Gerd


20. Juni 2018

Zusammenfassung: Heute vor 70 Jahren gab es die Währungreform in Deutschland. Die enormen Kriegsschulden wurden durch einen Schuldenschnitt von 93,5 Prozent von den Sparern getragen. Aktienbesitzer und Sachwertbesitzer kamen ohne Verluste davon.

 

Wie das Handelsblatt schreibt ist von einem Tag auf den anderen vor genau 70 Jahren der Deutsche vom Bittsteller und Bezugsmarkenkäufer zum umworbenen Kunden und D-Mark-Besitzer geworden. Eine rasante Entwicklung in Deutschland begann. Doch viele weitreichende Entscheidungen wurden damit getroffen, die zum einen Auswirkungen auf unsere heutige Bundesrepublik haben aber auch viele Lehren für Geldanleger bereit halten.

 

Ich habe 7 Punkte zusammen gestellt, die jeder über die wohl wichtigste Entscheidung zur Ordnung der Gesellschaft nach dem 2. Weltkrieg wissen sollte.

Reichsmark: Münze (gültig vor Währungsreform 1948)1.) Was war die Währungsreform eigentlich genau?

Am 20. Juni 1948 wurde die Reichsmark (und die 1:1 notierende Rentenmark) als Zahlungsmittel in den drei westlichen Besatzungszonen, also der späteren Bundesrepublik Deutschland, durch die D-Mark abgelöst.

Für 100 Reichsmark erhielt man 6,50 D-Mark. Zusätzlich gab es ein sogenanntes Kopfgeld als Geschenk des Staates. Es betrug 40 D-Mark für Haushalts-Vorstände. Einen Monat später wurde jeder natürlichen Person 20 D-Mark ausgezahlt.

 

2.) Ludwig Ehrhard zog bereits die Strippen

Im kollektiven Gedächtnis der Deutschen ist Ludwig Ehrhard der Vater des Wirschaftswunders, denn er war in den Wirtschaftswunderjahren von 1949 bis 1963 in der Regierung als Wirtschaftsminister tätig. Danach war er von 1963 bis 1966 der 2. bundesdeutsche Kanzler.

 

Doch Ehrhard war schon zuvor aktiv. Nach dem Zusammenbruch des NS-Reichs wurde klar, dass die Allierten keinen Masterplan zum Wiederaufbau der Zentralmacht in Europa hatten. So teilten im November 1947 Finanzoffiziere der “Sonderstelle Geld und Kredit” mit, dass “…die Währungsreform an die deutschen Verhältnisse angepasst werden muss…”. Diese Sonderstelle war das deutsche Währungsreformgremium mit Ihrem Leiter: Ludwig Ehrhard.

 

3.) Wieso gab es eine Währungsreform?

 

Es war letztlich die Rechnung für den 2. Weltkrieg und die durch ihn verursachten Kosten. Dabei waren ab 1942 die Warnungen Experten nicht mehr zu überhören. Im Februar 1945 teilte der damalige Finanzminister Schwerin von Krosigk seinem Reichskanzler Adolf Hitler mit, dass eine Steigerung des Notendrucks schon rein technisch kaum noch möglich wäre. Die Geldpresse war an Ihrer Kapazitätsgrenze.

 

Der 2. Weltkrieg ließ die Reichsschuld von 48 Mrd. Mark auf 450 Mrd. Mark, also das 5fache des Bruttosozialproduktes des Jahres 1943/1944, steigen. Das heutige Italien ist mit eines 1,3fachen Staatsverschuldung damit noch harmlos unterwegs.

 

Normalerweise würde bei einer solchen Schuldenexplosion auch die Inflation ansteigen, da immer mehr Geld im Kreislauf ist. Aber der Lohnstopp verhinderte das zunächst. Natürlich schwelte das Risiko im Hintergrund immer weiter und löste schließlich die Währungsunion aus.

 

4.) Gab es Alternativen zur Währungsreform 1948?

Während die Währungsreform im Rückblick als gelungen gilt gab es im Vorfeld hinter den Kulissen größte Diskussionen.

 

Die Amerikaner hatten keinen vorgefertigen Plan, bevorzugten mit dem Colm-Dodge-Goldsmith-Plan als wichtigsten Prüfstein der Neuordnung die gerechte Verteilung der durch den Krieg und seine Folgen verursachten Verluste. Sachbesitz über 1.000 D-Mark sollte mit eine Hypothek von 50 Prozent des Vermögens belastet werden.

 

Verbleibender Besitz sollte mit einer bis zu 90-prozentigen Vermögenszuwachsabgabe belegt werden. Damit wäre Deutschland revolutioniert worden. Doch die Unterstützung aus Washington war zu gering um den Vorschlag gegen den massiven Widerstand der Briten durchzusetzen. Diese wollten den Geldschnitt ohne Umverteilung von oben nach unten.

 

Für die Deutschen um Ehrhard und für die Briten war klar, dass Veränderungen an der Besitzstruktur verhindert werden sollten.

 

5.) Welche Vorlaufzeit für die Währungsreform gab es?

 

Seit 1943 wurde auf eine Währungsneuordnung hin gearbeitet. Bereits seit der Stalingrad-Niederlage am 2. Februar 1942 war den Führungskreisen, so auch Ludwig Ehrhard und seinem Bruder im Geiste, dem Vizestaatssekretär und starken Mann im Wirtschaftsministerium, Otto Ohlendorf, klar, dass nicht mehr als ein “Straffrieden á la Versailles” möglich wäre.

 

Beide – Ohlendorf als Vizestaatssekretär und Ehrhard als Leiter des kleinen Instituts für Industrieforschung, intensiv mit Problemen, die beim Übergang der Kriegs- zur Friedenswirtschaft entstehen würden. Besonders um die Währungsneuordnung ging es Ehrhard.

 

Für Ehrhard war klar, dass der Wiederaufbau “unter Führung und Initiative des Unternehmertums” erfolgen müsse.

 

Natürlich waren solche Planungen per Führer-Befehl in den Kriegsjahren verboten. Eine wirkliche Gefahr ging für Ohlendorf aber nicht aus, denn der Reichsführer der SS, Henrich Himmler, hielt seine schützende Hand über ihn. Auch Himmler war an ordnungspolitischen Gegenentwürfen interessiert.

 

Von 20. April 1948 bis 8. Juni 1948 wurden die Gesetze zur Währungsreform formuliert. Die Geldscheine im Nennwert von 5,7 Mrd. D-Mark waren zu diesem Zeitpunkt schon gedruckt.

 

6.) Was wurde aus den Köpfen der Währungsreform?

 

Die weitere Geschichte Ludwig Ehrhards ist den meinsten bekannt: Als der Dicke mit Zigarre wurde Ehrhard die Ikone des deutschen Wirtschaftswunders, Wirtschaftsminister und sogar – allerdings glückloser – Kanzler.

 

Ehrhards Kompagnon Otto Ohlendorf war zu Nazi-Zeiten Chef des Sicherheitsdienstes Inland (SI) und Leiter der berüchtigten Einsatzgruppe D und damit verantwortlich für die Ermordung von 90.000 Zivilisten. Er wurde in den Kriegsverbrecherprozessen von Nürnberg 1948 zu Tode verurteilt und 1951, trotz Gnadengesuch, hingerichtet.

 

7.) Kleine Sparer verloren fast alles, Aktien- und Sachwertbesitzer fast nichts

Die Wurzel für die oft als unausgewogen bezeichnete Vermögensverteilung in Deutschland liegt im 20. Juni 1948 begründet. Denn während Sparer fast alles verlorgen, ging der Währungsschnitt an Aktionären und Sachwertbesitzern praktisch vollkommen vorbei.

 

Wie oben erwähnt gabe es für 100 Reichsmarkt 6,50 D-Mark, also ein Verlust von 93,50 Prozent.

 

Doch die Vermögensabgabe für Aktien- und Immobilienbesitzer war rein optischer Natur und wurde nur aus Gründen der “sozialen Optik” durchgeführt.

 

Das Lastenausgleichsgesetz von 1952 sah vor, dass auf die Unternehmen und Immobilien 50 Prozent zu zahlen seien – allerdings auf 30 Jahre gestreckt und damit inflatorisch entwertet. Wie Volkswirt Reinhold Schilling errechnete erreichte diese Abgabe pro Jahr maximal 1,7 Prozent des Vermögenswertes. Das konnt gut aus dem Vermögenszuwachs der Wirtschaftswunderjahre bestritten werden.

 

 

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Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer von klimafonds.de. Gerd Junker: “Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.” Mehr zu ihm auf Xing und Facebook.

 

 



15. Juni 2018

Zusammenfassung: Not macht erfinderisch. Als im Jahr 2007 in den USA die Immobilienblase platzt, löst sie eine globale Wirtschaftskrise aus. Wohneigentum ist für immer weniger Menschen bezahlbar. Der Immobilienmarkt reagiert mit mobilen Minihäuschen. Sogenannte Tiny Houses kosten oft nicht mehr als 30.000 Euro. Gleichzeitig versprechen sie alles, was man zum Leben braucht, auf gerade einmal 20 Quadratmetern. 

 

Inhaltsverzeichnis

Klein, aber oho – Nachhaltiges Wohnen im Tiny House

Das Small House Movement

Ein Einfamilienhaus mit 20 Quadratmetern

Tiny Houses in Deutschland

Kleinhäuser als Bestandteil der Wohnraumverdichtung

Modulare Minihäuser und Wohncontainer

Warum weniger nicht immer mehr ist

Autarkes Wohnen

Was Eigentümer wissen müssen

 

Klein, aber oho – Nachhaltiges Wohnen im Tiny House

 

„Bigger ist better“ – So lautet ein zentrales Motto der amerikanischen Leitkultur. Von Kingsize Betten über All-you-can-eat-Buffets bis hin zu wolkenhohen Hochhäusern ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten nicht gerade für seine Bescheidenheit bekannt.

Ganz anders kommt ein Immobilientrend daher, der jetzt seinen Weg aus den USA nach Europa findet: Tiny Houses sind meist mobile Minihäuser mit weniger als 20 Quadratmetern Wohnfläche. Dabei vereinen sie alles, was man zum Leben braucht, auf einer Fläche, die nicht größer als ein Zimmer ist: Wohnbereich, Küche, Bad, Schlafnische unter dem Dach.

Ihren Ursprung haben Tiny Houses im Jahr 2008, ausgelöst durch die Wirtschaftskrise. Wohneigentum ist für immer weniger Menschen bezahlbar. Um sich den Traum vom Eigenheim dennoch leisten zu können, sparen Eigentümer an Wohnfläche. Es entsteht ein wachsender Markt für Immobilien mit vergleichsweise kleiner Grundfläche zwischen 8 und 55 Quadratmetern.

Das Small House Movement

Zu dieser Zeit etabliert sich in den USA eine ganze Bewegung für Kleinhäuser. Steht zu Beginn des Small House Movements vor allem die Kostenreduktion im Vordergrund, gewinnt mit der Zeit der Nachhaltigkeitsaspekt zunehmend an Bedeutung. So entscheiden sich immer mehr Menschen aus ethischer Überzeugung für das Wohnen auf kleinem Fuß. Downsizing lautet das Stichwort, das frei übersetzt so viel heißt wie „Gesundschrumpfen“. Dabei finden Kleinhäuser auch in einkommensstärkeren Bevölkerungsschichten eine wachsende Verbreitung.

Weniger Wohnfläche bedeutet weniger Ressourcenverbrauch. Das gilt sowohl für den Bau des Hauses als auch für den laufenden Unterhalt. Umso kleiner das Haus, desto geringer der Bedarf an Heiz- und Elektroenergie, desto kleiner der ökologische Fußabdruck.

Hinzu kommt, dass es sich meist um mobile Unterkünfte handelt. Die Freiheit, sein Häuschen to Go jederzeit mitnehmen zu können, trifft einen weiteren Nerv unserer Zeit. Determinierte Lebensläufe sind heute weitaus seltener als noch vor ein paar Jahrzehnten. Immer weniger Menschen können es sich leisten, sich durch Wohneigentum dauerhaft an einen Wohnort zu binden.

Ein Einfamilienhaus mit 20 Quadratmetern

Eine genau Definition, bis zu welcher Größe ein Haus als Tiny House gilt, gibt es in Deutschland noch nicht. Anders in den USA: Hier hat der Begriff seinen Weg sogar in das Baugesetz gefunden. Demnach fallen Häuser in diese Kategorie mit einer Grundfläche von bis zu 400 Quadratfuß, also umgerechnet 37 Quadratmetern.

Hierzulande hat sich der Begriff Tiny House vor allem für Minihäuser auf Rädern durchgesetzt. Diese werden auf ein Anhängergestell aufgesetzt. Dabei ergibt sich die geringe Grundfläche allein schon durch die Gesetzesvorgaben der Sraßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Diese legt eine maximale Breite von 2,55 Metern und eine Höhe von 4 Metern für Anhänger fest. Die vorgeschriebenen Höchstmaße geben einen guten Eindruck von der Größe eines solchen rollenden Mikrohauses.

Trotz der geringen Grundfläche bieten Tiny Houses Schlafplätze für bis zu vier Personen. Möglich macht das eine gut durchdachte Raumaufteilung. Die Schlafplätze befinden sich bei den meisten Modellen unterhalb des Daches. Diese Schlafnischen sind über eine Treppe oder Leiter erreichbar. Das Erdgeschoss verfügt über einen separaten Raum als Bad mit Dusche. Den Rest der Wohnfläche beansprucht ein Wohnbereich mit Kochnische.

Tiny Houses in Deutschland

Die ersten Tiny Houses fallen in Deutschland und Europa auf fruchtbaren Boden. So stoßen sie hierzulande auf eine ähnlich prekäre Wohnraumsituation wie in den USA zu Beginn der Wirtschaftskrise. Gerade in den Großstädten ist bezahlbarer Wohnraum Mangelware.

Eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zeigt: Bis zum Jahr 2020 werden pro Jahr 380.000 neue Wohnungen benötigt. Der Wohnungsneubau kann dieser Nachfrage nicht standhalten. Im Jahr 2015 wurden gerade einmal 270.000 neue Wohnungen errichtet. Die Folge: Steigende Immobilienpreise – gerade in Metropolregionen. Allein in Berlin sind die Immobilienpreise von 2016 auf 2017 um 20,5 Prozent gestiegen, wie der Global Residential Cities Index des Londoner Beratungsunternehmens Knight Frank belegt.

In den Großstädten ist Wohnraum ein Luxusgut, das sich immer weniger Menschen leisten können. Dennoch ist der Traum vom Eigenheim in den Köpfen vieler Deutscher präsent. Hier bietet das Tiny House eine bezahlbare Alternative zur Eigentumswohnung. Die Kosten für ein schlüsselfertiges Kleinhaus auf Rädern beginnen bereits ab 25.000 Euro.

Gleichzeitig führt die steigende Zahl an Einpersonenhaushalten zur Verbreitung des Wohntrends Minihaus. Die wachsende Anzahl an Single- und Seniorenhaushalten gehört zur engen Zielgruppe von Häusern unterhalb der 50 Quadratmeter.

Dass die rollenden Fertighäuser im Mainstream angekommen sind, zeigt auch der jüngste Produktkatalog des Kaffeehauses Tchibo. Das bekannte Hamburger Einzelhandelsunternehmen vertreibt aktuell gleich drei verschiedene Tiny House Modelle zwischen 10 und 16,4 Quadratmetern.

Kleinhäuser als Bestandteil der Wohnraumverdichtung

Unter dem Stichwort der Wohnraumverdichtug bilden Kleinhäuser ein zentrales Element für eine zukunftsweisende Städteplanung. Bei der Nachverdichtung von Wohnraum geht es darum, urbane Freifläche besser auszunutzen. Sie stellt damit ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den Wohnraummangel dar.

Mikrohäuser lassen sich überall dort aufstellen, wo für den Neubau konventioneller Immobilien zu wenig Platz ist. So zum Beispiel auf den zahlreichen Flachdächern in Großstädten. Prominentes Beispiel ist ein Wohnblock der Fünfzigerjahre in der französischen Stadt Champigny-sur-Marne. Auf dem Dach des besagten Gebäudes ließ der Architekt Edouard François eine kleine Wohnsiedlung aus Mini-Einfamilienhäusern errichten.

Die Wohnungsnot macht die Baubranche erfinderisch. Ein weiteres Beispiel dafür ist das Startup Cabin Spacey. Das Berliner Jungunternehmen hat einen Prototyp für eine mobile Dachwohnung entwickelt. Dabei handelt es sich um ein 8,5 mal 3,2 Meter großes, vorgefertigtes Mikrohaus. Durch Solarplatten auf dem Dach und einer Luft-Wärmepumpe, die Heizenergie aus der Umgebungsluft zieht, ist die mobile Penthouse-Wohnung nahezu vollständig autark.

Modulare Minihäuser und Wohncontainer

Weitere Unterformen von Kleinhäusern sind Modul- und Containerhäuser. Diese bestehen aus einem oder mehreren flexiblen Raummodulen, die sich stapeln oder nebeneinanderstellen lassen. Damit verabschieden sich modulare Raumsysteme von dem üblicherweise starren Grundriss. Das Haus, das mitwächst, kann durch den An- oder Abbau von weiteren Modulen vergrößert und auch wieder verkleinert werden.

Ein Anwendungsszenario ist die junge Familie, bei der Nachwuchs ins Haus steht. Die frisch gebackenen Eltern können das Kinderzimmer in Form eines zusätzlichen Raummodules realisieren. Zieht das Kind im Erwachsenenalter aus, lässt sich das Modul wieder entfernen. Somit ermöglichen modulare Systembauten eine bedarfsorientierte Ausrichtung der Wohnfläche. Für die Bewohner lassen sich so Ressourcen und Kosten sparen.

Auch bei Wohncontainern handelt es sich um Modulbauten. Namensgebend für diese Bauform ist die Verwendung ausrangierter Seecontainer als Gebäudehülle. Ein Nachhaltigkeitskonzept, das auch als Upcycling bezeichnet wird. Es beschreibt die Weiterverwertung eines Gegenstandes für einen neuen, höherwertigen Zweck – In diesem Fall die Nutzung eines nicht länger gebrauchten Frachtcontainers als Wohnimmobilie. Anwendung finden Containerhäuser dabei vor allem auch im gewerblichen Bereich als Büro- und Messecontainer.

Warum weniger nicht immer mehr ist

Weniger Wohnfläche bedeutet weniger Ressourcenverbrauch sowie weniger Bedarf an Heizenergie. Eine Gleichung, die sich zunächst einmal plausibel anhört. Dennoch kann der ökologische Nutzen von Tiny Houses durchaus diskutiert werden.

Damit die kleinen Wohnunterkünfte uneingeschränkt transportabel bleiben, sind Hersteller bestrebt, Außenwände und Decken möglichst dünn zu halten. Mit der Folge, dass an Dämmmaterial gespart wird. So kann die Isolierung vieler Tiny Houses keinesfalls mit der eines Massivhauses mithalten. Um die geringere Wärmeisolierung zu kompensieren, müssen Eigentümer mehr heizen. Langfristig entsteht demnach ein erhöhter Bedarf an Heizenergie. Ein Energieausweis ist für Besitzer eines Tiny Houses übrigens nicht erforderlich. Kleine Immobilien mit weniger als 50 Quadratmetern sind laut Energieeinsparverordnung von der Ausstellung eines Energieausweises ausgenommen.

Um ihr Kleinhaus dauerhaft ökologisch bewohnen zu können, sollten Eigentümer auf bestimmte Mindeststandards achten. Andernfalls kann sich die Nachhaltigkeit der kompakten Bauweise durch einen erhöhten Bedarf an Heizenergie über die Dauer der Wohnzeit aushebeln.

Autarkes Wohnen

Auch deshalb sind viele Tiny Houses auf ein Höchstmaß an Autarkie ausgelegt. So folgt die Beheizung häufig über ein regeneratives Heizsystem wie eine Pellet- oder Scheitholzheizung. Zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung dient eine Solarthermie auf dem Dach.

Einige Häuser verfügen sogar über ein Regenauffangbecken. Das dort gesammelte Wasser gelangt dann in den Wasserkreislauf und dient zur Bewässerung des Gartens oder für die Toilettenspülung. Doch Achtung: Die Nutzung von Regenwasser als Trinkwasser ist hierzulande grundsätzlich untersagt. Dabei sind Regenwasser- und Trinkwasserleitung deutlich voneinander zu trennen sowie farblich unterschiedlich zu markieren.

Was Eigentümer wissen müssen

Zur rasanten Verbreitung der bereiften Miniunterkünfte haben in den USA wohl auch die moderaten gesetzlichen Anforderungen geführt. So sind die Auflagen für das Bewohnen und den Transport von Tiny Houses in den Vereinigten Staaten eher lasch – Zumindest im Vergleich zu der hiesigen Gesetzeslage. Aus diesem Grund ist Eigentümern auch grundsätzlich davon abzuraten, ein Mini Home aus den USA zu importieren. Versorgungsanschlüsse und Außenmaße amerikanischer Ableger sind mit den Vorschriften der meisten europäischen Länder nicht kompatibel. Bei der Vielzahl an europäischen Anbietern, die sich über die letzten Jahre etabliert haben, dürften Käufer allerdings auch ohne Probleme auf dem heimischen Markt fündig werden.

Wie jedes Fahrzeug auch, erfordert ein Tiny House eine Straßenzulassung durch die zuständige Prüfgesellschaft TÜV oder DEKRA. Hier wird es üblicherweise als Anhänger mit Sonderaufbau geführt. Ohne eine solche Zulassung dürfen Tiny Houses auf öffentlichen Straßen nicht bewegt werden, außer es liegt eine Sondergenehmigung vor.

Auch wenn es theoretisch möglich ist: Ein Eigentümer darf sein Tiny House nicht an beliebigen Plätzen abstellen und es dort bewohnen. Sowohl eine dauerhafte als auch temporäre Nutzung erfordert eine Baugenehmigung. Dazu gehört auch das Erschließen der dafür vorgesehenen Stellfläche. So ist der Eigentümer dazu verpflichtet, die Versorgung mit Strom, Wasser und Abwasser sicherzustellen ebenso wie den Zugang der örtlichen Müllabfuhr.

Einzige Ausnahme bilden Campingplätze. Hier erfordert das Aufstellen eines Kleinhauses keine Baugenehmigung. Wer sein Tiny House als dauerhaften Erstwohnsitz auf einem Campingplatz nutzen möchte, der sollte sich vorab in der Campingverordnung seines Bundeslandes informieren. Nicht jedes Bundesland erlaubt einen Campingplatz als Erstwohnsitz.



4. Mai 2018

Zusammenfassung: Man kann es drehen und wenden, wie man will: Fossile Brennstoffe sind endlich und die Energiewende muss gelingen. Auch im eigenen Keller. Mit nachhaltigem Energiemanagement und moderner Heiztechnik kann jeder zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen beitragen.

 

 

Die Uhr tickt. Im Jahr 2020 soll im Rahmen der Klimaschutzziele der Bundesregierung der Ausstoß von Treibhausgasen gegenüber 1990 um mindestens 40 % sinken. Um dies zu erreichen, umfasst das „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ Maßnahmen in vielen Bereichen wie z. B. in Industrie und Landwirtschaft, in der Abfallwirtschaft, im Verkehrssektor u. v. m. Bis zu 78 Millionen Tonnen Treibhausgase können so künftig eingespart werden.

 

Und natürlich geht es auch um Gebäude, genauer gesagt um deren Energieeffizienz. Insgesamt liegt das geschätzte Einsparpotenzial hier bei ca. 30 Millionen Tonnen Treibhausgase. Besonders spannend ist ein Blick in den Wärmemarkt, denn um wirklich CO2 einzusparen, muss die Energiewende auch in den Heizungskellern der Republik ankommen.

 

 



29. Dezember 2017

Seit der großen Zäsur in den Jahren 2008 und 2009 hat sich die Situation bei den Geldanlagen drastisch gedreht. Auf die damalige Immobilien- und Finanzkrise folgte ein Run auf alle Sachwerte. Egal ob Immobilien, Gold, Kunstwerke oder Oldtimer, alles hat die letzten 10 Jahre stark an Wert gewonnen.

 

Das gilt auch für die Aktien, die wahrscheinlich stärker als alle anderen Sachwerte in den letzten 10 Jahren zulegten:

 

Seit der Immobilienkrise 2009 einen Gewinn von rund 250 Prozent erzielt: Deutscher Leitindex DAX (Grafik: Comdirect)

 

Noch besser lief es bei den US-Werten, die sogar 280 Prozent zulegten. Entsprechend stellen sich viele Anleger die Frage, ob den Börsen im Jahr 2018 die Luft ausgehen wird.

 

Dazu hat das Magazin Euro in seiner Ausgabe 01 | 2018 fünf prominente Börsenexperten befragt. Die selten so einhellige Meinung: Die Rally läuft weiter. Das Potenzial an den Börsen ist noch lange nicht ausgeschöpft.

 

Natürlich stimmt es, dass der Aktienmarkt wohl im letzten Drittel seines Anstiegs angekommen ist. Das heißt, die Gewinne und die Kurse werden vielleicht nicht mehr so stark zunehmen wie zuvor. Aber nach der alten Börsenweisheit von Sir John Templeton werden Bullenmärkte im Pessimismus geboren, wachsen bei Skepsis, reifen im Optimismus und sterbern bei Euphorie. Von Aktieneuphorie ist weiterhin nichts zu spüren – wie befinden uns derzeit gerade mal in der Phase Optimismus.

 

Börsen dürften auch wegen robuster Wirtschaft weiter steigen

 

Wer sich weniger von der Psychologie – wie Sir Templeton – der Börse nähert sondern eher die harten Fakten bevorzugt, wird sich die wirtschaftliche Entwicklung ansehen. Hier sind die Aussichten so gleichmäßig positiv wie selten zuvor. Ob China, Indien, die USA, Japan Deutschland oder Spanien, Italien und Frankreich: sie alle wachsen gleichzeitig und stimulieren sich entsprechend gegenseitig.

 

Nach einem starken Weltwirtschaftswachstum von 3,6 Prozent in 2017 erwartet der Internationale Währungsfonds IWF für 2018 ein noch etwas stärkeres Wachstum von sogar 3,7 Prozent. Und auch der Ausblick auf die nächsten Jahre sieht ähnlich aus. Obwohl der Höhepunkt des Wirtschaftswachstums in den USA und Europa 2018 oder 2019 erreicht sein dürfte, ist ein kritischer Rückgang der BIP-Zuwächse nicht abzusehen.

 

Wachstum treibt die Gewinne der Unternehmen

 

Der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Börsengewinnen ist indirekt. Das Wirtschaftswachstum treibt üblicherweise die Gewinne der Unternehmen nach oben. Damit können die Unternehmen höhere Dividenden zahlen oder ihr Eigenkapital stärken.

 

Höhere Dividenden kommen direkt in den Taschen der Aktionäre an. Höheres Eigenkapital erhöht den Wert eines Unternehmens; in der Folge steigen die Aktienkurse für dieses Unternehmen. Auch das freut den Anleger.

 

Zusammen mit den fehlenden Alternativen zur Aktienanlage – zum Beispiel liegen die Zinsen für einen Kredit an die Bundesrepublik Deutschland über 5  Jahre nur bei minus 0,3 Prozent jährlich – bleiben die Aussichten für Aktien also auch im neuen Jahr 2018 sehr attraktiv.

 

Trotzdem wachsam bleiben

 

Prognosen sind jedoch schwierig – besonders, wenn sie die Zukunft betreffen! Auch wenn die Vorzeichen auf grün stehen, können jederzeit neue Situationen die Lage auf den Kopf stellen.

 

So stehen Parlamentswahlen im Frühjahr in Italien an – die Stabilität Europas könnte in Gefahr geraten. Der Brexit kommt in die entscheidende Phase; nach den Fortschritten in den letzten Wochen des Jahre 2017 werden in 2018 erste harte Entscheidungen zu treffen sein.

 

Neben der Politik bleiben die Notenbanken zu beachten. Die US Notenbank FED ist schon mitten im Zyklus der Zinserhöhungen. Sie geht sehr behutsam vor und wäre im Falle wirtschaftlicher Probleme sicherlich zu sofortigen Maßnahmen bereit. Trotzdem sind steigende Zinsen grundsätzlich schlecht für Aktienmärkte, denn wer Zinsen risikolos bekommt geht seltener an die risikobehaftete Börse. Das wird sich bemerkbar machen.

 

Die Europäische Zentralbank EZB hingegen ist gerade erst dabei, ihr Anleihkaufprogramm zu halbieren – von 60 Milliarden Anleihekäufen monatlich auf dann nur noch 30 Milliarden Euro. Das lässt sich sogar in Japan erkennen, denn die dortige Notenbank Bank of Japan hat ein geringeres Tempo beim Anwachsen ihrer Bilanz erkennen lassen.

 

Diese Maßnahmen der Notenbank entziehen den Kapitalmärkten Geld. Entsprechend können die Märkte nicht mehr so schnell steigen.

 

Die Inflationsrate ist wichtig

 

Wichtigster Meßpunkt für die Notenbanken ist die Inflationsrate. Alle Notenbanken streben mehr oder weniger ein Ziel von um die 2 Prozent Inflation (Geldentwertung) jährlich an. Bisher haben jedoch ganzen Maßnahmen nur bedingt zum Anstieg der Inflationsrate geführt.

 

Es wird spekuliert, dass dies daran liegt, dass technische Innovationen und die Digitalisierung in vielen Sektren Lohnsteigerungen ausbremsen. Dazu kommt, dass Rohstoffe wie Öl oder Holz weiterhin relativ billig sind.

 

Würde sich das aber ändern und die Inflationsraten sprunghaft zulegen, wären auch die Notenbanken zu einem entschlossenen Handeln gezwungen. Zuletzt legte die Inflationsrate vor rund einem Jahr deutlich zu:

 

Sprunghafter Anstieg der Inflationsrate im November 2016 (Grafik: EZB)

 

 

Das von Nobelpreisträger Robert Shiller entwickelte Shiller-KGV, das den Wert eines Unternehmens in Verhältnis zu seinen Gewinnen der vergangenen zehn Jahren setzt, liegt bei US-Aktien bei rund 30. Nur zwei Mal war das Shiller-KGV in den USA bisher höher: vor dem Platzen der Internetblase 2000 und vor der Großen Depression 1929.

 

Wie sollten Anleger in dieser Börsenphase reagieren?

 

Wer sich die Argumente von oben ansieht, könnte ins Zweifeln kommen und einfach gar nicht investieren. Aber Achtung: wer sich zu früh von den Börsen verabschiedet verpasst möglicherweise die schönsten Jahre mit den kräftigsten Zuwachsraten.

 

Im Schnitt bietet das letzte Drittel eines Bullenmarktes 37 Prozent der gesamten Rendite. Große Börsenjahre wie 1997 (plus 31%), 1998 (26,7%), 1989 (27,3%) und 1980 (25,78%) könnten dem Anleger verloren gehen, wenn er jetzt nicht mehr auf Aktien setzt.

 

Entsprechend sollte der Anleger seinen Asset-Allokation überprüfen. Sie macht rund 2/3 des Erfolg an den Börsen aus. Neben Cash (Liquidität) gibt es klassischerweise Anleihen und Aktien.

 

Abhängig davon, wie lange man noch investieren möchte, sollte man die Asset-Allokation wählen. Wer viel Zeit, also 8 oder mehr Jahre hat, sollte eine hohe Aktienquote wählen – vielleicht 70 Prozent. Wer nur rund 5 Jahre Zeit hat, der dürfte mit ca. 50 Prozent Aktienquote richtig liegen.

 

Wie sieht es mit anderen Anlageformen in 2018 aus?

 

In aller Munde dürften auch 2018 die Immobilien bleiben. Schließlich sind die Zinsen niedrig, was eine Baufinanzierung erleichtert.

 

Immobilien gibt es in unterschiedlichsten Varianten.

Leider wurden die Vorteile durch niedrige Zinsen durch stark gestiegene Grundstückspreise und stark gestiegene Handwerker-Kosten mehr als ausgeglichen. Mit klassischen Wohngebäuden dürfte also kaum Geld zu verdienen sein. Spezial-Gebiet wie Gewerbeimmobilien oder Logistikgebäude können lukrativer sein; allerdings fehlt den meisten privaten Anlegern das Know-How und das Eigenkapital, um dort dabei sein zu können.

 

Bleiben Immobilienfonds oder REIT’s, also Aktiengesellschaften die in Immobilien investieren. Sie können als passive, risikoarme Beimischung interessant sein. Aus ethisch-ökologischer Sicht sind sie als neutral zu bewerten, d.h. sie erzielen keinen positiven Nachhaltigkeitsaspekt, aber sind vertretbar.

 

Bei Rohstoffen ist das Bild unklar. Die Anstrengungen zu Fördermengenreduzierung der OPEC waren teilweise erfolgreich, so dass der Ölpreis leicht steigen konnte. Steigt er jedoch stärker, dürfte sich auch das Fracking wieder verstärkt rentieren, womit der Ölpreis wieder schwächer wird.

 

Der Ölpreis befindet sich seit Juni 2017 in einem Aufwärtstrend, der jedoch durch Fracking bei einem Wert zwischen 70 und 80 Dollar gebrochen werden sollte. Grundsätzlich ist Öl für den nachhaltigen Investor nur eine Information zu den Energiepreisen: eine Investition verbietet sind, bedenkt man die enormen Risiken bei der Gewinnung von Öl oder die negativen Effekte für das Klima beim Verbrauch fossiler Energien.

 

Und noch ein Wort zum Bitcoin: Der interessante Ansatz mit dem nicht unbegrenzt vermehrbaren Bitcoin und der intelligenten Vorgehensweise mit der Blockchain ist keine wirkliche Währung. Das Bezahlen damit ist nur selten möglich und dauert teilweise Stunden. Der Bitcoin ist ein reines Spekulationsobjekt, ähnlich der Tulpenzwiebeln bei der Tulpenblase in den Niederlanden 1636 – 1637. Der Bitcoin ist also keine Geldanlage, eher der Besuch eines Casinos.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerd SW300x300 Gerd Junker, Klimafonds-Experte: Die Welt ist extrem komplex. Sinnvolle Geldanlagen können jedoch einfach sein. Bei Klimafonds finden wir die passende Lösung für Eure Bedürfnisse. Mehr Klimafonds findet Ihr auf Facebook, Google+ und Twitter.


19. Dezember 2017

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Obwohl die jährliche Geldentwertung höher als die Bankzinsen ist und damit Jahr für Jahr das Geld auf der Bank Wert verliert, sind viele Deutsche noch nicht an den Kapitalmärkten tätig. Wir haben 10 Gründe gesammelt, weshalb jeder an die Kapitalmärkte gehen sollte. Natürlich nachhaltig!” ]

 

Die Deutschen sind sparsame Menschen. Immerhin 2,2 Billionen Euro liegen auf der Bank, also 27.500 Euro pro Bundesbürger – Greise und Babies mit eingerechnet!

 

Doch obwohl seit vielen Jahren die Zinsen extrem niedrig, meist auf Null oder gar negativ sind, bleiben die Deutschen bei Ihrem Sparbuch, Girokonto oder Sparbrief. Dabei wissen viele, dass die jährlich Geldentwertung in Form von Preissteigerungen höher liegt. Aktuell (Okt. 2017) liegt die Inflation bei 1,6 Prozent, bei 0 Prozent Zinsen hat der Sparer also jedes Jahr 1,6 Prozent weniger auf seinem Konto.

 

Wird der Zinseszins berücksichtigt, werden bei einer jährlichen Geldentwertung von 1,6 Prozent aus zum Beispiel 10.000 Euro nach 10 Jahren nur noch 8.532,24 Euro.

 

 

Trotzdem scheuen viele Deutsche weiterhin die Kapitalmärkte. Zu komplex, zu viele Risiken, zu zeitaufwendig. Nur 7,1 Prozent der Deutschen halten selbst direkt Aktien, nur 6,7 Prozent halten Aktien über Investmentfonds (Quelle: Wikipedia, Jahr 2013).

 

Darüber hinaus bieten die Kapitalmärkte noch viel mehr, Kapitalmarkt heißt nicht automatisch Aktien. Ein größerer Markt ist der Anleihemarkt mit 149 Billionen USD im Vergleich zum Aktienmarkt mit 69 Billionen USD (Werte von 2014).

 

Was spricht dafür, gerade jetzt in die Kapitalmärkte zu investieren?

 

1.) Niedrigzinsumfeld

 

Lassen Sie uns einen Blick auf den für uns wichtigsten Zins werfen, den Leitzins der Europäischen Zentralbank EZB. An ihm orientieren sich praktisch alle anderen Zinsen, auch der Zins für Spareinlagen in Deutschland.

 

Zinsentwicklung am Beispiel des Leitzinses in Deutschland (Diagramm https://www.fmh.de/)

 

Wie zu sehen sind wir akutell bei einem Leitzins von Null, eine nie zuvor dagewesene Bestrafung für die Anlage von Kapital. Warum wird das gemacht? Da der Zins der Preis des Geldes ist, wird mit Null-Zins das Geld billig.

 

Das bedeutet, man muss für seinen Kredit nur noch ganz wenig zahlen. Das wiederum freut die Unternehmen, denn mit mehr Krediten können sie mehr investieren, neue Produktionsstätten errichten, neue Märkte erobern und für eine florierende Wirtschaft sorgen.

 

Die Folge: die Aktien steigen. Seit Ende der Finanzkrise ist das lehrbuchartig geschehen. Seit Ende der Weltfinanzkrise im Jahr 2009 hat sich der Stand des Aktienbarometers DAX auf das 2,5 fache zugelegt. Wer damals 10.000 Euro investierte, freut sich heute über 25.000 Euro. Keine andere sichere Geldanlage konnte solch eine Steigerung aufweisen wie die Aktie.

 

2. Beteiligungen an Unternehmen lohnen sich

 

Auch wenn das so mancher anders sieht – die Beteiligung an Unternehmen über Aktien oder Anleihen ist nicht kompliziert sondern sehr einfach.

 

Der Aktionär erhält ein Stück eines Unternehmens. Geht es dem Unternehmen gut und macht es Gewinne, bekommt der Aktionär als Eigentümer diese Gewinne. Entweder in Form von Dividenden, oder in Form steigernder Kurse. Meist erfreut er sich über beides. Zum Beispiel schütteten die Unternehmen des DAX alleine in 2017 über 30 Milliarden Euro an ihre Aktionäre aus.

 

Wer eine Anleihe hält, hat einem Unternehmen Geld geliehen. Will zum Beispiel Windkraft-Anbieter Vestas eine neue Produktionsstraße bauen, begibt das Unternehmen Anleihen und leiht sich Geld von Anlegern. Dafür zahlt es Zinsen und am Ende der Laufzeit den Nennwert wieder zurück. Recht  einfach, oder?

 

3. Börsen werden immer schwanken: kein Grund zur Panik

 

Das ist für die meisten das größte Problem – die Börsen schwanken. Ähnlich wie bei anderen Sachwerten auch – nur bei Aktien und Anleihen werden die Schwankungen sichtbar. Dass Sie beim Verkauf für Ihr Haus heute einen anderen Wert erzielen würden als in 2 Jahren oder vor 3 Jahren, ist zwar klar, aber man macht sich das nicht bewusst.

 

Anders bei den Kapitalmärkten, wo die schwankenden Preise sehr deutlich und für jeden ablesbar sind. Eigentlich ein Vorteil, doch viele Anleger können damit nicht umgehen.

 

Man muss sich deshalb immer wieder selbst daran erinnern, dass es langfristig nach oben geht. Zwischen 1980 und 2016 haben die europäischen Aktien beispielsweise nur in 8 Jahren mit einem Minus abgeschlossen, in 78 Prozent der Jahre haben die Anleger also ein Plus erzielt.

 

Geduld zahlt sich aus; ganz besonders an den Börsen.

 

4. Wer gut streut rutscht nicht aus

 

Das ist die wichtigste Börsenregel und diese müssen Sie zwingend beachten: Wer gut streut, rutscht nicht aus. Es muss jedem klar sein, dass einzelne Titel und einzelne Wertpapiere Risiken in sich tragen.

 

Die oben genannte Anleihe von Vestas, dem Windrad-Hersteller, würde beispielsweise wertlos werden, wenn das Unternehmen Vestas zahlungsunfähig würde. Das ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.

 

Deshalb: Das Geld immer breit streuen um Risiken zu meiden. Das gilt über Anlageklasse wie über Regionen und Industrien. Im Zweifel ist ein Mischfonds für einen Anleger besser geeignet als ein reiner Aktienfonds oder ETF.

 

5.) Die Zeit arbeitet für den Anleger

 

Neben der wichtigsten Regel der Streuung ist es fast genauso wichtig, ausreichend Zeit mitzubringen. Die Zeit arbeitet für den Anleger; je mehr Zeit er hat, umso besser für ihn.

 

Gut erkennbar ist das am sogenannten Rendite-Dreieck für den DAX, in dem die jährlichen Renditen aufgeführt sind (gilt nur für Aktien – bei Anleihen ist eine andere Situation, dort sind kurzfristigere Anlagen möglich):

 

Die weißen Linien zeigen Jahre mit gleicher Anlagedauer. Je länger die Anlagedauer, um so konstantere Ergebnisse (Original zum Download)

 

Im Rendite-Dreieck sind Anlagedauern in Jahren dargestellt. Rote Kästchen sind Anlagezeiträume mit negativer Wertentwicklung, weiße mit neutraler Wertentwicklung und grüne mit positiver Wertentwicklung. Das Dreieck zeigt: je länger man dabei ist, umso wahrscheinlicher wird das Gesamtplus. Ab 3 bis 4 Jahren ist man fast immer im Plus, ab ca. 10 Jahren ist man praktisch immer deutlich im Plus.

 

6.) Einfach dabei bleiben: schont Nerven und Geldbeutel

Timing ist immer schwierig – aber besonders bei den Kapitalmärkten. Wer sich nicht täglich mit Ihnen beschäftigt wird es kaum schaffen, die optimalen Einstiegs- oder Ausstiegszeiträume zu treffen.

 

Aber nicht mal das: meist werden Einstieg oder Ausstieg rein aus dem Bauch-Gefühl heraus getroffen ohne eine bewusst gewählt, zumindest in der Vergangenheit erfolgreiche Strategie anzuwenden.

 

Deshalb gilt für Privatanleger: versuchen Sie sich nicht daran, gute Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkte zu finden. Versuchen Sie nicht, aus den Märkten zu gehen, weil Sie das Gefühl haben das jetzt tun zu müssen. Vermeiden Sie diese Fehler unbedingt und sparen Sie sich damit viel Geld.

 

7.) Frühzeitig anlegen und den Zinses-Zins-Effekt genießen

Wir Menschen haben ein unheimlich gut entwickeltes Gehirn. Kapazität, Geschwindigkeit und Lernfähigkeit sind unerreicht.

 

Allerdings kann unser Gehirn nicht alle Disziplinen gleich gut. So war die Expotenzial-Rechnung sicherlich keine wichtige Sache bei der Entwicklung des Menschen, denn hier versagen wir vollkommen.

 

Lassen Sie uns ein Beispiel ansehen: Sagen wir, Sie legen jeden Monat 100 Euro an. Sie machen das für 20 Jahre. Ohne Betrachtung von Steuern würden bei 6 Prozent Wertentwicklung dabei herauskommen:

 

 

100 Euro monatlich über 20 Jahre ansparen (Alle Berechnungen ohne Gewähr, 6% Wertentwicklung netto)

 

 

Jetzt verdoppeln wir einfach den Anlagezeitraum von 20 Jahren auf 40 Jahre. Aus den oben angesparten ca. 45.000 Euro müssten also ca. 90.000 Euro herauskommen, oder? In Wirklichkeit sind es aber:

 

 

Statt 20 Jahren nun 40 Jahre Anlagedauer: das Ergebnis vervierfacht sich.

 

Doppelte Anspardauer bedeutet in diesem Fall also mehr als das vierfache Ergebnis. Fangen Sie also so früh wie nur möglich an und bauen Sie sich nebenbei ein kleines Vermögen auf.

 

8.) Die Lebenserwartung ist höher als Sie denken

 

Wir erleben es im Beratungsalltag immer wieder: die meisten Menschen schätzen ihre Lebenserwartung vollkommen falsch ein; meist viel zu niedrig.

 

Dabei gilt als Faustregel: Sie werden ungefähr 15 Jahre älter als Ihre Großeltern. Sind die also mit 75 Jahren verstorben, werden Sie (statistisch gesehen) also 90 Jahre alt werden.

 

Wer es genauer wissen will, dem sei der recht umfangreiche Online-Rechner von Focus-Online empfohlen, um Ihre individuelle Lebenserwartung zu errechnen.

 

Von einem Paar wird schon heute in 9 von 10 Fällen mindestens einer der Partner über 80 Jahre alt.

 

Entsprechend brauchen Sie vielleicht mehr Geld als gedacht. Dafür haben Sie aber auch noch eine längere Anlagezeit als vielleicht gedacht, so dass Sie die Chancen des Kapitalmarktes nutzen können und sollten.

 

9.) Es spricht viel für Investmentfonds

 

Wer die Chancen des Kapitalmarktes nutzen möchte kauft sich also vielleicht Aktien oder Anleihen. Die Gebühren sind niedrig und die Transaktion gleich durchgeführt.

 

Doch für den Anleger ist das ein aufwendiger Weg. Denn zunächst muss er analysieren, analysieren und analysieren. Er sollte Dutzende von Unternehmen und Staaten intensiv prüfen, Geschäftsberichte und Analysen sowie Berichte lesen und dann ein ausgewogene Portfolio aus vielleicht 10 Wertpapieren zusammen stellen.

 

Dann muss er diese 10 Wert kontinuierlich beobachten, denn jederzeit kann etwas passieren. Unwetter zum Beispiel lassen den Kurs von Rückversicherungsgesellschaften einbrechen; ein Abgas-Skandal den von den größten Automobilherstellern und wer an Erneuerbare Energien glaubt, sollte die staatlichen Förderungen im Auge behalten: die deutsche Solarindustrie ist daran zerbrochen.

 

Schnell ist klar: das ist von einem einzelnen Anleger kaum wirtschaftlich zu realisieren. Deshalb wurden von rund 60 Jahren die Investmentfonds eingeführt. Die Arbeit der Analyse wird von einem Fondsmanger und dessen Team übernommen und die Kosten dafür dann auch Tausende Anleger – nämlich die Besitzer des Investmentfonds – verteilt. In der Folge kann sich auch der Kleinanleger, meist schon ab 500 Euro, an professionell geführten Wertpapieranlagen beteiligen.

 

Geschieht das auf dem Weg eines ETF, also eines passiven Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird, schließt man auch Minderleistungen von Fondsmanagern aus. Denn der ETF liegt mit seiner Performance meist oberhalb der Mitte aller Investmentfonds.

 

10.) Auch die “Zinsen” der Wertpapiere beachten

 

Viele Anleger sehen nur die Kursentwicklung der Märkte an. Und selbst in der Darstellung des Depots in den gängigen Bank-Systemen werden die Gewinne meist  nur auf Basis der Kurs-Gewinne / -verluste angezeigt.

 

Doch damit werden die “Zinsen” der Wertpapiere schlichtweg vergessen. Ein großer Fehler.

 

Bei Aktien sind das die Dividenden. Die Hauptversammlung eines Unternehmens beschließt nämlich, was mit dem Gewinn des abgelaufenen Geschäftsjahres gemacht werden soll. Meist werden 1/3 bis 1/2 des Gewinnes in Form von Dividenen ausgeschüttet. Das ist im einzelnen Jahr vielleicht nicht viel, über die Zeit aber eine entscheidende Komponente.

 

Wir haben hier die Entwicklung des Deutschen Kursbarometers DAX mit und ohne Dividende dargestellt:

 

Gelb: DAX-Entwicklung ohne Dividenden. Blau: DAX-Entwicklung mit Dividenden (Quelle: comdirect)

 

Während der Kursdax in rund 18 Jahren auf ca. 45 Prozent Gewinn kommt, zeigt der Performance-DAX die Wahrheit an: ca. 140 Prozent Gewinn. Der einzige Unterschied sind die Dividenden, bildlich gesprochen die Zinsen der Aktien.

 

Wann fangen Sie an der schleichenden Geldentwertung ein Schnippchen zu schlagen? Es ist einfacher als Sie denken.

 

 

 

 

 

 

 Gerd SW300x300 Gerd Junker, Klimafonds-Experte: Die Welt ist extrem komplex. Sinnvolle Geldanlagen können jedoch einfach sein. Bei Klimafonds finden wir die passende Lösung für Eure Bedürfnisse. Mehr Klimafonds findet Ihr auf Facebook, Google+ und  Twitter.


17. Juli 2017

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Deutschland ist eine Industrienation, dennoch ist ein Drittel der Landesfläche mit Wäldern bedeckt. Unberührte Natur ist jedoch selten, denn die Wälder sind größtenteils Wirtschaftswälder. Für den Erhalt einer reichen Biodiversität gibt es jedoch verschiedene Schutzgebiete, die – je nach Ausweisung – unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Dabei verbinden Nationalparks – nicht nur in Waldgebieten – ökologische Aufgaben mit ökonomischen Vorteilen.” ]

 

 

Deutschland zählt zu den führenden Industrienationen weltweit. Innerhalb der Europäischen Union gehört das Land zugleich auch zu den waldreichsten Ländern. Knapp ein Drittel des gesamten Landes ist mit Wald bedeckt , dabei hat sich die Waldfläche im letzten Jahren sogar wieder leicht um 0,4 Prozent vergrößert. Insgesamt sind das rund 90 Milliarden Bäume auf 11,4 Millionen Hektar Land, die als Ökosystem einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.

 

Wälder werden aber auch seit Jahrhunderten als Wirtschaftswälder genutzt – und das nicht immer nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit, die im 18. Jahrhundert formuliert wurden und den langfristigen Erhalt der Baumbestände zum Ziel hatten, denn der Raubbau an der Natur ist nicht allein ein Phänomen der Moderne. Entsprechend dem Werk „Silvicultura Oeconomica“ von Hans Carl von Carlowitz sollten stets nur die Menge an Bäumen entnommen werden, wie auch wieder aufgeforstet werden können.

 

Durch die wirtschaftliche Bedeutung von Holz kam es jedoch in der Geschichte immer wieder zu größeren Entnahmen. Mit einem Anteil von 99 Prozent überwieg der Hochwald, der durch Naturverjüngung, Saat und Pflanzung entsteht. Nur noch geringe Anteile haben der Niederwald, bei dem Bäume in kurzen Abständen entnommen werden, sowie der Mittelwald, der beide Wirtschaftsformen kombiniert.

 

 

Keine unberührte Natur

Schon die forstwirtschaftliche namentliche Einteilung der Waldgebiet macht deutlich, dass es echte Urwälder – also Primärwälder, in die der Mensch nicht eingreift, in Deutschland nicht mehr gibt. Urwaldähnliche Gebiete existieren jedoch im Rahmen einiger Nationalparks. Hier hat die Natur Vorrang vor den Bedürfnissen der Menschen.

 

 

 

Zudem sieht das Bundesnaturschutzgesetz noch weitere Schutzgebiete vor, deren Besonderheiten jeweils geregelt sind. Einen besonderen Gebietsschutz zur Erhaltung wildlebender Tier- und Pflanzenarten bieten demnach auch ausgewiesene Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete und Naturparks. Einzelne Landschaftsteile werden als Naturdenkmale oder geschützte Landschaftsbestandteile unter besondere Aufsicht gestellt. Ebenfalls im Naturschutzgesetz verankert ist der Biotopschutz. Darüber hinaus gibt es als europäische Richtlinie die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, die Teil des europäischen Biotopverbundsystems Natura 2000 sein soll.

 

Die Gesellschaft stärker für die Bedeutung des Natur- und Artenschutz und die verantwortungsvolle und schonende Nutzung der Ressourcen zu sensibilisieren, ist Aufgabe und Ziel der „International Union for Conservation of Nature and Natural Resources“, kurz IUCN. Die Nichtregierungsorganisation veröffentlicht die „Rote Liste der gefährdeten Arten“ und kategorisiert nationale Schutzgebiete, um sie international vergleichbar zu machen.

 

Dafür hat die IUCN Standards für den Natur- und Artenschutz entwickelt. Die Organisation mit Sitz in der Schweiz wurde 1948 gegründet und verfügt über Niederlassungen in mehr als 60 Ländern weltweit. Außerdem genießt die IUCN einen Beobachterstatus bei der UN-Vollversammlung. Zu den Mitgliedern der IUCN zählen in Deutschland unter anderem das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, das Bundesamt für Naturschutz, der Bund Naturschutz, der Naturschutzbund Deutschland sowie die Zoologische Gesellschaft Frankfurt.

 

 

Nationalparks – Die große Idee

Nationalparks gibt es in vielen Ländern der Welt. Im Allgemeinen werden diese großen Schutzgebiete von der jeweiligen Regierung verwaltet und sollen die natürliche Entwicklung der heimischen Tier- und Pflanzenarten fördern. Die Nationalparks werden zwar in einem gewissen Sinne gepflegt, das Eingreifen des Menschen soll jedoch möglichst gering gehalten werden. Außerdem werden die Gebiete auch aktiv vor Umweltverschmutzung geschützt.

 

Neben der wichtigen ökologischen Aufgabe der Nationalparks, werden die Gebiete jedoch auch touristisch vermarktet und sollen der Erholung dienen. Die Idee der Nationalparks entstand im 19. Jahrhundert in verschiedenen Ländern. Gemeinsames Ziel war es, die ursprüngliche Natur zu bewahren und für kommende Generationen erlebbar zu machen. Die ersten Nationalparks entstanden in den USA. 1864 wurde ein erstes Schutzgebiet ausgewiesen, das heute Teil des Yosemite National Park ist. Der weltweit erste offizielle Nationalpark war der Yellowstone National Park, der 1872 eröffnet wurde. Die nationale Bedeutung der Schutzgebiete spiegelt sich auch in der behördlichen Zuständigkeit wider: Die Nationalparks der USA liegen im Verantwortungsbereich einer eigenständigen Behörde des Innenministeriums.

 

In den folgenden Jahrzehnten setzte sich die Idee der nationalen Schutzgebiete weiter durch. Es folgten große Parks in Kanada, Australien und Neuseeland. Die ersten europäischen Nationalparks entstanden 1909 in Schweden. Dort wurden gleich neun Gebiete als Nationalparks ausgewiesen.

 

 

Mensch als Teil der Natur

Dabei gingen die Skandinavier einen Schritt weiter und berücksichtigten auch den Menschen als Teil des Schutzgebietes. So wurde dem indigenen Volksstamm der Samen im Norden des Landes teilweise Nutzungsrechte für ihre Rentierherden eingeräumt.

 

Ein wichtiger Punkt in der Entwicklung der Parks, denn das Nutzungsverbot in anderen Teilen der Erde führte in vielen Fällen zur Vertreibung der einheimischen Völker, die vormals im Einklang mit der Natur gelebt haben, von ihrem angestammten Land. Die Annahme, dass der menschliche Eingriff prinzipiell schädlich für die Natur sei, entsprang dabei der unreflektierten Erfahrung des eigenen ausbeuterischen Umgangs mit der Natur.

 

Der Gedanke, die lokalen Gemeinschaften als Teil Natur mit in die Nationalparkkonzepte miteinzubeziehen, setzt sich erst in den letzten Jahren durch, vor allem durch deren eigene Initiative, durch. In eine ähnliche Richtung zielt auch die Ausweisung einer Region als Biosphärenreservat. Bei diesem Projekt der UNESCO werden neben den Aspekten der Ökologie und Nachhaltigkeit auch die sozio-kulturellen Aspekte mit einbezogen und der Mensch als Bestandteil des Ökosystems gesehen.

 

 

Nationalparks zählen zu den nationalen Assets

Nationalparks sind heute weltweit etabliert und stehen dabei auch für die Besonderheiten und Werte des jeweiligen Landes. Aktuell gibt es mehr als 2.200 Nationalparks in rund 120 Ländern der Erde und umfassen nahezu alle Landschaftstypen. Die weltweite Koordination obliegt der IUCN.

 

Voraussetzung für einen Nationalpark ist es, dass drei Viertel der Fläche sich selbst überlassen werden, um das Ökosystem langfristig zu schützen. Im Gegensatz zu einem Totalreservat, sind verschiedene Eingriffe erlaubt, um das gestörte ökologische Gleichgewicht wiederherzustellen. Beispielsweise durch die Bestandsregulierung von Wild, die Wiederansiedlung lokal ausgerotteter Arten oder die Beseitigung nicht heimischer Arten.

 

Ein Viertel der Fläche darf auch wirtschaftlich genutzt werden, etwa durch Landwirtschaft, Fischerei oder Brennholzentnahme. Darüber hinaus stehen weite Teile der Nationalparks für Besucher offen und sollen so auch als Lernort dienen und Erholung und Entspannung in der Natur fördern

 

 

Nationalparks in Deutschland

Die Ausweisung von Naturdenkmälern und den vielfältigen Naturschutzgebieten als Nationalparks begann in Deutschland erst in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Mittlerweile gibt es 16 deutsche Nationalparks, die insgesamt 0,6 Prozent der Landfläche einnehmen. Nicht gezählt sind dabei die marinen Flächen der Nord- und Ostsee.

 

Der Wert ist vergleichsweise niedrig, Nachbarländer wie beispielsweise Österreich können immerhin einen Flächenanteil von 2,8 Prozent an Nationalparks ausweisen. Allerdings verfügt Deutschland neben den offiziellen Nationalparks über mehr als 8.500 Naturschutzgebiete, die zusätzlich 2,8 Prozent der Landesfläche ausmachen.

 

Als erster deutscher Nationalpark ging 1970 der Bayerischer Wald an den Start. Das Konzept, den Wald als Urwald seiner eigenen Entwicklung zu überlassen, war damals ungewöhnlich, stellte aber die Weichen für die weitere Entwicklung der Nationalpark-Idee in Waldgebieten. Auch nach einem heftigen Gewittersturm 1983 wurde die beschädigte Fläche nicht aufgearbeitet, sondern konsequent die Leitidee „Natur Natur sein lassen“ verfolgt.

 

Das Waldgebiet entlang der Grenze zu Tschechien verfügt über einen dichten Bewuchs, eine vielfältige Fauna und Flora und entwickelt sich zu einem bodenständigen Urwaldgebiet. Dass von einem weitsichtigen Nationalpark-Management nicht nur die Natur sondern auch der Mensch profitiert, bewahrheitet sich im Nationalpark Bayerischer Wald, der zu den beliebtesten Urlaubsregionen im Land zählt. Besonders attraktiv ist hier auch die Vernetzung mit dem Nationalpark Böhmerwald (Šumava). Die beiden Parks bilden zusammen das größte zusammenhängende mitteleuropäische Waldgebiet.

 

Im Nationalpark Bayerischer Wald ist – gemäß der Richtlinien der IUCN in vier Zonen eingeteilt. In der Naturzone, die aktuell rund 67 Prozent der Fläche einnimmt, haben die natürlichen Prozesse Vorrang. Dort sind grundsätzlich keine menschlichen Eingriffe vorgesehen.

 

Innerhalb der Entwicklungszone, rund 10 Prozent der Fläche, werden die Wälder schrittweise ihrer natürlichen Entwicklung überlassen. Rund 21 Prozent des Gebietes zählen zum Randbereich, dort werden Waldschutzmaßnahmen durchgeführt. Die verbleibende Fläche wird als Erholungszone gemanagt. Dort sorgt die Nationalparkverwaltung für die Sicherheit der Nationalparkbesucher.

 

 

Die Nationalparkidee macht Schule

1978 folgte mit dem Nationalpark Berchtesgaden ein alpines Schutzgebiet. In den achtziger Jahren folgen vier Nationalparks in den Küstenregionen Niedersachsen, Schleswig Holstein, Hamburg und Mecklenburg Vorpommerns. Dabei konnten die Wattenmeer-Nationalparks besonders viel Aufmerksamkeit für die ökologische Bedeutung der Meere auf sich ziehen.

 

In den neunziger Jahren kamen fünf Nationalparks in Ostdeutschland dazu. Hier machte besonders der Nationalpark Hainich in Thüringen von sich Reden: Da der Hainich lange ein mili­tärisches Sperrgebiet war und kaum betreten und genutzt wurde, konnten sich die dortigen Waldbestände ungestört und urwaldähnlich entwickeln. Bei den Besuchern besonders beliebt ist dabei der Baumkronenpfad, der eine neue Sicht auf das Ökosystem Wald ermöglicht.

 

In den 2000er Jahren entdeckten auch zunehmend die deutschen Mittelgebirge die Vorteile einer Nationalparkausweisung. Mit Eifel, Kellerwald, Harz und Hunsrück ergänzten vier Regionen die Nationalparkkarte. Seit 2014 dabei ist außerdem der Nationalpark Schwarzwald.

 

 

Ökologie und Ökonomie miteinander verbinden

Der ökologische Gewinn durch Nationalparks wird kaum noch angezweifelt. In vielen Regionen hat sich zudem gezeigt, dass sich das ökologische Engagement auch langfristig wirtschaftlich auszahlt.

 

Im Zuge des naturnahen sanften Tourismus haben sich nicht nur die landschaftlich herausragenden Regionen am Alpenrand und am Wattenmeer gut entwickelt, auch Regionen, in denen der Fremdenverkehr vormals kein besonderer Wirtschaftsfaktor darstellte, haben viele neue Freunde gefunden. Ein gutes Beispiel dafür sind die vielfältigen Wanderangebote in den ehemals strukturschwachen Gebieten von Eifel und Hunsrück.

 

 

 

 



23. März 2017

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Nach dem langen Winter macht der Frühling jetzt wieder mehr Lust auf Bewegung und Sport. Wer einen nachhaltigen Lebensstil pflegt, sollte auch in diesem Bereich seine hohen Ansprüche nicht unnötig runterschrauben. Mit dem Auto ins nahegelegene Fitness-Studio fahren oder ein Skiurlaub am Gletscher bringen vielleicht Deine Fitnesswerte wieder nach oben – dem Klima gegenüber ist es jedoch ein mehr als unsportliches Verhalten. 7 Tipps geben dir Anregungen für mehr Nachhaltigkeit im Sport.” ]

 

 

Bewegung an der frischen Luft weckt die Lebensgeister.

Kaum locken die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings, regen sich wieder die Lebensgeister. Wer sich für das neue Jahr vorgenommen hat, mehr Sport zu treiben und gesünder zu leben, hatte vielleicht bis jetzt noch keine besondere Lust mit dem Programm zu starten. Der Frühlingsbeginn ist aber auch noch eine gute Gelegenheit damit anzufangen. Schließlich müssen ja auch die Rahmenbedingungen stimmen!

 

 

Nachhaltig Sport treiben

Sport ist gesund, steigert das allgemeine Wohlbefinden und tut der Seele gut. Wenn die Bewegung an der frischen Luft stattfindet, werden Kreislauf und Durchblutung angeregt und die Immunabwehr des Körpers gestärkt. Licht und Sonne regen die Vitamin D-Produktion an – wichtig für gesunde Knochen und um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und einige Krebsarten zu senken. Klingt alles gut? – Ist es auch!

 

Wenn Du allerdings unter Sport verstehst, mit dem Auto zum Fitness-Studio um die Ecke zu fahren, Du für ein Ski-Wochenende mehrere 100 Kilometer auf der Autobahn zurücklegst oder Deine innere Ruhe nur beim Wellness-Urlaub auf Bali findest, sieht die Bilanz schon wieder ganz anders aus: Der motorisierte Individualverkehr – sprich Autofahren – und Flugreisen belasten das Klima sehr stark und auch der Massentourismus in Skigebieten hat bereits viele irreparable Schäden in der Natur hinterlassen. Nachhaltig Sport treiben bedeutet daher auch, ein „Fairplay“ mit Umwelt und Klima.

 

 

7 Tipps für Fitness mit „Fun“ und Verantwortung

  1. Saisonaler Sport

Bei Lebensmitteln schon ein Klassiker der Nachhaltigkeitsratschläge: Immer saisonales Obst und Gemüse kaufen! Denn ein Apfel, der aus Südamerika anreist, hat gewaltige Mengen an klimaschädlichem CO2 produziert. Das gleiche gilt für saisonalen Sport: Wer im Winter Schlittschuh läuft verbraucht nicht übermäßig Ressourcen. Wer aber in den heißen Sommermonaten auf eine aufwändig gekühlte Kunsteisbahn abfährt, heizt das Klima unnötig auf.

 

 

  1. Skifahren – Lange Anreise, zerstörte Bergwelt?

Zwei Spuren im Schnee hinterlassen auch einen tiefen ökologischen Fußabdruck.

Wie belastend Skifahren für Umwelt du Klima ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Da ist zunächst einmal der Anreiseweg: Wer in der Nähe von Skigebieten aufgewachsen ist und den Sport von Kindesbeinen an betreibt, wird sich mit einer Ski-Abstinenz sicher schwer tun. Hier entlasten jedoch auch zwei Aspekte: Zum einen entfällt eine lange und CO2-intensive Anreise, zum anderen greift hier auch die Devise „schützen, was man liebt“. Viele Anwohner von Skigebieten haben ein vitales Interesse am Erhalt „ihrer“ Bergwelt.

 

Entsprechend haben verschiedene europäische Skigebiete Nachhaltigkeitsprogramme entwickelt. Eine zentrale Rolle spielt hier auch das klimaverträgliche Management der notwendigen Infrastruktur vor Ort.

 

So will die beliebte deutsche Skiregion Garmisch-Partenkirchen im Rahmen ihrer „Nachhaltigkeitsstrategie 2020“ die CO2-Emissionen spürbar reduzieren. Dabei setzt die Gemeinde auf den Einsatz Erneuerbarer Energien und einer verstärkten Energieeffizienz. Eine ähnliche Strategie fährt das italienische Skigebiet San Martino di Castrozza-Rolle, Trentino, das seinen Strom komplett aus Wasserkraftwerken bezieht. So spart San Martino jährlich 25.000 Tonnen CO2 ein. Außerdem fördert die Region eine klimafreundliche Mobilität. Wer mit einem Elektrofahrzeug anreist, findet dort kostenlose Ladestationen. Eine Anreise mit der Bahn ist generell klimafreundlicher, aber nicht immer so leicht zu bewältigen. Hier setzen die Nachhaltigkeitspläne der Skiregion Plan de Corones in Südtirol an. Das Gebiet ist mit dem Zug gut zu erreichen, auch sind die einzelnen Orte untereinander mit einem gut vertakteten Busverkehr vernetzt. Was den öffentlichen Personenverkehr anbelangt, ist die Schweiz schon lange ein Vorbild. Nun setzt die Graubündner Gemeinde Tenna dazu auf Sonnenenergie und betreibt ihre Liftanalgen komplett mit einer eigenen Photovoltaikanlage.

 

 

  1. Wenn Skifahren, dann am liebsten so:

  • Verzichte auf kurze Wochenendtrips und setze Deine Aufenthaltsdauer in ein vernünftiges Verhältnis mit dem Anreiseweg, Davon profitiert nicht nur das Klima, sondern letztlich auch Du – schließlich ist eine lange Abreise nicht unbedingt erholsam.
  • Achte auf nachhaltige Skiregionen und auf Dein eigenes Verhalten in der Natur.
  • Übrigens: Langlauf ist bei weitem weniger invasiv für die Bergwelt und ist ein sehr wirksamer und anspruchsvoller Sport, der nahezu alle Muskelgruppen trainiert.

 

 

  1. Vorsicht Etikettenschwindel: Motorsport

Nicht schweißtreibend aber entspannend und klimafreundlich.

Beim Motorsport verhält es sich wie bei der Werbeaussage für Bonbons: „gesunde Vitamine naschen“ – es stimmt, dass Vitamine im Produkt enthalten sind, jedoch auch jede Menge Zucker. Ähnlich sieht es beim Motorsport aus. Offiziell zählen die einzelnen Disziplinen zu den Sportarten. Und sicher werden hier  auch Geschicklichkeit und Konzentration trainiert – allerdings verursachen die Aktivitäten mit motobetriebenen Fahrzeugen durch  die aufwändigen „Sportgeräte“ und den entsprechenden CO2-Ausstoß eine miese Öko-Bilanz. Wer nachhaltig Sport treiben will, körperliche Anstrengung jedoch scheut, greift besser auch Schach oder Billard zurück – auch diese beiden Aktivitäten sind offizielle Sportarten und fördern die Konzentration.

 

 

  1. Sport in der Regionalliga – Sieh, das Gute liegt so nah

Studien haben jetzt belegt, dass lange Wege zum Sport demotivierend wirken. Wer nur einen kurzen Weg zum Verein, auf den Sportplatz oder in den Wald zurücklegen muss,  bleibt im Allgemeinen regelmäßig am Ball. Was gut gegen den „inneren Schweinhund“ wirkt, hilft auch der Umwelt.

 

Denn viele Sportarten belasten kaum das Klima – ungünstig wirkt sich jedoch immer die Autofahrt aus. Also auf Sportangebote in der Nachbarschaft achten, beim Spazieren, Walken und Joggen die nähere Umgebung erkunden oder den Aktionsradius durch eigenen Antrieb erweitern: Wer zum Fitness-Studio radelt, kommt schon aufgewärmt an. Auch Inliner, Skateboard & Co. machen viel Spaß und helfen fit, flexibel und umweltfreundlich zu bleiben.

 

  1. Apropos Fahrrad …

Faltbares E-Bike – flexible Mobilität.

Fahrräder gibt es seit 200 Jahren und ist noch immer modern. In Deutschland schwingt sich jeder 5. täglich aufs Rad. Der Anteil der Gelegenheitsradler liegt weit höher. Das ist gesund und entlastet die Umwelt. Die Auswahl an Fahrrädern ist breit. Vom einfachen Hollandrad, über Trekkingräder, diverse Rennräder und Mountainbikes ist nahezu für jeden Fitnessgrad das richtige Rad verfügbar. Besonderen Aufwind haben in den letzten Jahren Pedelecs erhalten. Anfangs in erster Linie von älteren Menschen bevorzugt, erfreuen sich die elektrischen Räder mittlerweile quer durch die Bevölkerung an Beliebtheit. Mittlerweile ist jedes 8. Rad, das verkauft wird, ein Fahrrad mit elektrischer Unterstützung. Positiv an dieser Entwicklung ist, dass moderne Fahrräder – mit und ohne elektrischer Unterstützung – vielen Menschen ermöglichen, klimaschonend und mit Freude fit und mobil zu sein. Je mehr Autokilometer durch das Rad ersetzt werden, umso besser für die Umwelt.

 

 

  1. Nach dem Winterschlaf kommt die Frühjahrsmüdigkeit …

Das persönliche Wohlbefinden steht über einer messbaren Fitness. Wer sich wenig aus Sport macht, muss deshalb kein Bewegungsmuffel sein und kann auch mit vielen einfachen Aktivitäten im Alltag gesund bleiben. Wer statt auf den Aufzug zu warten die Treppe nutzt, statt auf der Parkbank zu sitzen mit den Kindern tobt oder zur Musik im Radio tanzt, bringt auch seinen Kreislauf in Schwung und geht gut gelaunt in die helle Jahreszeit.

 

 

Wenig kann viel bewirken

Beim Sport gilt: Wenig ist besser als nichts. Auch mit moderater Bewegung kannst Du bereits einige Pluspunkte auf Deinem Gesundheitskonto verzeichnen. Auch wenn Du ursprünglich größere Pläne hattest – gib nicht auf. Auch wenn Du nicht gleich alles schaffst, was Du Dir vorgenommen hast.

 

Genauso wie Dein Sportprogramm solltest Du auch Deine Finanzplanung angehen. Ziele setzen, am Ball bleiben, nicht aufgeben und auf Nachhaltigkeit achten. Schließlich willst Du nicht nur Deine Zukunft sichern, sondern auch zum Erhalt des Planeten beitragen.

 

Beim Sport setzt Du auf einen Trainer, Coach oder Partner. Bei Deinen Finanzen steht Dir Klimafonds zur Seite. Der erfahrene Experte für ethische und ökologische Geldanlagen berät Dich umfassend und kompetent.

 

 

 

 Gerd SW300x300 Gerd Junker, Klimafonds-Experte: Die Welt ist extrem komplex. Sinnvolle Geldanlagen können jedoch einfach sein. Bei Klimafonds finden wir die passende Lösung für Eure Bedürfnisse. Mehr Klimafonds findet Ihr auf Facebook, Google+ und  Twitter.


9. März 2017

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Palmöl findet sich in nahezu jedem zweiten Supermarktprodukt. Entsprechend steigt die Nachfrage nach Palmöl weltweit rapide an. Urwälder werden gerodet um Platz für gigantische Ölplantagen in Monokultur zu schaffen. Die Folgen: Bedrohung der Biodiversität, Vertreibung der Ureinwohner, Gefahr für das globale Klima. Die Lösung: Abschied vom Massenkonsum und Bevorzugung regionaler Lebensmittel.” ]

 

Früchte der Ölpalme – Monokultur auf verbrannter Erde.

Hast Du heute Morgen geduscht, Dich eingecremt, Müsli gegessen oder vielleicht ein Brot mit leckerer Schokoladenceme, noch vor dem Weggehen die Waschmaschine angeworfen? – Was immer Du heute schon getan hast, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Du mehrfach mit Palmöl zu tun hattest.

 

Das war vor einigen Jahren noch anders, durch die Dominanz weniger globaler Nahrungsmittel- und Kosmetikkonzerne hat Palmöl in relativ kurzer Zeit einen unvergleichlichen Siegeszug als Bestandteil von Lebensmitteln, Pflege-, Putz- und Waschmittel angetreten. Auf der Verliererseite stehen Klima und Umwelt, denn das vielseitige Palmöl wird meist nach Brandrodungen als Monokultur angebaut. Mit der Zerstörung tropischer Primärwälder gehen auch unzählige Tier- und Pflanzenarten zu Grunde. Höchste Zeit also, das Kleingedruckte auf den Lebensmittelverpackungen aufmerksamer zu studieren.

 

 

Die Palme – der neue Ölbaron

Lebensmittelskandale der letzten Jahre und ein allgemein gewachsenes Umweltbewusstsein haben dazu geführt, dass viele Verbraucher sich verstärkt dafür interessieren, was sie essen und was in den Produkten steckt, die sie täglich zur Körperpflege und für den Haushalt verwenden. NoGos waren dabei unter anderem Transfettsäuren, versteckte tierische Fette und Mineralöl. Palmöl als Ingredienz erregte dagegen kaum Misstrauen. Schließlich handelt es sich um einen pflanzlichen, also nachwachsenden natürlichen Rohstoff.

 

So weit, so gut – allerdings war kaum abzusehen, in welchem rasanten Tempo das Interesse der Industrie an Palmöl zunehmen würde. Palmöl hat einen Marktanteil von rund 30 Prozent und ist damit ein bedeutender Player im pflanzlichen Ölgeschäft. Aktuell werden jährlich etwa 56 Millionen Tonnen Palmöl produziert und weiter verarbeitet – und die Nachfrage steigt weiter an. Voraussichtlich wird sich der Bedarf an Palmöl in den kommenden 30 Jahren verdreifachen. Obwohl die Ölpalme sehr effizient ist werden für derartig gewaltige Mengen auch Anbaugebiete von gigantischem Ausmaß nötig sein.

 

 

Kleine Pflanzenkunde

Die Früchte der Ölpalme liefern das begehrte Palmöl.

Die Ölpalme ist ursprünglich in Afrika beheimatet und wird mittlerweile auch in Südamerika und Südostasien angebaut. Der Palmenbaum wächst bis zu 30 Meter hoch und trägt zwischen 3.000 du 6.000 Früchte. Aus dem Fruchtfleisch wird Palmöl, aus den Samen der Frucht Palmkernöl gewonnen. Mit der Kokospalme ist die Ölpalme verwandt.

 

Palmöl ist das zweitwichtigste pflanzliche Öl, Nummer eins ist aktuell noch Sojaöl. Sollte die Entwicklung des Palmöls jedoch ungebrochen so weitergeht wie bisher, kann die Ölpalme über kurz oder lang Soja den Rang ablaufen. Der wirtschaftliche Vorteil der Ölpalme ist ihre Ergiebigkeit. Für die gleiche Menge an Öl benötigt die Ölpalme gegenüber Soja lediglich ein Drittel der Anbaufläche. Noch ungünstiger fällt der Vergleich zu Raps aus, hier benötigen die Ölpalmen für den gleichen Ertrag nur ein Sechstel der Fläche. Durch den geringen Flächenbedarf ergibt sich ein weiterer wirtschaftlicher Vorteil des Palmöls: es ist billig in der Produktion. Darüber hinaus ist Palmöl gut zu verarbeiten und ist temperaturunempfindlich.

 

Alle diese Eigenschaften machen den Tausendsassa unter den Ölen beliebt und begehrt. Verwendet wird das Palmöl zum größten Teil in der Nahrungsmittelindustrie, 68 Prozent der Ernte landen dort. Weitere 27 Prozent finden sich in Kosmetika, Putz- und Waschmittel wieder. Zu 5 Prozent wird Palmöl zur Produktion von Agrotreibstoffen verwendet, ein Feld, dass noch enormes Wachstumspotenzial birgt, denn die Nachfrage nach Bio-Sprit wird angesichts der limitierten Erdölvorräte weiter steigen.

 

 

Blick ins Supermarktregal

Vielleicht wunderst Du Dich über den hohen Anteil von Palmöl in Lebensmitteln. In der Tat gehen Umweltverbände davon aus, dass Palmöl mittlerweile in jedem zweiten Supermarktartikel enthalten ist. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe vieler Produkte bestätigt das. Dabei geht es nicht nur um die klassischen “Fettträger” wie Schokoaufstrich, Kuchen und Fertiggerichte. Palmöl findet sich auch in Müslis, Keksen und anderen Backwaren. In der Kosmetikabteilung ist das vielseitige Öl nicht nur Inhaltsstoff von Cremes und Lotionen, sondern auch von Duschgels und Shampoo. Selbst Waschmittel enthalten Tenside aus Palmöl, diese müssen dabei nicht einmal deklariert werden. Wenn Du jetzt denkst, dass die Omnipräsenz des Palmöls sich nur auf herkömmliche Marken bezieht und Du mit Bio-Produkten auf der sicheren Seite bist, hast du weit gefehlt. Palmöl ist wirklich überall!

 

 

Warum schädigt Palmöl das Klima?

Natürlich ist es nicht schön, in den Lebensmitteln versteckte Fette untergejubelt zu bekommen – aber was macht das Palmöl zum Klimakiller? Um die hohe Nachfrage nach Palmöl zu befriedigen, werden Ölpalmen als Monokultur auf großen Plantagen angebaut. Führende Palmöl-Produzenten sind aktuell Indonesien (53 Prozent) und Malaysia (36 Prozent). Aber auch West- und Zentralafrika, ursprüngliche Heimat der Ölpalmen, versuchen ein Stück vom Kuchen abzubekommen und bauen vermehrt Plantagen auf.

 

Traurige Tropen – Orang Utans gibt es bald nur noch im Zoo.

Die Palmöl-Plantagen entstehen dort, wo bis vor kurzem Urwaldgebiete mit einer reichen Vielfalt von Tieren und Pflanzen bestanden hat. Für das einträgliche Ölgeschäft werden die Regenwälder gerodet und trockengelegt. Damit verschwinden große biologische Lebensräume, zahlreiche Tier- und Pflanzenarten wandern auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.

 

Durch das Verschwinden der Primärwälder entstehen Torfböden und das bis dahin in den Urwäldern gespeicherte Treibhausgas CO2 gelangt in die Atmosphäre. Zudem wird die ökologische Problematik verstärkt, da Rodung der Urwälder fast immer illegale Brandrodung bedeutet. Besonders betroffen sind die Urwälder auf Sumatra und Borneo. Damit hat sich Indonesien auf den traurigen dritten Platz der größten CO2-Emittenten weltweit hochgearbeitet, direkt hinter den USA und China. Die Umweltorganisation Greenpeace hat errechnet, dass die Urwaldflächen in Südostasien sich in den vergangenen zehn Jahren um 15 Prozent verkleinert haben. Die Vernichtung der Wälder zerstört nicht nur den Lebensraum von Tieren und Pflanzen, auch Urwaldvölker verlieren ihre Lebensgrundlage und werden von ihrem Land vertrieben.

 

 

Nachhaltig konsumieren – nachhaltig investieren

Palmöl zu vermeiden ist nicht einfach. Selbst Bio-Produkte geben keine Garantie für eine klimafreundliche Herstellung, sondern bestätigen lediglich, dass keine Pestizide im Anbau verwendet wurden. Einige Hersteller versuchen allerdings die gesamte Herstellungskette transparent zu halten und nur Palmöl aus fairem und ökologischem Anbau außerhalb der brandgerodeten Flächen zu verwenden.

 

Wesentliche Ursache für das Ausmaß des schmierigen Palmölgeschäftes ist allerdings der Massenkonsum industriell gefertigter Lebensmittel und die damit verbundene Massenproduktion. Eine Nachfrage auf dem aktuellen Niveau kann kaum durch nachhaltige Anbauweisen erreicht werden.

 

Nachhaltiger Konsum muss nicht unbedingt Einschränkung bedeuten. Wenn Du auf regionale und handwerklich gefertigte Lebensmittel setzt, wirst Du sehr wahrscheinlich mehr Genuss erleben als mit den weltweit normierten Lebensmitteln der globalen Großkonzerne.

 

Individuelle Lösungen sind nicht nur bei der Auswahl der Lebensmittel von Bedeutung. Auch bei Deinen Finanzen solltest Du nicht auf Massenprodukte setzen. Klimafonds, Experte für nachhaltige Geldanlagen, hilft Dir Dein Geld so anzulegen, dass es Mensch, Umwelt, Klima und Dir gleichermaßen nutzt. Informieren Dich über unsere mehr als 300 ethische und ökologische Investments.

 

 Gerd SW300x300 Gerd Junker, Klimafonds-Experte: Die Welt ist extrem komplex. Sinnvolle Geldanlagen können jedoch einfach sein. Bei Klimafonds finden wir die passende Lösung für Eure Bedürfnisse. Mehr Klimafonds findet Ihr auf Facebook, Google+ und  Twitter.

 



2. März 2017

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen in der Top Ten der nachhaltigen Staaten auf den Plätzen 5 bis 7, direkt hinter den Nachhaltigkeitssiegern Skandinaviens. Positiv bewertet werden Wirtschaftskraft, Demokratie, Bildung und Gleichberechtigung. Jedoch gibt es auch hier Optimierungsbedarf. Generell müssen noch Hausaufgaben in den Bereichen nachhaltiger Konsum und CO2-Reduzierung gemacht werden. Generell befinden sich die deutschsprachigen Europäer aber auf einem guten Weg.” ]

 

 

Deutschland, Österreich, Schweiz – Gemeinsame Sprache, gemeinsame Ziele, unterschiedliche Wege.

Eine weltweite nachhaltige Entwicklung aller Staaten. – Das ist das Ziel der Vereinten Nationen. Bis zum Jahr 2030 sind die Mitgliedsstaaten aufgefordert, tragfähige Strategien zu entwickeln und wirkungsvolle Maßnahmen umzusetzen, um die Lebensgrundlagen der kommenden Generationen weiter zu gewährleisten. Mit der anspruchsvollen Zielsetzung soll der drohenden Klimakrise und der tiefen Kluft zwischen Arm und Reich entgegengewirkt werden

 

Zu den verabschiedeten 17 Zielen der UN zählen eine gesicherte Ernährung und der Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Überwindung extremer sozialer Ungerechtigkeit, Gleichberechtigung der Geschlechter, verbesserte Bildung und Chancengleichheit, Innovationskraft, wirtschaftliche Entwicklung, Klimaschutz sowie der Ausbau Erneuerbarer Energien.

 

Mit dem SDG-Index (Sustainable Development Goals) wird seit dem vergangenen Jahr der Grad der Zielerreichung der einzelnen Staaten in einem Ranking evaluiert. Allerdings sind auch die in der Liste führenden Nationen noch weit vom Optimum entfernt. Die skandinavischen Staaten Schweden, Norwegen und Finnland besetzen aktuell das Siegertreppchen. Im zweiten Teil unserer Serie zu nachhaltigen Staaten stellen wir die Strategien und Besonderheiten des deutschsprachigen Wirtschaftsraums vor. Die Schweiz, Deutschland und Österreich belegen im internationalen Ranking die Plätze 5 bis 7.

 

 

Gemeinsame Ziele – unterschiedliche Wege

Nachhaltigkeit ist ein viel diskutiertes Thema in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Schließlich verfügen die drei Staaten über weite Flächen gewachsener Naturlandschaften im alpinen Raum. Dazu kommen dichte und weitläufige Waldgebiete, die in der Schweiz und in Deutschland fast ein Drittel der Landesfläche einnehmen, in Österreich sogar knapp die Hälfte. Deutschland verfügt außerdem im Norden über einen breiten Küstenstreifen und das ökologisch bedeutsame Wattenmeer.

 

Aber Natur ist nur eine Seite der Medaille. Deutschland ist eine führende Industrienation, die Schweiz ein bedeutender internationaler Finanzplatz, lediglich in Österreich spielt die Erhaltung der Natur auch eine wirtschaftliche Rolle für den Fremdenverkehr.

 

Und trotz des naturverbundenen Images der drei Staaten und der guten Platzierungen im internationalen Vergleich, stehen Deutschland, Österreich und die Schweiz weiterhin vor der Aufgabe, ihre CO2-Emissionen drastisch zu verringern, um so den gefährlichen Treibhauseffekt und die damit verbundene Erwärmung der Erde aufzuhalten. Keine leichte Aufgabe, denn ohne einen nachhaltigeren und reduzierteren Konsum, ist dieser Weg kaum zu beschreiten. Darüber hinaus sind die Länder gefordert, Anlagen für Erneuerbare Energien weiter auszubauen.

 

 

Platz 4: Die Schweiz – diszipliniertes Nachhaltigkeitskonzept

Vielfältige Fauna …

Die Schweiz hat schon früh mit der Entwicklung und Umsetzung einer anspruchsvollen Nachhaltigkeitsstrategie begonnen. Anstoß gab, wie in vielen Ländern auch – die Konferenz von Rio 1992. Dabei werden die ambitionierten Ziele diszipliniert verfolgt. Beispielhaft ist das klimafreundliche Mobilitätskonzept der Eidgenossenschaft. Die Schweiz verfügt – topographischen Herausforderungen trotzend – über das am besten ausgebaute Schienennetz weltweit.

 

Die Schweiz gehört zu den reichsten Ländern der Erde und blickt auf eine lange Geschichte der demokratischen Mitbestimmung zurück. Das Land verfügt über einen leistungsfähigen und gut ausgebauten Sozialstaat sowie einem verpflichtenden Krankenkassen- und Pflegeversicherungssystem. Auch wenn das kommunale Frauenwahlrecht in Appenzell Innerrhoden erst 1990 eingeführt wurde, bringt die Schweiz mit Chancengleichheit und einem weitreichenden Bildungssystem positive Faktoren für eine nachhaltige Entwicklung des Landes mit.

 

Energiekonzept der Schweiz – Zwischen Wasserkraft und Atomenergie 

Der CO2-Ausstoß pro Kopf liegt mit 5,06 Tonnen in der Schweiz weit unter dem europäischen Durchschnittswert von 8,33 Tonnen. Damit liegt das Land international an der Spitze, denn selbst Nachhaltigkeitsweltmeister Schweden bläst mit 5,17 Tonnen noch etwas mehr CO2 aus.

 

Pro Jahr werden in der Schweiz 58,01 Milliarden kWh verbraucht, was einem Umsatz von 7.092 kWh pro Einwohner entspricht. Gedeckt wird der Energieverbrauch zu einem Drittel durch Wasserkraftanlagen. Seit rund zehn Jahren setzt die Schweiz zunehmend auf diese Art der Energiegewinnung. Mittlerweile produzieren 500 Speicherkraftwerke Strom aus Wasser. Auch Anlagen für Erneuerbare Energien spielen zunehmend eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung, hier werden vorallem Photovoltaik-Anlagen und Geothermie weiter ausgebaut.

 

Immerhin noch bis zu 45 Prozent der Schweizer Stromversorgung stammt aus Atomkraftwerken. Zwar hat sich die Schweiz 2011 unter dem Einfluss der Reaktorkatastrophe von Fukushima entschlossen, bis 2034 aus der Kernenergie auszusteigen. Jedoch hat sich das Land ein Hintertürchen offen gelassen: Laufende Anlagen werden schrittweise vom Netz genommen. Atomtechnologie wird aber wissenschaftlich weiter verfolgt, es besteht generell die Möglichkeit Atomkraft wieder in die Energieversorgung zu integrieren.

 

 

 

Platz 6: Deutschland – der bestplatzierte G7-Staat

… und Flora.

Mit Platz 6 kann Deutschland die beste Platzierung eines G7-Staates für sich verbuchen. Die Industrienation befindet sich also mit einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum und einem ausgebauten Sozialsystem auf einem guten Weg zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele. Dennoch gibt es auch hier noch Handlungsbedarf. So wird zwar die geringe Armutsquote positiv bewertet. Kritisch ist jedoch die steigende soziale Ungleichheit und die damit einhergehende ungerechte Chancenverteilung. Deutschland spiegelt dabei eine weltweite Entwicklung innerhalb der Industrienationen wider. Nachholbedarf besteht auch im verantwortungsvollen Konsum und Umgang mit Ressourcen.

 

Energiekonzept Deutschland – Vom Kohlestrom zur Energiewende

Der Kohleabbau in Deutschland ist ein gewaltiges wirtschaftsgeschichtliches Erbe in Deutschland. Obwohl die Energiewende beschlossene Sache ist und der Ausbau der Erneuerbaren Energien gut anläuft, wird noch immer massiv Kohle verstromt. Entsprechend liegt der CO2-Ausstoß pro Person oberhalb des europäischen Durchschnitts bei satten 9,4 Tonnen im Jahr. Erfreulich ist der vergleichsweise niedrige Energieverbrauch in Deutschland: Mit 540,10 Milliarden kWh jährlich ergibt sich eine Verbrauch von 6.691 kWh pro Einwohner.

 

Platz 7: Österreich – effektiver Natur- und Klimaschutz

Mit Beginn des Jahrtausends hat Österreich eine bundesweite Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt und seit dem ständig weiter ausgebaut und umgesetzt. Dabei setzt Österreich massiv auf einen Ausbau des Bildungssystems, um Nachhaltigkeitsziele und Lösungen gesellschaftlich zu verankern.

 

Österreich lebt auch vom Tourismus. Hier korrespondieren die Erwartungen der Urlauber an saubere und gesunde Natur mit der wirtschaftlichen und nachhaltigen Weiterentwicklung des Landes.

 

Energiekonzept Österreich – Wasser- und Windkraft

Atomkraft? – Nein danke! – Das war schon immer die Devise der Österreicher. De facto ging das einzige Atomkraftwerk das je gebaut wurde nach einer Volkabstimmung nie ans Netz. Seit 1999 ist die Absage an die Atomenergie in der Verfassung verankert.

 

Aktuell liefern Wasserkraftwerke rund 60 Prozent des Stroms. Darüber hinaus setzt Österreich auf den Ausbau von Windkraftanlagen und zeigt hier bei weitem weniger Berührungsängste als das benachbarte Bayern. Insgesamt verbraucht Österreich im 69,75 Milliarden kWh, also 8.006 kWh pro Person. Der CO2-Ausstoß liegt bei jährlich 7,35 Tonnen pro Einwohner.

 

 

Viele Wege zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Gerade die unterschiedlichen Konzepte der drei vorgestellten Staaten zeigen, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit das Ergebnis von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ist. Entsprechend vielfältig zeigen sich auch die Wege zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele.

 

Individuelle Besonderheiten berücksichtigen und die eigene Strategie konsequent durchsetzen – mit dieser Linie erreichen nicht nur Staaten ihre Ziele. Auch Du kannst durch eine clevere Finanzplanung Nachhaltigkeit fördern. Klimafonds, erfahrener Anbieter von sozialen und klimafreundlichen Geldanlagen, hilft Dir, Dein passendes Finanzkonzept zu finden.

 

 

 Gerd SW300x300 Gerd Junker, Klimafonds-Experte: Die Welt ist extrem komplex. Sinnvolle Geldanlagen können jedoch einfach sein. Bei Klimafonds finden wir die passende Lösung für Eure Bedürfnisse. Mehr Klimafonds findet Ihr auf Facebook, Google+ und  Twitter.

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23. Februar 2017

[schema type=”review” description=”Zusammenfassung: ForestFinance zählt zu den erfahrenen Anbietern nachhaltiger Geldanlagen. Das Bonner Unternehmen bietet seit rund 20 Jahren klimafreundliche Waldinvestments in Asien, Süd- und Mittelamerika. Ziel ist der Erhalt des tropischen Regenwaldes durch eine nachhaltige Forstwirtschaft. Durch die Aufforstung soll nicht nur das globale Klima verbessert werden, auch die Menschen vor Ort, Natur, Umwelt und nicht zuletzt die Anleger sollen von diesem Konzept profitieren.” ]

 

 

Nachhaltige Geldanlage: Aufforstungsprojekte in Südamerika.

Immer wieder berichten wir hier über interessante und nachhaltige Geldanlagen. Diese nutzen dem Klima und bringen Dir gute Erträge. So kannst Du mit gutem Gewissen Deine Finanzgeschäfte betreiben und durchbrichst das veraltete Wirtschaftsdenken von Gewinnern und Verlierern.

 

Klimafonds ist ein erfahrener Experte für ethische und ökologische Investments und berät Dich umfassend. Aber vielleicht hast Du Dich schon einmal gefragt, wie die vielfältigen nachhaltigen Angebote zustande kommen.

 

So wie Verlage regelmäßig Bücher veröffentlichen, die in ihr Verlagsprogramm passen, bringen sogenannte Emissionshäuser Geldanlagen auf den Markt. Dabei haben sich einige Anbieter auf nachhaltige Geldanlagen spezialisiert und betreiben ihr Geschäft mit viel Herzblut.

 

Als Anbieter klimafreundlicher Investments, ist es für uns natürlich wichtig, Dir nur Geldanlagen anzubieten, die Deinen und unseren hohen Ansprüchen genügen. Deshalb sehen wir auch bei den Anbietern zweimal hin, bevor wir die Finanzprodukte in unser Angebotsportfolio aufnehmen.

 

Im Rahmen einer kleinen Serie wollen wir Dir in loser Folge einige engagierte Finanzunternehmen vorstellen, mit denen wir bereits lange zusammenarbeiten. Den Anfang macht ForestFinance aus Bonn.

 


Harry Assenmacher – der realistische Visionär

ForestFinance wurde 1995 von Harry Assenmacher in Bonn gegründet. Assenmacher war zu damals bereits in ökologischen Kreisen ein bekannter Sachbuchautor und verfügte als engagierter Journalist über vielfältige Kontakte zu Verbänden, Unternehmen und Medien. Unter anderem war Assenmacher Chefredakteur des Magazins „Fairkehr“, dem Organ des alternativen Verkehrsclubs Deutschland VCD. Außerdem schrieb er für Publikationen des Umweltverbandes BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland).

 

Mit seiner Idee, dem Raubbau am tropischen Regenwald ein Ende zu setzen und Aufforstungsprojekte zu initiieren, wagte Assenmacher dann den Schritt in die unternehmerische Praxis. Ziel war es von Anfang an, die Aufforstungen nicht aus Spenden zu finanzieren, sondern das Vorhaben sofort auf wirtschaftlich feste Füße zu stellen. Mit den Aufforstungen unterstrich Assenmacher deutlich die klimapolitische Bedeutung der Projekte: Schutz, Erhalt und Pflege des tropischen Regenwaldes sind  unerlässlich, um klimaschädliches CO2 zu kompensieren.

 

Das erste Projekt von ForestFinance wurde in Panama realisiert. Die Aufforstungen geschahen unter sozial fairen und ökologisch sinnvollen Rahmenbedingungen. Zugleich sollte sich die Investition auch wirtschaftlich rechnen. Mit seinen Waldinvestments traf Assenmacher den Nerv der Zeit. Die anfänglichen Erfolge motivierten zum Weitermachen. Nach dem Projekt in Panama wurden in den folgenden Jahren auch ökologische Mischwälder in Kolumbien, Peru und Vietnam aufgebaut.

 

Rund 20 Jahre lang war Harry Assenmacher geschäftsführender Gesellschafter von ForestFinance, bis er 2016 in den in Gründung befindlichen Aufsichtsrat des Unternehmens wechselte. Heute steht der 61-jährige Assenmacher ForestFinance als Berater zur Seite und begleitet die weitere Entwicklung der Projekte.

 

 

ForestFinance – Die Waldmacher

Der Blick des Bonner Emissionshauses reicht weit über das benachbarte Siebengebirge hinaus.

Ökologisch nachhaltige und finanziell rentable Waldprojekte als Direktinvestements für private und institutionelle Anleger – das ist seit 1995 das Kerngeschäft der ForestFinance Gruppe. Mittlerweile verfügt ForestFinance über Niederlassungen in Panama, Vietnam und Peru, denn direkt vor Ort können die Projekte effektiver gesteuert und überwacht werden. Am Bonner Standort, der Forest Finance Service GmbH, erfolgt in erster Linie die Projektentwicklung und Vermarktung. Dort arbeiten aktuell rund 30 Mitarbeiter.

 

Nach dem Ausscheiden Assenmachers, liegt die Geschäftsführung der Forest Finance Service GmbH in den Händen von Christiane Pindur und Richard Focken. Beide Geschäftsführer stehen für wirtschaftliches Denken gepaart mit Sachverstand, Enthusiasmus und einem Gefühl für soziale, ökologische und klimapolitische Verantwortung.

 

ForestFinance verfügt aktuell über Forstflächen von rund 17.500 Hektar in Asien, Süd- und Mittelamerika. Dort sollen langfristig ökologisch nachhaltige Mischwälder angelegt werden. Mehr als 17.000 Kunden haben sich bis heute mit rund 90 Millionen Euro an den unterschiedlichen Waldinvestments beteiligt. Die jeweilige Rendite steht in Abhängigkeit zu dem Produkt, dass im Rahmen des Waldinvestments verkauft werden kann. So werden beispielsweise bei regelmäßigen Durchforstung Hölzer geerntet. Erlöse werden aber auch durch Verkauf von angebautem Edelkakao erzielt.

 

 

Dem Wald einen Wert geben

Die Zerstörung von Waldgebieten weltweit ist noch immer ein hochaktuelles Thema. Angesichts der drohenden Klimakrise, ist der Erhalt und Wiederaufbau von Waldflächen überlebenswichtig. Entsprechend müssen auch die bestehenden Waldgebiete bewahrt werden. Keine leichte Aufgabe, denn landwirtschaftliche Anbau- und Weideflächen werden immer knapper und ertragreiche Pflanzen in Monokultur versprechen zwar wenig Nachhaltigkeit jedoch schnelle Gewinne. Durch die massenhafte Abholzung und Brandrodungen in vielen Gebieten der Erde, wird Holz zu einem wertvollen Handelsgut.

 

Dieser Entwicklung will ForestFinance entgegenwirken und präsentiert mit einem nachhaltigen Waldwirtschaftssystem einen tragfähigen Gegenentwurf. Mit Sekundärwäldern werden bestehende Weide- du Brachflächen frisch aufgeforstet. Dafür werden Pflanzen gewählt, die zum jeweiligen Standort passen und zur Entwicklung eines biodiversen Mischwaldes beitragen. Holz wird durch regelmäßige Durchforstung entnommen, nicht durch Kahlschlag. Mit dieser langfristig angelegten Forstwirtschaft, können Anleger eine gute Rendite erzielen. Die Menschen vor Ort erhalten durch lang angelegte Arbeitsverhältnisse und faire Bezahlung eine positive wirtschaftliche Perspektive.

 

 

ForestFinance Finanzprodukte

ForestFinance bietet die Beteiligung an seinen Waldprojekten als Sachwertinvestitionen an. Das bedeutet, dass die Investoren anteilig Eigentümer werden und steuerlich gesehen Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft erzielen. Außerdem hat ForestFinance auch monatliche Sparverträge und Waldsparbücher im Programm.

 

Beim KakaoWald werden hochwertige Kakaopflanzen gemeinsam mit Schattenbäumen in Peru gepflanzt. Der KakaoWald wird ökologisch bewirtschaftet und schrittweise in einen Mischwald umgestaltet. Ein Teil der Investition geht in den Schutz des Primärwaldes in Panama. Die Sachwertinvestition KakaoWald hat eine Laufzeit von 25 Jahren und eine prognostizierte Rendite zwischen 5 und 7 Prozent. Eine Beteiligung am KakaoWald ist ab einer Einlage von 3.250 Euro möglich.

 

Um Holz geht es beim Projekt GreenAcacia. Hier wird mit Hilfe von Akazien als Zwischenlösung zur Bodenverbesserung eine temporäre Monokultur in Kolumbien aufgebaut. Nach 12 Jahren wird der Akazienwald durchgeforstet, das Holz verkauft und die Plantage in einen klimafreundlichen Mischwald umgestaltet. Die Laufzeit dieser Investition beträgt 12 Jahre, Anleger können dabei mit einer Rendite von rund 6 Prozent rechnen. Eine Beteiligung ist ab 2.625 Euro möglich.

 

 

Den Regenwald erlebbar machen

Die Gelegenheit, den tropischen Regenwald hautnah zu erleben, ergibt sich eher selten. Wer sich dennoch ohne aufwändige Reise ein Bild machen möchte, dem sei ein Besuch im Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn empfohlen. Auf rund 500 Quadratmetern erhalten große und kleine Besucher einen umfassenden Eindruck von der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt der Regenwälder. ForestFinance hat das Kronendach des Museumswaldes mit einer Spende unterstützt und so auch für einen heimischen Tropenwald gesorgt.

 

 

 Mit Klimafonds die Möglichkeiten der nachhaltigen Geldanlagen entdecken

Eine gute Beratung ist gerade bei Sachwertinvestitionen das A und O. Dem trägt auch das Vertriebskonzept von ForestFinance Rechnung. Die Waldinvestments werden über unabhängige Finanzberater wie Klimafonds angeboten, die den gleichen Nachhaltigkeitsansatz vertreten, wie ForestFinance selbst.

 

 

 

 Gerd SW300x300 Gerd Junker, Klimafonds-Experte: Die Welt ist extrem komplex. Sinnvolle Geldanlagen können jedoch einfach sein. Bei Klimafonds finden wir die passende Lösung für Eure Bedürfnisse. Mehr Klimafonds findet Ihr auf Facebook, Google+ und  Twitter.