzierung, um selbstständig für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können.

 

Wege aus der Armutsspirale

Mikrofinanz hat sich mittlerweile in rund 60 Entwicklungs- und Schwellenländern fest etabliert und vielen Menschen aus der Armutsspirale geholfen.

 

Denn zum einen konnten sie sich mit dem Mikrokredit die Dinge kaufen, die sie für ihre selbstständige Arbeit benötigten. Zum anderen tragen die Mikrofinanzierungen dazu bei, dass die Menschen sich kein Geld von einem örtlichen Geldverleiher mit überzogenen Zinsen leihen und weiter in Überschuldung und Armut abrutschen. Die herkömmlichen Banken vor Ort scheuen den Aufwand der Kleinstkreditvergabe, sehen diese als wenig lukrativ an und schließen so Menschen vom Wirtschaftsleben aus.

 

Besonders Frauen profitieren von Mikrofinanzierung.
Besonders Frauen profitieren von Mikrofinanzierung.

Positiv ist auch, dass besonders Frauen von den Kleinkrediten profitieren: 97 Prozent der Kreditnehmer sind weiblich. Als Kleinstunternehmerinnen verdienen sie durch landwirtschaftliche und handwerkliche Tätigkeiten Geld für sich und ihre Familien und verbessern so auch ihre Stellung in der Gesellschaft.

 

Zahlungsausfälle, wie sie die Banken in den Mikrofinanz-Ländern fürchten, sind in der Praxis eine Seltenheit. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Kreditnehmer das Geld, das auf Vertrauensbasis verliehen wurde, zurückzahlen und mit der Mikrofinanzierung eine Weg aus der Armut finden. Mit einer Rückzahlungsquote von rund 96 Prozent liegt die Zahlungsmoral höher als in den entwickelten Ländern.

 

 

Mikrofinanz-Fonds – Sichere und soziale Anlage

Wenn Du Dein Geld sinnvoll und sicher anlegen willst, findest Du in Mikrofinanz-Fonds eine interessante Möglichkeit für ein nachhaltiges Investment.

 

Mikrofinanz-Fonds sind seit 2007 als Fondskategorie in Deutschland zugelassen und unterliegen restriktiven gesetzlichen Einschränkungen. Waren sie in ihren Anfängen nur für institutionelle Investoren interessant, gibt es mittlerweile attraktive Angebote für private Anleger.

 

Der erste in Deutschland zugelassene Mikrofinanz-Fonds für Privatanleger ist Invest in Visions der seit 2011 aufgelegt wird und seit dem kein Kalenderjahr mit Wertverlust verzeichnen musste. Die Kursgewinne lagen durchschnittlich bei 2,5 Prozent. Allerdings bewegen sich die Gesamtjahreskosten dieses Fonds auf dem Niveau eines Aktienfonds.

 

Invest in Visions hat bereits rund 64.000 Mikrofinanzierungen ermöglicht, vor allem in ländlichen Regionen Asiens und Lateinamerikas, aber auch im Kaukasus und in Osteuropa. Die Fondsgesellschaft legt Wert auf die Stärkung der Rolle der Frau in diesen Gegenden und vergibt Kredite bevorzugt an Frauen. Außerdem verlangt Invest in Visions von den Mikrofinanzinstituten, Schulungen für die Kreditnehmer anzubieten, um den umweltfreundlichen Umgang mit Ressourcen und um alternative landwirtschaftliche Anbaumethoden voranzutreiben.

 

Mittlerweile haben weitere Mikrofinanz-Fonds eine Zulassung für Deutschland erhalten, wie beispielsweise in diesem Jahr der Dual Return Fund – Vision Microfinance.

 

Dual Return Fund – Vision Microfinance ist für institutionelle Anleger bereits seit 2006 aktiv und hatte seit dem kein Kalenderjahr mit Wertverlust. Der Jahresgewinn belief sich auf durchschnittlich 2,9 Prozent. Wie bei Invest in Visions liegen allerdings auch hier die Gesamtjahreskosten im Bereich eines Aktienfonds.

 

Dual Return Fund – Vision Microfinance investiert in erster Linie in Asien und Lateinamerika sowie in der Kaukasus-Region. Bislang wurden Kleinkredite an 234.000 Menschen vergeben, knapp mehr als die Hälfte waren Frauen. Insgesamt ist das Kapital auf 258 verschiedene Mikrofinanzinstitute in 50 Ländern gestreut, die das Fondsmanagement regelmäßig überprüft. Dual Return Fund – Vision Microfinance legt dabei Wert auf qualifizierte Kreditberatung der Mikrofinanzinstitute, um Überschuldungen zu vermeiden und in Sachen Ernteausfallversicherung zu beraten. Darüber hinaus sollen soziale Projekte unterstützt und umweltschützende Projekte gefördert werden, beispielsweise Projekte aus den Bereichen Wasseraufbereitung und erneuerbare Energien.

 

Soziale Verantwortung zeigen – nachhaltig investieren

Die beiden Mikrofinanz-Fonds zeichnen sich durch Nachhaltigkeit, Stabilität und Sicherheit aus. Die soziale Wirkung ist hoch, die Wertentwicklung stabil und das Risiko gering. Gute Nachrichten, denn Geldanlagen sind schwierig geworden in Zeiten des Niedrigzinses.

 

Mikrofinanz-Fonds bieten Sicherheit und einen stetigen Wertzuwachs mit minimalen Schwankungen. Hinzu tritt, dass die Anlageklasse Mikrofinanz unabhängig ist von der Entwicklung an den Aktienmärkten und kaum korreliert mit klassischen festverzinslichen Wertpapieren.

 

Wenn Du mehr über Mikrofinanz-Fonds wissen willst, dann lass Dich beraten, denn Du tust nicht nur etwas Gutes für Menschen in armen Ländern sondern auch für Dein Konto. Je nach dem, ob Du Dich für monatliche Sparen oder einmalige Geldanlagen interessierst, sind Rendite zwischen zwei und vier Prozent möglich.

 

 



21. Juli 2016

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Sharing Economy hat sich zum weithin akzeptierten Trend in vielen Lebensbereichen entwickelt. Für einen nachhaltigen und umweltgerechten Lebensstil ist es jedoch wichtig, das Konsumverhalten generell zu überdenken und gespartes Geld nachhaltig zu investieren.” ]

 

 

Ohne Ballast sein und Lebensqualität neu definieren.
Ohne Ballast sein und Lebensqualität neu definieren.

„Weniger ist mehr“ – den eigenen Lebensstil unter die Lupe nehmen – darüber nachdenken, wie der persönliche Konsum auch Einfluss auf die globale Klimaerwärmung hat, festzustellen, dass Du sehr viel mehr willst als Du brauchst. Die Band Silbermond liefert mit „Leichtes Gepäck“ derzeit den Soundtrack zum kritischen Konsum: „Eines Tages fällt dir auf, dass du 99 Prozent nicht brauchst. Du nimmst all den Ballast und schmeißt ihn weg, denn es reist sich besser, mit leichtem Gepäck.“

 

Auch wenn eine komplette Konsum-Askese nicht für Dich in Frage kommt, ist der Gedanke verwirrend, dass Du einen großen Teil Deiner Besitztümer in 99 Prozent Deiner Zeit nicht benutzt. Denn sicher ist ein großer Reisekoffer praktisch – aber nur ein- bis zweimal im Jahr. Und der Smoothie-Maker war auch beim Frühstück nach der letzten Party ein Renner – aber eigentlich frühstückst Du selten so ausgiebig zu Hause. Sicher fallen Dir noch einige Beispiele mehr ein.

 

Es ist also durchaus eine interessante Option, Dinge bei Bedarf auszuleihen, also dann, wenn sie wirklich benutzt und gebraucht werden. Das schont viele Ressourcen, ist damit gut für die Umwelt und auch für den eigenen Geldbeutel. Zu diesem Ergebnis kommt auch die Studie „Nutzen statt Besitzen“ die der NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben hat.

 

Der Trend hat viele Namen: “Sharing Economy“, „kollaborativer Konsum“, „Teilen statt Besitzen“ beziehungsweise „Nutzen statt Besitzen“. Die Idee: Dinge, die nicht täglich benötigt werden, können auch von anderen Personen genutzt werden. Die Bandbreite der angebotenen Dinge und Dienste ist mittlerweile unendlich und auch die Anzahl der Anbieter – sowohl professionelle Plattformen als auch ehrenamtliche Initiativen – steigt stetig an.

 

 

Sharing Economy statt Shoppen bis zum Umfallen

Brandneu ist die Idee des „Teilens statt Besitzens“ nicht. Bereits seit einem guten Viertel Jahrhundert machen Car-Sharing-Initiativen ihre Mitglieder mobil. Besonderen Zuspruch hat das Auto-Teilen in Städten, die über ein funktionierendes Nahverkehrsnetz verfügen. Anfang des Jahres waren 1,26 Millionen Car-Sharing-Teilnehmer bei rund 150 Anbietern in Deutschland registriert.

 

Literatur to go und gratis - öffentliche Bücherregale machen Lust auf Lesen und Teilen.
Literatur to go und gratis – öffentliche Bücherregale machen Lust auf Lesen und Teilen.

Tauschen, Teilen, Leihen und Schenken ist öffentlich geworden. Während früher im privaten Bereich, in der Nachbarschaft und innerhalb der Familie geteilt und verliehen wurde, eröffnet das Internet eine breite Angebotspalette und ermöglicht Teilen auch ohne vorangestellten persönlichen Kontakt. Eher entstehen durch das Teilen neue Beziehungen. Ein interessanter Nebeneffekt, denn durch das Verleihen an bislang gänzlich unbekannte Personen, wird der Gemeinschaftssinn gestärkt. Im Vordergrund steht die gemeinsame Überzeugung, mit dem Modell „Teilen statt Besitzen“ richtig zu handeln. Beispielsweise verfolgt die Schweizer Sharing-Community Pumpipumpe keinerlei kommerzielles Interesse und zeigt, dass auch extrem geringwertige Dinge nicht unbedingt in jedem Haushalt vorhanden sein müssen, sondern bei Bedarf in der Nähe verfügbar sind.

 

„Nutzen statt Besitzen“ findet auch außerhalb des Internets neue Formen und verändert das Gesicht einer Stadt. So sind öffentliche Bücherschränke mittlerweile an vielen Orten zu finden. Das Prinzip ist einfach: Wer ein Buch ausgelesen hat, stellt es in einen öffentlichen Bücherschrank und kann sich dort auch mit neuer Lektüre versorgen. Dabei ist das althergebrachte Prinzip von „Geben und Nehmen“ nicht zwingend. Jeder darf sich auch ohne Gegenleistung bedienen. Noch klarer wird die Idee in sogenannten „Umsonst-Regalen“ in denen nicht mehr benötigtes Geschirr, Schreibzeug und weitere Dinge abgestellt werden und jeder Interessent sich davon nehmen kann.

 

 

Sein statt Haben

Ein positiver Trend, denn die Shopping-Laune der Verbraucher und die extrem gestiegenen Angebote an günstigen Konsumgütern – sei es Bekleidung, Dinge für den Haushalt oder Elektronik – bringt den Planeten in Atemnot. Schließlich wird jeder Einkauf irgendwann einmal Müll sein. Und die Zeitspanne, wann es so weit sein wird, wird immer kürzer.

 

„Teilen statt Besitzen“ ist eine gute Möglichkeit, nachhaltig und bewusst zu konsumieren. Das Modell kann allerdings auch genutzt werden, um einfach nur mehr zu konsumieren. Ein Beispiel beschreibt das Wirtschaftsmagazin brand eins mit der Möglichkeit, modische Kleidung für ein bis zwei Wochen zu mieten. Vielleicht kein extrem bewusster Konsum. Ein Kleidertausch ist jedoch aus ökologischer Sicht gewiss ressourcenschonender als jede Woche Kleidung von Primark , H&M und Co. zu kaufen, die nach kurzer Tragezeit in der Mülltonne landet.

 

“Teilen statt Besitzen” – ein zukunftsfähiges Modell. Doch auch hier gibt es Schattseiten. So sehen Kritiker in der zunehmenden Professionalisierung der Sharing-Angebote auch ein steigendes Gewinnstreben im privaten Bereich. Oder einfach ausgedrückt: Hast du am Wochenende noch bei Bekannten in München kostenlos auf dem Sofa schlafen dürfen, wird das Gästebett jetzt ins Internet gestellt und zeitweise vermietet.

 

 

Lebensqualität statt Verzicht

Den gesellschaftlichen Mehrwert einer Kultur des Teilens, die keine gewinnorientierten Interessen in den Vordergrund stellt, zeigt das Modell des Couchsurfings, das unter anderem durch die Sendung „Auf drei Sofas durch …“ populär geworden ist. Hier bieten Menschen in den unterschiedlichsten Städten und Ländern eine kostenlose Gästecouch an, ohne besonderen Komfort, dafür aber mit gegenseitigem Kennenlernen, gemeinsamen Unternehmungen und echten Insider-Tipps. Dagegen stehen Modelle, wie die Vermittlungsplattform des Home Sharing Services AirBnB, mit dessen Börsengang bereits gerechnet wird. Hier ist die Grundidee der Ökonomie des Teilens komplett in den Hintergrund gerutscht.

 

Irgendwann ist es einfach mal genug: Lieber Joggen gehen statt Schuhe einzukaufen.
Irgendwann ist es einfach mal genug: Lieber Joggen gehen statt Schuhe einzukaufen.

Wenn Sharing Economy funktioniert, profitieren alle Beteiligten, denn in Zeiten des Klimawandels ist das Überdenken des eigenen Konsumstils sicher ein wichtiger Moment. Auch Soziologe Harald Welzer spricht sich entschieden für einen reduzierten Lebensstil aus. In seinem Buch „ Selbst denken – Eine Anleitung zum Widerstand“ beschreibt er verschiedene Modelle, die zum Wohl der Allgemeinheit beitragen. In seiner Stiftung „FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit“ beschäftigt sich Welzer mit der Erforschung, Entwicklung und Förderung alternativer Lebensstile und Wirtschaftsmodelle.

 

Harald Heinrichs, Professor für Nachhaltigkeit und Politik an der Leuphana Universität Lüneburg, bescheinigt der jüngeren Generation in Deutschland eine steigende Sensibilität für Umweltthemen. Den Trend zum Teilen und Leihen wird, so Heinrichs, nicht als Konsumverzicht sondern stärker als Gewinn an Lebensqualität verstanden. Rund ein Viertel der Deutschen sind auf der Suche nach Alternativen zur Wegwerfgesellschaft und definieren ihr Leben nicht über Eigentum.

 

 

Bewusst leben – nachhaltig investieren

Gelungen ist das Modell „Teilen statt Besitzen“, wenn das eingesparte Geld auch sinnvoll investiert wird. Die Unterstützung nachhaltiger Projekte ist eine gute Alternative zum Konsum um jeden Preis. Und die Möglichkeiten sind in diesem Bereich vielfältig.

 

Interessant ist es in jedem Fall, in Projekte zu investieren, die den Schutz des Klimas forcieren. So nutzt der bewusste und reduzierte Konsum gleich zweimal der Umwelt: Zum einen, durch das Vermeiden überflüssiger Konsumgüter, zum anderen durch die aktive Förderung regenerativer Energiequellen, nachhaltiger Verkehrsträger und weiteren Projekten für eine bessere Welt.

 



18. Juli 2016

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Wer an den Wald denkt, hat eine romantische Landschaft und schöne Wanderungen vor Augen. Aber Gefahr droht: Weltweit nehmen die Waldflächen ab. Aufforstungsprogramme sollen gegensteuern, denn Holz ist und bleibt ein wichtiger Rohstoff und CO2-Speicher. Gefragt ist jetzt eine nachhaltige Forstwirtschaft. Mit Investitionen in Holzprojekte lassen sich gute Rendite erzielen und aktiver Klimaschutz betreiben” ]

 

 

Wald - Positiv fürs Gemüt und fürs Klima.
Wald – Positiv fürs Gemüt und fürs Klima.

Wann warst Du zuletzt im Wald, bist auf Bäume geklettert oder hast gar ein Herz in die Rinde geritzt? Kaum eine Landschaft berührt uns so sehr wie der Wald. Schauplatz der Märchen unserer Kindheit, Ort der abenteuerlichen Wanderungen und Sehnsuchtsort, um einmal so richtig die Seele baumeln zu lassen. Wenn die Band „Revolverheld“ davon singt, dass sie weg von hier will und vom „Sommer in Schweden“ träumt, fliegt die Phantasie unweigerlich in das waldreiche Skandinavien – dichter Baumbestand – glasklare Seen – vollkommenes Glück.

 

 

Vom Waldsterben zum Verschwinden der Wälder

Die harte Realität sieht aber anders aus, denn der Wald ist bedroht. In der Generation Deiner Eltern hieß die Bedrohung „Waldsterben“ – ein Wort, dass in seiner Besonderheit sogar als Germanismus in die streng gehütete französische Sprache Einlass fand. Waldsterben war in den achtziger Jahren das am intensivsten debattierte Umweltthema. Der Wald hat sich seit dem in Deutschland etwas erholt, wobei der Waldzustandsbericht des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft noch immer rund einem Viertel der heimischen Bäume einen schweren Schaden bescheinigt. Doch der Blick hat sich auch erweitert: Denn die weltweiten Waldflächen nehmen weiter ab. Ein großer Teil wird dabei für landwirtschaftliche Nutzflächen gerodet, vielfach für die Viehzucht.

 

 

Mehr als erwartet – weniger als benötigt

Auf der gesamten Erde stehen derzeit etwas mehr als drei Billionen Bäume. Zu diesem Ergebnis kam der US-Wissenschaftler Thomas Crowther von der forstwirtschaftlichen Fakultät der Yale University (Forestry & Environmental Studies). Die Studie liefert erstmalig wissenschaftlich belegte Daten über die Anzahl der Bäume weltweit. Bisherige Schätzungen gingen nur von 400 Milliarden Bäumen aus. Jedoch hat sich der weltweite Baumbestand seit Beginn der menschlichen Zivilisation nahezu halbiert. Hinzu kommt, dass pro Jahr 9,5 Milliarden Bäume abgeholzt werden.

 

Ermittelt hat Crowther den weltweiten Baumbestand in erster Linie durch die computergestützte Auswertung von Satellitenbildern. Hinzu kamen die Daten, die an verschiedenen Orten erhoben wurden und Modellrechnungen. Die Summe von rund drei Billionen Bäumen entspricht durchschnittlich etwas mehr als 400 Bäumen pro Mensch, in Deutschland sind es rund 100 Bäume pro Einwohner.

 

Motiviert ist die Studie durch die Anerkennung der enormen Bedeutung von Bäumen, respektive Wäldern, für das globale Klima. Die Forschungsergebnisse werden in zukünftige Prognosen zum Klimawandel einfließen.

 

 

Aufforsten gegen die Erderwärmung

Ohne die noch vorhandenen Waldflächen gäbe es kein lebensfreundliches Klima auf unserem Planeten. Denn jeder einzelne Baum ist in der Lage, jährlich zehn Kilogramm CO2 zu binden. Darüber hinaus regulieren Bäume die Qualität von Wasser und Luft.

 

Aufforstung ist eine der preiswertesten und leicht umzusetzenden Methoden, den Klimawandel aufzuhalten. Einen einfachen Aufforstungsplan verfolgt die weltweite Kinder- und Jugendorganisation Plant-for-the-Planet seit ihrer Gründung 2007. Sie geht davon aus, dass eine weitere Billion (1.000 Milliarden) Bäume rund ein Viertel der jährlich von Menschen produzierten CO2-Mengen kompensieren kann.

 

Der Baumbestand nimmt aktuell ab.
Der Baumbestand nimmt aktuell ab.

Entsprechend soll jeder Mensch auf der Welt 150 Bäume pflanzen. Gleichzeitig müssen bestehende Wälder geschützt werden. Platz genug gibt es: Experten gehen davon aus, dass weltweit etwa eine Milliarde Hektar zur Verfügung steht, die bewaldet werden kann. Mit bislang 14 Milliarden neu gepflanzter Bäume weltweit, mitunter auf eigens gekauften Aufforstungsflächen in Cancun/Mexiko, ist Plant-for-the-Planet auf einem erfolgreichen Weg. Unter dem Motto „Stop talking, start planting“ begeistert die Organisation viele Kinder und Jugendliche dafür, sich mit Klimaschutz aktiv auseinanderzusetzen.

 

Dass die Anliegen von Plant-for-the-Planet ernst genommen werden, zeigt die UNEP (United Nations Environment Program), die 2011 offiziell den weltweiten Baumzähler in die Verantwortung der Organisation gab. Hier werden die neugepflanzten Bäume registriert. Auch verfügt Plant-for-the-Planet neben zahlreichen prominenten Unterstützern über einen wissenschaftlichen Beirat, der die neuesten Entwicklungen im Bereich des Klimaschutzes verfolgt und aktiv vorantreibt. Vorsitzender ist derzeit Baumzähler Thomas Crowther.

 

 

Nachhaltige Forstwirtschaft ist aktiver Klimaschutz

Holz ist seit Jahrtausenden ein lebensnotwendiger Rohstoff. In den Anfängen wichtig zum Hausbau, zur Befeuerung des Ofens, zum Heizen und Kochen. Später kommen Schiffs- und Bergbau dazu. Heute gilt Holz gemeinhin als angenehmer und haltbarer Werkstoff für viele Dinge des Lebens. Moderne Holzhäuser sind im Trend und ökologisch sinnvoll.

 

Angesichts des Klimawandels ist es daher besonders wichtig, den Wald als unverzichtbare Lebensgrundlage zu verstehen und nicht als Rohstofflager, das sich durch schnellwachsende Nadelbäume rasch wieder auffüllen lässt. Das fordert auch Ex-Förster Peter Wohlleben in seinem Buch über „Das geheime Leben der Bäume“, in dem er die industrielle Forstwirtschaft anprangert, die den Wald in erster Linie nur noch als Massenproduzenten von Holz sieht. Wohlleben tritt für einen langfristigen und nachhaltigen Umgang mit dem Wald ein. Bereits seit mehren Monaten führt er damit die Bestsellerlisten an. Das Thema „Zukunft des Waldes“ trifft also den Nerv der Zeit.

 

 

Holz bindet langfristig CO2.
Holz bindet langfristig CO2.

Baum ist nicht gleich Baum. Bei der Waldpflege spielen die vielfältigen landschaftlichen Gegebenheiten eine tragende Rolle. Mischwälder mit heimischen Arten werden als besonders gut für das Klima gesehen. Welche Bäume besonders gut dem Klimawandel gewachsen sind und viel CO2 speichern können, ist Gegenstand aktueller Untersuchungen. Dabei richtet sich das Interesse nicht nur auf Waldgebiete. Im Rahmen des bayerischen Projektes „Stadtgrün 21“ beobachten derzeit viele Kommunen, welche Bäume für ein gutes Klima in den Städten und Gemeinden sorgen können.

 

Aufforsten für die Zukunft

Wenn Du eine nachhaltige Geldanlage suchst und Umwelt und Klima aktiv schützen willst, bist Du mit Holzfonds sicher auf dem richtigen Weg.

 

Deine Bilanz ist ausgewogen. Positiv für Dich: Die zunehmende Weltbevölkerung verbraucht immer mehr Holz. Da die Waldflächen – vielfältiger Anstrengungen zum Trotz – jedoch abnehmen, steigen die Preise für Holz weiter an. Eine gute Voraussetzung für nachhaltige Geldanlagen. Positiv für den Klimaschutz: Holz bindet das gefährliche Treibhausgas CO2. Häuser, Möbel, Schiffe, Musikinstrumente aus Holz, sie alle binden CO2 langfristig und sind so gut für das weltweite Klima.

 



14. Juli 2016

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Nachrichten zu Niedrig- und Negativzinsen bremsen die Bereitschaft zum Sparen. Für die persönliche Zukunft vorsorgen ist jedoch wichtiger denn je. Wenn Du gleichzeitig dabei noch etwas für Umwelt und Klima tun kannst, macht eine nachthaltige Geldanlage langfristig gute Laune.” ]

 

 

Bargeldhaltung à la Dagobert Duck ist keine nachhaltige Anlagestrategie.
Bargeldhaltung à la Dagobert Duck ist keine nachhaltige Anlagestrategie.

Vielleicht hast Du im Regal noch Dein altes Sparschwein stehen. Wenn Du es schüttelst, was hörst du dann? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Du kein Geräusch hörst. Auch das Gegenteil ist gut möglich: Dein Schwein ist sehr schwer. Aber nur weil Du immer die überzähligen Cent-Stücke aus Deinem Geldbeutel aussortierst und Dein Schwein damit fütterst.

 

Eigentlich stand das Schwein aber einmal da, damit Du – mehr oder weniger – regelmäßig Geld sparst. Vielleicht hast Du auch früher am Weltspartag noch Dein Schwein zur Bank gebracht und das mühsam gesparte Geld auf Deinem Sparbuch eingezahlt. Diese nostalgischen Erinnerungen werden durch die harte Realität eingeholt. In dieser Realität stellt sich heute die Frage: Lohnt sich Sparen überhaupt noch? Eine berechtigte Frage in Zeiten des Niedrig- und Negativzinses.

 

 

Shoppen statt Sparen

Der Trend geht zunehmend dazu, Geld, das früher auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten gelandet wäre, auf dem Girokonto zu belassen. Die moderne Version der Bargeldhaltung, wie sie Dagobert Duck mit seinem Geldspeicher in Entenhausen vorlebt. So steht das Geld quasi jederzeit für spontane Ausgaben schnell und einfach zur Verfügung.

 

Laut dem Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK befinden sich aktuell die Bundesbürger in einem Kaufrausch. Shoppen statt sparen lautet vielfach die Devise. Kein Wunder also, dass bereits Grundschulkinder als Hobby Shopping und Chillen angeben.

 

 

Man lebt nur einmal – und das wahrscheinlich ziemlich lange

Je nach dem wann Du geboren worden bist, liegt Deine durchschnittliche statistische Lebenserwartung bei mindestens 70 Jahren, wenn Du Deinen 65 Geburtstag erlebst, schaffst Du, so die Wahrscheinlichkeit der ferneren Lebenserwartung, noch locker weitere 15 Jahre. Wie gesagt, das ist nur der Durchschnitt! Ein Kind, das heute in den Industrienationen auf die Welt kommt, hat gute Chancen seinen hundertsten Geburtstag zu feiern.

 

Klingt doch großartig – eine hohe Lebenserwartung bei hoffentlich guter Gesundheit. Dazu verlangt heutzutage – in einer Gesellschaft, in der Mittvierziger noch als jung gelten – niemand mehr, dass die Jugend mit der Volljährigkeit endet und ab diesem Zeitpunkt nur noch Vernunft und Ernsthaftigkeit an der Tagesordnung stehen.

 

Für den Moment zu leben, zu reisen, ausgefallenes Hobbys zu betreiben, ausgedehnte Shoppingtouren. Das alles ist verdammt attraktiv und steht Sparplänen diametral entgegen.

 

Allerdings soll das gute Leben nicht nur auf die ersten drei Jahrzehnte beschränkt bleiben. Für das Alter vorsorgen ist also ein Gedanke, der sich mit genereller Lebensfreude durchaus vereinbaren lässt. Und für die eigene Zukunft Sorge zu tragen ist wichtiger denn je. Denn dass Berufstätige nach einem langen Arbeitsleben problemlos von ihrer Rente leben können, stimmt bereits in der Elterngeneration nicht mehr zuverlässig.

 

 

Optimismus und Pragmatismus

Wohin die Entwicklung der Rente bei immer weniger Beitragszahlern genau gehen wird ist ungewiss. Sicher ist jedoch, dass private Vorsorge an Bedeutung gewinnt. Zur Jahrtausendwende waren in Deutschland bereits rund ein Viertel der Bevölkerung über 60 Jahre alt. Im Jahr 2050 wird voraussichtlich ein Drittel der Gesellschaft in Deutschland älter als 60 Jahre sein. Die frühere demographische Pyramide – junge Menschen bilden die breite Basis, die höheren Altersklassen nehmen nach oben zur Spitze hin gleichmäßig ab – steht Kopf.

 

Trotz der wirtschaftlich unklaren Perspektiven attestiert die renommierte Shell Jugendstudie der jungen Generation eine positive Lebenseinstellung. Demnach sind Jugendliche anspruchsvoll und wollen ihre Umwelt mitgestalten. Mehr als 60 Prozent der befragten Jugendlichen sind optimistisch und sehen ihre persönliche Zukunft positiv, mehr als die Hälfte sehen darüber hinaus auch die Zukunft der Gesellschaft generell optimistisch.

 

Der Zukunftspessimismus der achtziger Jahre – Punk– „No Future“ – nahender Weltuntergang – das alles gehört der Vergangenheit an. Die Jugend ist politisch interessiert und wieder stärker bereit sich auch für ihre Ziele zu engagieren. Kritisch sehen junge Leute allerdings die führenden Parteien, große Unternehmen und Konzerne und Banken. Großes Vertrauen wird dagegen Nicht-Regierungsgruppen (NGOs) aus den Bereichen Menschenrechte und Umweltschutz entgegengebracht. Findest Du Dich in dieser positiven und pragmatischen Sicht der Welt wieder?

 

 

Zukunft aktiv gestalten durch sinnvolle Geldanlagen

Nachhaltige Projekte bringen Gewinn für den Anleger und die Umwelt.
Nachhaltige Projekte bringen Gewinn für den Anleger und die Umwelt.

Wer über Geld verfügt, das nicht für die unmittelbare Lebenshaltung benötigt wird, steht vor der Frage, wie ein sinnvolles Anlagemodell aussehen kann. Geld anlegen bedeutet auch, Verantwortung zu tragen, für sich selbst und für die Welt, in der wir alle leben. Die Shell-Studie belegt ein generelles Misstrauen gegenüber Großkonzernen und Banken. Im Gegensatz dazu interessieren sich junge Menschen sehr stark für Umweltfragen. Was spricht also dagegen, diese beiden Themen miteinander zu verquicken.

 

Die Welt verbessern und das eigenen Leben positiv gestalten – das ist möglich, wenn Du bei Deiner Sparentscheidung nicht den kurzfristigen Gewinn für Dich vor Augen hast, sondern den Blick für das Große und Ganze behältst. Entsprechend solltest Du bei Geldgeschäften stets auch globale Umweltfaktoren mit einbeziehen. Denn was nutzt ein Anlagevermögen in einer Welt, in der es keine gesunde Luft, kein sauberes Wasser und keine schadstofffreien Lebensmittel mehr gibt?

 

Konventionelle Finanzberater berücksichtigen vielfach nur drei Faktoren: Zum einen, wie schnell angelegtes Geld wieder verfügbar ist (Liquidität). Zweitens, wie hoch die zu erwartenden Erträge sind (Rentabilität) und schließlich, wie sicher diese Art der Geldanlage ist (Risiko). Verantwortungsvolle Anleger sollten drüber hinaus auch noch mitberücksichtigen, welche Konsequenzen ihre Geldanlage für Mensch und Umwelt hat (Nachhaltigkeit). Obgleich die Faktoren des klassischen Renditedreiecks bei nachhaltigen Anlagen erst an zweiter Stelle stehen, haben viele dieser Anlageprojekte beim Thema Rendite genauso gut abgeschnitten wie konventionelle Investments.

 

Bei der Auswahl der passenden Projekte können Dir die unabhängigen Finanzberater von Klimafonds helfen. So kannst Du mit Deinem Geld die Umwelt schützen, in dem Du in Unternehmen und Projekte investierst, die mit den natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen und aktiv Umwelt und Klima schützen. Das kann beispielsweise durch Investitionen in erneuerbare oder nachwachsende Energien geschehen, denn so wird die Emission von Treibhausgasen vermieden und fossile Energieträger bleiben im Boden.

 

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Klimafonds überprüft alle Projekte regelmäßig nach ethischen und ökologischen Kriterien und geht so sicher, dass Dein Geld nur bei Unternehmen landet, die auch verantwortlich handeln. Dadurch wird der Einfluss dieser Unternehmen gesteigert und das Anlagekapital wächst. Um auch gute Rendite zu erzielen, benötigst Du sehr gute Marktkenntnisse oder – und das ist die professionelle Lösung – zuverlässige und kompetente Berater, mit denen Du vertrauensvoll Deine finanzielle Zukunft planen, prüfen und umsetzen kannst. So erzielst Du einen positiven Effekt für Dein zukünftiges Vermögen und für Umwelt und Klima.

 

 



11. Juli 2016

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Windenergie ist umweltfreundlich, sauber und sicher. Klimaschädliche Emissionen werden vermieden, die Technologie ist ausgereift und akzeptiert. Damit sind Windkraftanlagen optimal für Deine Zukunft – auch finanziell.” ]

 

Drachen steigen lassen. Hier spürst Du die Kraft des Windes.
Drachen steigen lassen. Hier spürst Du die Kraft des Windes.

Sich einen frischen Wind um die Nase wehen lassen! Sofort steigen Erinnerungen auf: An Herbsttagen auf dem Feld Drachen steigen lassen. Beim Urlaub an der Küste die vielfältigen Muster und Verwehungen betrachten, die der Wind am Strand hinterlassen hat. Vielleicht hast Du sogar schon einmal Wind- oder Kitesurfen ausprobiert und die enorme Stärke des Windes direkt an Deinem Körper gespürt. Wind vermittelt ein Gefühl von Freiheit und Abenteuer und ist von gewaltiger Kraft.

 

 

 

Alte Technologie immer wieder neu entdecken

Kaum eine Technologie blickt auf eine so lange Geschichte zurück wie die Windkraft. Denn der Wind weht seit Anbeginn der Zeiten und wird seit Jahrtausenden von Menschen produktiv genutzt: So beschleunigte der Bau von Segelschiffen die Fortbewegung auf den Weltmeeren und ermöglichte so die Entdeckung neuer Kontinente. Durch den Bau von Windmühlen wurde die Kraft des Windes genutzt, um die harte Arbeit zu erleichtern, beim Mahlen von Getreide, bei der Herstellung von Textilien, Ölen und Papier. In den Niederlanden – dem Land der Windmühlen schlechthin – wurde die Windenergie sogar zur Landgewinnung eingesetzt.

 

Die Grundprinzipien der Energiegewinnung durch den Wind haben sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Relativ neu ist jedoch, dass die gewonnene Energie nicht mehr direkt genutzt werden muss, sondern für einen späteren Verbrauch gespeichert werden kann.

 

 

Windkraft? – Ja bitte!

 

Wirkt bedrohlich - steht aber für nachhaltige Energie
Wirkt vielleicht bedrohlich – steht aber für nachhaltige Energie.

In Deutschland erreichte die Nutzung der Windenergie in Mühlen durch die zunehmende Industrialisierung im 19. Jahrhundert ihren ersten Höhepunkt. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts verlor die Windenergie wieder an Bedeutung. Zum Einsatz kamen jetzt Elektrizität und fossile Energieträger. Eine Entwicklung, die in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wieder eine Wendung erfuhr: Durch den Ölpreisschock der siebziger Jahre begann ein generelles Umdenken. Das Thema alternative Energiegewinnung stand jetzt weit oben auf der Tagesordnung, wurde forciert und weiter entwickelt. Im Vordergrund stand jetzt, günstig Strom zu erzeugen und unabhängig von schwankenden Weltmarktpreisen zu sein.

 

In den achtziger Jahren kam noch ein weiteres Argument für den Ausbau alternativer Energien hinzu. Die Reaktorkatastrophe im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl im April 1986 führte vielen Menschen die Gefahren dieser Art der Energiegewinnung direkt vor Augen. Wie der Wind wehte war damals für viele ein wichtiges Thema, denn die radioaktive Wolke zog auch in unsere Richtung. Dabei kam es zu sogenannten Fallouts, die weite Teile des Landes radioaktiv verseuchten. Auswirkungen, die teilweise noch heute messbar sind.

 

Aufgefrischt wurde diese Erinnerung leider vor fünf Jahren, als es im März 2011 im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zu einer katastrophalen Unfallserie kam. Radioaktive Stoffe wurden in großer Menge frei, so dass das Gebiet um Fukushima jetzt unbewohnbar ist. Die Aufräumarbeiten in der Reaktoranlage werden noch mehrere Jahrzehnte andauern. Traurig, aber positiv für die Zukunft: Diese Ereignisse haben zu einer mehrheitlichen Akzeptanz der Energiewende geführt. Vereinfacht lautet die Formel: „Atomkraft? Nein danke!“ – „Erneuerbare Energien? – Ja bitte!“

 

Klimaschutz durch Windenergie

Windenergie ist umweltfreundlich, sauber und sicher. Klimaschädliche Treibhausgasemissionen können so effizient vermieden werden, fossile Energieträger verbleiben im Boden. Da Windkraft darüber hinaus auch kostengünstig und die entsprechende Technologie ausgereift ist, stellt sie eine bedeutende regenerative Energiequelle dar und ist für eine nachhaltige Energiepolitik und das Erreichen der globalen Klimaschutzziele unentbehrlich. Aktuell erzeugen in Deutschland rund 25.000 Windkraftanlagen Strom.

 

Dabei wird unterschieden zwischen Onshore-Anlagen, die sich an Land befinden und Offshore-Anlagen im Meer. Bislang dominiert der Anteil an Onshore-Windparks. Die Agentur für Erneuerbare Energien geht davon aus, dass Windkraftanlagen auf 0,75 Prozent der Landfläche ein Fünftel des deutschen Stromverbrauchs decken können. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes stehen in Deutschland prinzipiell rund 14 Prozent der Landfläche für Windenergie zur Verfügung. Eine enorme Menge, denn der Flächenbedarf von Windenergie ist vergleichsweise niedrig, schließlich findet die Energiegewinnung in luftiger Höhe statt. Rund 95 Prozent aller Windkraftanlagen in Deutschland stehen auf landwirtschaftlichen Flächen. Ein weiterer umweltschützender Aspekt dieser Energie, denn so kann eine weitreichende Flächenversiegelung vermieden werden. Die Stellflächen sind vielfach geschottert und bleiben so wasserdurchlässig.

 

Ein Nachteil, der im Zusammenhang mit Onshore-Anlagen immer wieder diskutiert wird, ist die schwankende Windmenge im Binnenland. Hier können jedoch generell andere erneuerbare Energien ausgleichend wirken.

 

Offshore-Anlagen in Meer werden vielfach kritisch diskutiert. Der Aufbau der Anlagen vor den Küsten ist ungleich aufwändiger als an Land. Darüber hinaus entsteht der Strom da, wo er nicht gebraucht wird. Generell erfordert dann die Stromgewinnung einen verstärkten Netzausbau. Der erste deutsche Offshore-Windpark „alpha ventus“ ging 2009 in der Nordsee in Betrieb.

 

 

Aktiver Naturschutz durch den richtigen Standort

Ist der Standort richtig gewählt, stört die Windkraftanlage keine Zugvögel.
Ist der Standort richtig gewählt, stört die Windkraftanlage keine Zugvögel.

Obgleich Windenergie als saubere und regenerative Energie generell gut für die Umwelt ist, bleibt die Wahl des richtigen Standortes von Windkraftanalgen auch eine wichtige Frage für den Naturschutz. Hier gilt es, durch Anlagen Vögel und Fledermäuse nicht zu stören und die biologische Vielfalt zu erhalten. Der NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V. hat in einer ausführlichen Studie die Auswirkungen moderner Windkraftanlagen auf die heimische Vogelwelt untersucht. Fazit der Studie: Entscheidend ist nicht die Größe der Windkraftanalage, sondern in erster Linie der richtige Standort.

 

Um einen effizienten Schutz von Vögeln und Fledermäusen zu gewährleisten, sollten demnach Standorte an Gewässern, Feuchtgebieten, Wäldern und Gebirgsrücken vermieden werden. Darüber hinaus sollen die Windräder in den Anlagen parallel zur Hauptfluglinie der Zugvögel gebaut werden. Ebenso schützen einfache bauliche Vorkehrungen wie das Vermeiden von Gittermasten, Drahtseilen und oberirdischen elektrischen Leitungen.

 

 

Windkraft – eine sichere Anlage

Windkraft zählt zu den bereits fest etablierten Energieträgern in Deutschland. Laut einer Studie des Erneuerbare Energien Magazins, konnte die Windenergie im vergangenen Jahr bereits 14,5 Prozent des heimischen Stromverbrauchs decken. Experten gehen davon aus, dass bis 2030 rund ein Drittel des europäischen Stromverbrauchs durch Windenergie gesichert werden kann.

Entsprechend attraktiv sind finanzielle Beteiligung an Windkraftprojekten. Hier investierst Du in eine sinnvolle erneuerbare Energie und unterstützt damit einen nachhaltigen Klimaschutz. Schau Dir ein mögliche Projekt an und informiere Dich weiter. Windkraft ist nicht nur sicher für die Umwelt, sondern auch für Dein Geld.

 

 

 



7. Juli 2016

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Der Bundestag hat Ende Juni das unkonventionelle Fracking in Deutschland weitgehend verboten. Die umstrittene Methode zur Erdgasförderung aus tiefliegenden Gesteinsschichten steht im Verdacht, das Grundwasser zu verunreinigen. Auch birgt die Methode weitere schwer kalkulierbare Gefahren für die Umwelt.” ]

 

In den USA, dem Fracking-Boom-Land Nummer eins, wendet sich eine Gruppe von rund 200 prominenten Aktivisten gegen die risikoreiche Technologie. Zu den  “Artists against Fracking” zählen unter anderem John Lennons-Witwe Yoko Ono, Sängerin Lady Gaga sowie die Schauspieler Uma Thurman, Hugh Jackman und Liv Tyler. Gemeinsames Anliegen ist der Stopp von Fracking-Projekten sowie der Schutz des Trinkwassers und der Umwelt. Sensibilisiert wurden dabei viele Fracking-Gegner durch den US-Dokumentarfilm „Gasland“, der 2010 die Veränderungen der Landschaft durch Fracking aufzeigte und Gefahren für das Trinkwasser eindrucksvoll beschrieb.

Einen so populären Widerstand hat es in Deutschland nicht gegeben, denn die Förderung von fossilen Energieträgern wie Erdgas und Erdöl hatte längst nicht die Ausmaße angenommen wie den USA. Und durch die gerade gefällte Entscheidung des Bundestages wird das Thema Fracking auch vorerst keine führende Rolle einnehmen.

 

Nein zu Risikotechnologien

Vor unkonventionellem Fracking wird auch in den USA gewarnt.
Vor unkonventionellem Fracking wird auch in den USA gewarnt.

Der Bundestag stimmte Ende Juni einem Kompromiss der Koalitionsparteien mehrheitlich zu, welcher der umstrittenen Erdgasförderungsmethode Fracking eine Absage erteilt. Komplett verboten wird die wirtschaftliche Nutzung der Fracking-Technologie in Gesteinsschichten oberhalb von 3.000 Metern Tiefe. Für wissenschaftliche Zwecke darf noch gefrackt werden, um die Folgen für die Umwelt weiter zu untersuchen. Auch ist Fracking in tieferen Gesteinsschichten, unterhalb von 3.000 Metern, weiter eingeschränkt möglich.

Grundlage der Entscheidung war auch die aktuelle Studie des Bundesumweltamtes. Fazit: Die Risiken der Fracking-Technologie sind nicht kalkulierbar.

 

Fracking unter die Lupe genommen

Fracking (abgeleitet aus dem englischen Begriff „Hydraulic Fracturing“) bezeichnet eine Technologie, bei der unter Hochdruck Flüssigkeiten und Chemikalien, sogenannte Fracking Fluids, in Gesteinsschichten gepresst werden. So werden Risse im Gestein geweitet und die eingelagerten Gase und Flüssigkeiten abgebaut. In erster Linie wird so Erdgas gewonnen, in Niedersachsen teilweise auch Erdöl. Generell wird unterschieden zwischen dem konventionellen Fracking, das schon seit den sechziger Jahren in Deutschland angewendet wird, und dem unkonventionelle Fracking, das sich in weniger tiefliegenden Gesteinsschichten abspielt.

 

„Erdgas – Wärme, die einfach da ist.“

Mit diesem Slogan warb die Deutsche Gaswirtschaft in den siebziger Jahren für das vermeintlich umweltfreundliche Erdgas. Dass es sich hier auch um einen begrenzten und sich nicht erneuernden Energieträger handelt, wurde vorerst ignoriert. Schließlich saß zu dieser Zeit noch vielen Menschen der Ölpreisschock in den Knochen. Noch immer spielt Erdgas bei der Energieversorgung in Deutschland eine tragende Rolle. Die heimische Produktion  – die nur einen kleinen Anteil des tatsächlichen Bedarfs deckt – stammt in erster Linie aus tiefliegenden Sand- und Kalksteinen in Norddeutschland. Hier wird schon seit vielen Jahren die konventionelle Fracking-Methode angewendet. Das konventionelle Fracking geschieht in großer Tiefe im Sandgestein und wird auch zukünftig möglich sein. Jedoch wurden die bisherigen gesetzlichen Regelungen nun verschärft. Die Anforderungen an diese Art der Gasförderung wurden dahingehend erweitert, dass in ausgewiesenen Wasserschutz– und Heilquellenschutzgebieten sowie in Gebieten der Trinkwassergewinnung und an Entnahmestellen der öffentlichen Wasserversorgung kein Fracking betrieben werden darf. Gänzlich verboten ist die Gasförderung in ausgewiesenen Nationalparks und Naturschutzgebieten. Strengere Bedingungen gelten auch bei der Entsorgung der Fracking Fluids.

Das unkonventionelle Fracking findet in den höherliegenden Gesteinsschichten statt, wie etwa in Schiefer, Ton- und Mergel sowie in Kohleflözgestein. Das geförderte Erdgas wird entsprechend auch als Schiefergas oder unkonventionelles Erdgas bezeichnet. Diese Technologie ist in Deutschland jetzt gesetzlich verboten, denn es liegen keine zuverlässigen Beurteilungen über die Auswirkungen des unkonventionellen Frackings auf die Umwelt vor. Im Mittelpunkt steht hier der Schutz des Trinkwassers.

 

Wasser ist Leben

Sauberes Trinkwasser - ein Menschenrecht!
Sauberes Trinkwasser – ein Menschenrecht!

Weitgehend unerforscht ist, inwieweit die eingesetzten Chemikalien in das Grundwasser eindringen und dieses belasten. Erlaubt ist ausschließlich eine wissenschaftliche Erforschung des unkonventionellen Frackings in diesen Gesteinsschichten. Hier gelten dann Einschränkungen durch das Wasserhaushaltsgesetz: Auch im Dienste der Wissenschaft dürfen keine wassergefährdenden Fracking-Flüssigkeiten verwendet werden.

Unser Trinkwasser zählt zu den am besten kontrollierten Lebensmittel. Dagegen stehen Trinkwasserknappheit in vielen Ländern der Erde und nur eine mäßige Qualität des Leitungswassers. So wird beispielsweise in den USA das Leitungswasser so stark chloridiert, dass viele Menschen dort fest eingebaute Wasserfilter nutzen oder auch Trinkwasser galonnenweise im Supermarkt einkaufen, um den Chlorgeruch und –geschmack zu vermeiden. Wenn jedoch gelöste Chemikalien aus Fracking Fluids hinzukommen oder radioaktive Substanzen aus Gesteinsschichten, dann hilft auch kein Wasserfilter mehr. Entsprechend ist der Trinkwasserschutz eines der wichtigsten Argumente der Fracking-Gegner in den USA.

Fracking-Stopp ist gut – jetzt aber weiter denken ….

Vielen Umweltverbänden und Bürgerinitiativen geht die neue gesetzliche Regelung noch nicht weit genug. So fordert beispielsweise der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) auch das konventionelle Fracking zu stoppen. Denn hier werden große Mengen des gefährlichen Treibhausgases Methan freigesetzt. Zum anderen schädigen die Emissionen bei der Verbrennung des geförderten Erdgases ebenfalls das Klima. Besser sei es, Alternativen zur Förderung fossiler Energien zu unterstützen und klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. Da in Deutschland Erdgas in erster Linie zur Wärmegewinnung eingesetzt wird, sind hier Einsparungen möglich.

Was tun? – Erneuerbare Energien weisen den Weg!

Deutschland hat einen aktuell einen gigantischen Verbrauch an Erdgas. Rund 90 Prozent des benötigten Erdgas werden derzeit importiert. Schätzungen zufolge, liegen in Deutschland bis zu 2,3 Billionen Kubikmeter Erdgas in den Schiefergesteinsschichten bis zu 3.000 Metern. Diese Bodenschätze könnten uns in den kommenden zehn Jahren komplett mit Energie versorgen. – Es geht aber auch anders. Denn auch Reserven in dieser Größenordnung sind irgendwann aufgebraucht. Und nicht zu vergessen: Auch die Gewinnung und das Verbrennen von Erdgas erzeugt Emissionen, die unser Klima belasten.

Helfen kann hier ein radikales Umdenken, denn ein hoher Energieverbrauch ist nicht alternativlos. Der erste Schritt ist es sicher, Energie einzusparen, wo immer es geht. Wenn Du die vielfältigen Tipps beherzigst, die Umweltinitiativen, Behörden und jetzt auch viele YouTuber in ihren Lifehacks geben, bist Du auf dem richtigen Weg. So können fossile Energieträger verstärkt im Boden bleiben. Der entscheidende Schritt ist jedoch die konsequente Unterstützung und Nutzung erneuerbarer Energien. So wird der Weg geebnet für einen nachthaltigen Umwelt- und Klimaschutz. Vorantreiben kannst Du diese Entwicklung, in dem Du Unternehmen unterstützt, die sich für eine nachhaltige Energieversorgung einsetzen. Wenn Du hier investiert, erzielt einen Gewinn für Dich und Deine Umwelt.

 



4. Juli 2016

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Fleischesser, Flexitarier, Vegetarier, Veganer – Was wir essen ist nicht mehr alleine eine Frage von Geschmack und Lebensstil. Vielmehr ist bewusste und gesunde Ernährung ein wichtiger Beitrag, um die globale Klimakrise zu stoppen.” rev_name=”Vegan – Ein Trend als Klimaschützer” author=”Carmen Junker” pubdate=”2016-07-04″ ]

 

 

Veganes Leben hat viele Vorteile

Kleiner Test zum Ankreuzen: „Du stehst in der Bahnhofsbuchhandlung und suchst noch etwas zum Lesen für Unterwegs. Was nimmst Du? A) „Fleisch ist mein Gemüse“ von Heinz Strunk. B) Attila Hildmanns Buch „Vegan for Starters“. C) Weiß nicht! – Gleichgültig wie Du Dich entscheidest, Du bekommst jetzt fünf Punkte für das klimafreundliche Verkehrsmittel Bahn.

 

Vegan – gar nicht so einfach?

Du hast Dich spontan für Antwort B) entschieden? – Dann liegst Du voll im Trend. Das bestätigt das Online-Marktfoschungsportal YouGov in seiner Studie „Wer will‘s schon vegan?“. Demnach ernährten sich im Jahr 2014 bereits zwölf Prozent der Deutschen vegetarisch oder vegan, Tendenz steigend, besonders im Bereich der veganen Ernährung. Die wichtigsten Gründe für ein veganes Leben sind dabei ethische und gesundheitliche Aspekte. Vermehrt werden aber auch die Auswirkungen einer fleischbetonten Ernährung auf die Umwelt, besonders auf die Klimaveränderungen, genannt.

Veganes Leben ist jedoch gar nicht so einfach in der alltäglichen Umsetzung. Das belegen auch die Aussagen von überzeugten Veganern. Demnach halten sich nur 60 Prozent von ihnen konsequent an den selbst gewählten Ernährungsstil.

 

Gemüse feiert sein Comeback

Veganes Leben bedeutet nicht einfach Verzicht. Vielmehr ist es auch eine Einladung, pflanzliche Lebensmittel neu zu entdecken. Das zeigen auch die vielfältigen Vegan-Blogs und ihre steigende Leserschaft. Zu einer starken kulinarischen Aufwertung von Gemüse und Co.haben dabei auch sicher die bereits Eingangs erwähnten Kochbücher von Attila Hildmann beigetragen, der das Thema medienwirksam mit zum Erfolg geführt hat.

 

Vielfalt statt Verzicht

Aber wo kauft man die Zutaten für eine Seitan-Hack-Pfanne mit Topinambur? In mehreren deutschen Großstädten hat sich die Supermarktkette „Veganz“ etabliert, die mit mehr als 6.000 veganen Produkte nicht nur überzeugte Veganer anspricht. Nun hat nicht jeder einen Vegan-Markt oder Bioladen direkt vor der Haustür. Jedoch erkennen zunehmend auch Supermärkte und Discounter die Zeichen der Zeit: Neben den Kühlregalen für Fleisch, Käse und Milch werden vermehrt vegane Lebensmittel angeboten.

Die positive Präsentation veganer Speisen und Produkte führt dabei zu einer erhöhten Akzeptanz dieses Lebensstils in weiten Teilen der Gesellschaft. So entscheiden sich auch Menschen, die sich konventionell ernähren häufiger für fleischlose Alternativen. Es ist davon auszugehen, dass selbst bei einem konstanten Anteil an Veganern der Anteil an Teilzeit-Veganern, Teilzeit-Vegetariern und sogenannten Flexitariern, die mehrmals in der Woche bewusst auf Fleisch verzichten, weiter ansteigen wird.

 

Mehr Versuchung als Verzicht!
Mehr Versuchung als Verzicht!

Vegane Lebensweise als Klimaschützer

Als ethische Begründung für einen veganen Lebensstil wird häufig das Leid von Tieren in der Massentierhaltung genannt. Vielen sind dazu Bilder von zusammengepferchten Schweinen und Rindern präsent. Wie eng die Massentierhaltung jedoch direkt mit dem Klimawandel zusammenhängt, zeigten vor zwei Jahren rund 90 Milchkühe aus dem Landkreis Fulda: Sie riefen die örtliche Feuerwehr auf den Plan. Das Rülpsen und Furzen der Kühe setzte eine große Menge des klimaschädlichen Methan frei. Das Gas entzündete sich, so dass es mit einer Stichflamme verpuffte und das Stalldach beschädigte. Methan ist ein hochgiftiges Gas, dass einen mehr als zwanzigmal stärkeren Einfluss auf den Klimawandel hat als Kohlendioxid (CO2). Eine durchschnittliche Zuchtkuh stößt täglich bis zu 200 Liter Methan aus. Bei schätzungsweise 1,5 Milliarden Kühen weltweit ist der Beitrag der Rindfleisch- und Milchproduktion am Klimawandel enorm.

Unbestrittener Fakt ist: Wer Gemüse isst, produziert weniger Treibhausgase als Fleischesser. Natürlich verursachen Anbau, Transport, Lagerung, Kühlung und Verkauf von Nahrungsmitteln generell die Emissionen von Treibhausgasen. Dennoch stehen diesen direkten Emissionen sogenannte indirekte Emissionen gegenüber. Diese entstehen etwa durch die veränderte Nutzung von Land. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Umwandlung von tropischen Regenwäldern in Weideland für die Fleischproduktion. Die Umweltorganisation WWF geht in ihrer Studie „Klimawandel auf dem Teller“ davon aus, dass nahezu 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen die mit unserer Ernährung zusammen hängen, auf tierische Produkte zurückzuführen sind. Eine vegane Ernährung entspricht damit rund 230 Milliarden eingesparter PKW-Kilometer.

Auch das Bundesministerium für Umwelt empfiehlt im Rahmen seiner Kampagne „#ziek – Zusammen ist es Klimaschutz“ eine Ernährung mit möglichst wenig tierischen Lebensmitteln. So lassen sich bis zu 600 Kilogramm CO2 pro Jahr einsparen.

 

An die Zukunft denken und in die Zukunft investieren

An die Zukunft denken und bewusst leben. – Dabei stehen wir immer wieder vor wichtigen Entscheidungen. Denn die individuelle Finanzplanung hat auch einen bedeutenden Einfluss auf den Klimaschutz. Ein gutes Rezept: Ökologische Investments. Sie verringern den Ausstoß des Klimakillers CO2 beträchtlich. Statt in begrenzte fossile Energien – wie Kohle, Gas und Erdöl – investierst Du Dein Geld in die erneuerbaren Energieträger wie Wind, Sonne und Wasser.

 

Zurück im Bahnhofskiosk

Du hast dich für Antwort B) „Fleisch ist mein Gemüse“ entschieden? Gute Wahl, denn bei der Lektüre über Heinz Strunks traurige Jugend in den achtziger Jahren in der norddeutschen Provinz und den Träumen von einer Musikerkarriere vergeht die Reise wie im Flug. Und für den veganen Snack, den du dabei hast, bekommst Du nochmals fünf Punkte.